Wie müssen Städte und Gemeinden Baugebiete ausschreiben, damit ein modernes, nachhaltiges Quartier entsteht? Wie lässt sich Klimaschutz schon von vornherein in der Quartiersplanung mitdenken? Drei Fragen an Claas Marquardt, Key Account Manager Wohnungswirtschaft beim Energie- und Telekommunikationsdienstleister EWE, über Gestaltungsmöglichkeiten bei neuen Quartieren.


Vor welchen Herausforderungen stehen Kommunen bei der Entwicklung moderner und nachhaltiger Quartiere?

Für Kommunen spielen ökologische Komponenten eine zunehmende Rolle. So tragen Parameter wie Primärenergiefaktor oder ökologischer Fußabdruck nicht zuletzt zur Attraktivität eines Quartiers und damit auch einer Kommune bei. Berücksichtigt werden müssen bei allen Klimaschutzideen auch wirtschaftliche Gesichtspunkte. Und hier kommen Partner wie EWE mit ihrem Know-how ins Spiel. Sie können Kommunen frühzeitig beraten, damit ökologische und ökonomische Rahmenbedingungen bereits bei der Bebauungsplanung und schließlich auch bei der Ausschreibung mitgedacht werden.

Welche Aspekte sollten Kommunen bei ihrer Ausschreibung konkret berücksichtigen?
Bei Quartiersentwicklungen sind ganzheitliche Lösungen gefragt, vom Bau der Energie- und Telekommunikationsnetze bis hin zu Mieterstrom- und Mobilitätslösungen. Herausfordernd daran ist vor allem die Koordination und die enge Verzahnung der einzelnen Bestandteile. Um weniger Akteure koordinieren zu müssen, kommen verzahnte Elemente der Quartiers- entwicklung am besten aus einer Hand. Wir von EWE bieten eine Kombination aller Lösungsbausteine aus dem Infrastrukturbereich. Die Vorteile sind klar: Wenn alles zusammen geplant und umgesetzt wird, können alle Abstimmungen verdichtet werden. Das beschleunigt den Bauprozess und spart Geld. Je eher der Infrastrukturdienstleister und der Projektentwickler in die Quartiersplanung eingebunden werden, umso besser ist die gemeinsame Gestaltung des gesamten Quartiers nach allen Gesichtspunkten.

Was unterscheidet EWE von anderen Dienstleistern?
Bei uns stehen optimale Lösungspakete für Wohnen, Arbeiten und Mobilität im Fokus. Neben den infrastrukturellen Voraussetzungen und dem Bau der Wärmeerzeugung könnte es sein, dass eine Kommune oder ein Bauträger weitere Lösungen wie Photovoltaikanlagen mit oder ohne Speicher, schnelles Internet oder auch Ladesäulen für Elektroautos haben möchte. Diesen „bunten Blumenstrauß“ können wir bieten und mit den verschiedenen Tochterunternehmen aus dem EWE-Konzern zusammenstellen. Quasi ein maßgeschneidertes Gesamtkonzept aus einer Hand. Kurz: Wir entwickeln, realisieren und betreiben die Infrastruktur für das Quartier der Zukunft.

Unsere fast 30 Jahre Projekterfahrung im Bereich Wärmecontracting, die notwendige Manpower und Kompetenz, um auch komplexe, individuelle Anforderungen optimal zu lösen, hat beispielsweise die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) überzeugt. In den nächsten Jahren entwickelt die NLG ein Wohnquartier mit bis zu 300 Bauplätzen in der Ammerland-Gemeinde Augustfehn-­Hengst­forde. EWE hat für das Quartier ein nachhaltiges Gesamtkonzept aus einer modernen, zentralen Strom- und Wärmeversorgung sowie einem Highspeed-Glasfasernetz konzipiert. Bei der Quartiers- planung hat die NLG unterschiedliche ökologische, öko­nomische, technische, soziokulturelle und funktionale Aspekte berücksichtigt. Für das Konzept wurde der Erschließungsträger im vergangenen Jahr von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen mit Gold ausgezeichnet. Das Quartier ist zudem Teil des Zukunftsprojektes „Gemeinde 5.0 – Wie leben wir 2050?“ des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes.

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