Ob bei der Ausschreibung von Bauprojekten oder dem Einkauf von Büro- und Hygienepapieren: Der Einfluss von öffentlichen Beschaffern auf einen nachhaltigen Umgang mit der Ressource Holz ist groß. Der Einkauf von Produkten mit nachhaltigem Ursprung trägt zur Erhaltung der Wälder dieser Welt bei, bietet Kommunen zudem Reputationssicherheit sowie ökonomische Vorteile.

Zertifikate zur Sicherstellung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung, wie PEFC, geben Beschaffern die erforderliche Sicherheit über ein garantiert und kontrolliert nachhaltiges Holz- und/oder Papierprodukt. Voraussetzung dafür sind klar formulierte Beschaffungs- und Vergabekriterien bzw. eine entsprechende Beschaffungspolitik, wie sie vielerorts bereits angewendet werden.

Wie Nachhaltigkeitsaspekte in zukünftigen Ausschreibungen eine stärkere Beachtung finden, zeigt der Ratgeber „Holz & Papier grüner einkaufen“ der Zertifizierungsorganisation PEFC Deutschland. Er gibt wichtige formale Tipps zu Ausschreibungen und nennt Best- Practice-Beispiele aus deutschen Kommunen.

Fallbeispiel Berlin
Wie Kommunen die Beschaffung nachhaltiger Holzprodukte konkret umsetzen, zeigt das Engagement des Senats in Berlin: Seit 2013 gilt im Land Berlin die Verwaltungsvorschrift „Beschaffung und Umwelt“. Sie dient den verschiedenen Beschaffungsstellen als Handlungsanweisung für die praktische Umsetzung eines umweltverträglichen Beschaffungswesens. Im März 2019 wurde die Vorschrift noch einmal verschärft. Für sämtliche Produkte aus Holz – also auch für Möbel, Böden, Schreibwaren und Papier im Büro – gilt die Vorgabe, dass der eingesetzte Holzrohstoff aus legalen und nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen muss. Bieter müssen dazu einen glaubhaften Herkunftsnachweis erbringen, wie z. B. das PEFC- oder FSC-Siegel.

Die Nachhaltigkeitsstrategie des Berliner Senats basiert nicht allein auf einer politischen Haltung, sondern auf überzeugenden Argumenten. Eine Studie des Senats von Berlin zeigt, dass bei einer umweltverträglichen Beschaffung gegenüber einer herkömmlichen Beschaffung rund 50 Prozent (entspricht 350.000 Tonnen) an schädlichen Klimagasen reduziert werden. Aber auch die Kosten, bei der Betrachtung des gesamten Lebenszyklus der Waren, gehen um rund vier Prozent – entsprechend 40 Millionen Euro pro Jahr – zurück.

Viele weitere große und kleine Kommunen wie etwa Bremen, Hamburg, Leipzig, Wiesloch (Baden-Württemberg), Stormarn (Schleswig- Holstein) oder Starnberg (Bayern) haben ebenfalls eigene Verwaltungsrichtlinien und/oder Leitfäden für eine nachhaltige Beschaffung von Holz- und Papierprodukten etabliert. Einige orientieren sich dabei am „Erlass zur Beschaffung von Holzprodukten“ des Bundes, der bereits 2010 verabschiedet wurde.

Weitere Informationen unter:
www.pefc.de
KD2001038