Heilungsförderndes Ambiente

In der Soteria Berlin unterstützen Kautschukböden das Gestaltungskonzept

Einleitunstext

Der Begriff „Soteria“ bezeichnet eine alternative stationäre Behandlungsform von Menschen in psychotischen Krisen. Gekennzeichnet ist dieser Therapieansatz unter anderem durch einen zurückhaltenden Umgang mit Psychopharmaka, eine wohnliche Einrichtung und eine offene Stationsführung. Ziel ist es, die Patienten auf die Rückkehr ins Alltagsleben vorzubereiten.

Seit 2013 gibt es ein solches Angebot auch in Berlin. Konzipiert wurde die Soteria, die zur Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus gehört, als interdisziplinäres Projekt gemeinsam von dem Psychiater Dr. med. Martin Voss und dem Architekten Jason Danziger von thinkbuild architecture BDA.

In der Soteria Berlin gibt es zwölf Behandlungsplätze für junge Menschen, die sich in einer akuten psychotischen Krise befinden. Zusammen mit den Therapeuten leben sie wie in einer Art „Ersatzfamilie auf Zeit“ und gestalten gemeinsam ihren Alltag. Ein wichtiger Baustein dieser sogenannten Milieutherapie ist eine wohnliche Umgebung mit natürlichen, authentischen Materialien. Beim Fußboden für die Zimmer und Flure fiel die Wahl daher auf Kautschuk-Bodenbeläge von nora systems. Sie schaffen eine einladende Atmosphäre und bieten zugleich alle funktionalen Vorteile des Werkstoffs Kautschuk.

Kautschuk als authentisches Material

„Bei der Gestaltung der Station mussten wir einen Mittelweg zwischen dem nötigen Schutz vor Reizen und dennoch ausreichender Stimulation finden“, erläutert Oberarzt Voss. Das Ambiente soll einerseits anregen, den jungen Menschen aber auch einen Rückzugsraum bieten, in dem sie sich entspannen können. Erfahrungsgemäß kann auf diese Weise auch der Einsatz von Medikamenten reduziert werden.

Ganz wichtig: Die Umgebung sollte nicht steril sein: „Eine Krankenhausatmosphäre wollten wir unbedingt vermeiden“, unterstreichen Voss und Danziger. So dominiert in den Räumen ein dezentes Hellgrau, das durch einzelne Wandflächen, die in kräftigem Blau, Grün, Gelb oder Violett gestrichen sind, aufgelockert wird.

Großen Wert legten Architekt und Nutzer auf authentische Materialien. Der Hintergrund: Menschen in einer psychotischen Krise leiden häufig unter Wahrnehmungsstörungen. „Sie müssen sich darauf verlassen können, dass das, was sie sehen, real ist“, erläutert der Oberarzt. „Daher kamen beispielsweise elastische Böden in Holzoptik für uns nicht in Frage“. Die Aufenthaltsbereiche wie die große Wohnküche erhielten Echtholzparkett, während in den Patientenzimmern und Fluren Kautschukböden verlegt wurden.

„Die Böden entfalteten ihre Wirkung durch die natürlichen Materialien“, so Voss und Danziger übereinstimmend. Mit ihrem zurückhaltenden Hellgrau harmonieren die nora Beläge darüber hinaus nicht nur perfekt mit dem Parkett, sondern auch mit den leuchtenden Farben der Zimmerwände. „Der Kautschuk-Bodenbelag wirkt einerseits ruhig, reflektiert aber andererseits die kräftigen Wandfarben und besitzt daher in diesen Bereichen einen schönen, lebhaften Schimmer“, erklärt Architekt Danziger.

Hoher Gehkomfort und beste Akustik

Doch nicht nur ihre optischen Vorzüge, sondern auch ihre funktionellen Eigenschaften sprachen für die Bodenbeläge aus Kautschuk. Zum einen vermindern sie aufgrund ihrer Dauerelastizität den Gehschall und sorgen so für eine angenehme Geräuschkulisse auf der Station. „Durch die Reduktion von Lärm wird der Stress für die Patienten deutlich vermindert“, bekräftigt Voss. Dies ist gerade in psychiatrischen Einrichtungen von großer Bedeutung, weil die Erkrankten auch auf akustische Reize besonders sensibel reagieren.

Außerdem sind die Kautschukböden fußwarm und weich, was ebenfalls ein großer Vorteil ist. „Ganz intuitiv laufen viele Patienten in einer psychotischen Krise barfuß oder auf Strümpfen herum – das hilft ihnen, sich zu erden.“ So sei es natürlich besonders wichtig, dass die Böden komfortabel und angenehm zu begehen seien.

Weitere Informationen unter:
www.nora.com/de
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