Mit dem jüngst realisierten Bau einer Fußgänger- und Radfahrerbrücke vom Schullendamm über die Ems in die Innenstadt ging in Meppen ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung und ein „Nadelöhr“ wurde entzerrt. Hier hatte es schon vor vielen Jahren erste Planungen durch LINDSCHULTE Ingenieurgesellschaft mbH Emsland aus Meppen gegeben, die 2015 durch ein neu aufgelegtes Radwegekonzept unter touristischen Aspekten neu auflebten. Denn zum Beispiel ist der rund 350 km lange Dortmund-Ems-Kanal-Radweg, der das Ruhrgebiet mit der Nordseeküste verbindet, einer der bedeutendsten Radwege Deutschlands.

Die beleuchtete Brücke mit einer Spannweite von 73 Metern wurde barrierefrei gestaltet und ermöglicht auch den Touristen des Naturparks Moor eine attraktive Flussquerung. Sie wurde von LINDSCHULTE Meppen als Schrägseilpylon- Brücke geplant. Da der Boden „teilweise sehr schluffig“ ist, müssen die beiden oberirdisch 15,5 Meter hohen Pylone in zehn Metern Tiefe gegründet werden. Das Bauwerk selbst wurde vorgefertigt und dann per Schiff antransportiert und endmontiert.

Nachdem die beiden Vorlandstege der neuen Fuß- und Radwegebrücke über die Ems im Bereich Schullendamm in der 14. Kalenderwoche 2018 erfolgreich montiert wurden, wurde in der Nacht vom 10. auf 11. April das Mittelteil der Brückenkonstruktion geliefert. Aufgrund von Transportproblemen hatte sich die Lieferung um einen Tag verschoben. Die Gesamtlänge dieses Schwerlasttransports betrug 31 Meter bei einem Gewicht von mehr als 23 Tonnen.

Montage mittels 500-Tonnen-Kran

Improvisation und Bauen gehören zusammen, trotz Vorfertigung im Werk. So gab es beim Ablassen des Brückenelements eine Verzögerung, weil das untere der drei Haupttragerohre mithilfe von Spanngurten und Ratschen vorsichtig an der Fahrbahnkante der Vorlandbrückenteile vorbei bugsiert werden musste. Nachdem das gelungen war, zeigte sich das nächste Problem: Zwei Profile, die die Fahrbahn tragen, waren je knapp zwei Zentimeter zu lang. Auch so etwas kann vorkommen, wenn in der freien Natur gearbeitet wird. Also wurden sie mit dem Schneidbrenner leicht eingekürzt. Danach ging es zügig voran. Erst wurden auf der Esterfelder Seite Bolzen eingesetzt, dann die ersten Bolzen an der Kuhweide. Um 12 Uhr lag das Brückenteil in Position, wie die Meppener Tagespost berichtete.

Zahlen, Daten, Fakten

Bei dem neuen Fußgänger- und Radfahrerübergang der Ems zwischen dem Stadtteil Esterfeld und der Meppener Kuhweide handelt es sich um eine Schrägseilbrücke, aufgehängt an zwei 15,5 Meter hohen Pylonen. Die Brücke selbst besitzt eine Spannweite von 73 Metern. Sie hat bei mittlerem Wasserstand der Ems eine lichte Höhe von 4,40 Meter über Wasser- oberfläche. Der 2,50 Meter breite Weg auf der Brücke ist mit einem rutschfesten Kunststoffbelag versehen und durch ein 1,30 Meter hohes Geländer gesichert. Damit können Streufahrzeuge im Winter über die Brücke fahren.

Der Brückenneubau ist Bestandteil des Naturparkprojektes „Grenzenlos Moor“ zur Förderung des Tourismus und erhielt daher im Rahmen des europäischen Interreg-Programms Fördermittel. Bauherr war die Stadt Meppen, die Planung hat die LINDSCHULTE Ingenieurgesellschaft mbH Emsland aus Meppen übernommen und die Bauausführung die Firma Joachim Tiesler Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG, Elsfleth.

Weitere Informationen unter:
www.lindschulte.de
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