Zwei Modulgebäude erweitern Medizinfakultät der Uni Oldenburg

Hochschul-Boom: Man wächst mit seinen Aufgaben

Die European Medical School (EMS) an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, die als deutsch-niederländisches Kooperationsprojekt neue Wege in der Medizinerausbildung beschreitet, erfreut sich großer Beliebtheit. Die Hochschule expandiert und erweitert ihr Lehrstuhlangebot, womit auch die Bautätigkeit auf dem Campus steigt. 2017 war ALHO mit der Errichtung zweier Labor- und Bürogebäude beauftragt, bei denen höchste Hygiene- und Sicherheitsstandards eingehalten werden mussten. Planung und Bauausführung der beiden Neubauten liefen parallel ab, was sogar den erfahrenen Modulbauexperten vor organisatorische und logistische Herausforderungen stellte. ALHO konnte diese jedoch souverän meistern und übergab die Bauten termingerecht in Rekordbauzeit.

War der Zugang zu Hochschulbildung früher Privileg einer sozialen Elite, studiert heute in vielen Ländern über die Hälfte eines Jahrgangs. Ein Akademisierungstrend, der sich auch in Deutschland fortsetzt und vielen Hochschulen eine deutliche Expansion beschert. Die Uni Oldenburg beispielsweise hat im Jahr 2017 für die Fakultät VI Medizin- und Gesundheitswissenschaften mehrere Professuren berufen. Dafür mussten entsprechende Büro- und Laborgebäude realisiert werden, die insgesamt 50 Wissenschaftlern moderne Arbeits- und Forschungsbedingungen bieten.

Doch lieber Modulbau

Da die neu gegründete Fakultät Medizin- und Gesundheitswissenschaften nach zehn Jahren einer Evaluierung unterzogen wird, die darüber entscheidet, ob sie künftig am Standort weitergeführt werden kann, formulierte der Bauherr, das Staatliche Baumanagement Ems-Weser, die Baumaßnahmen in der öffentlichen Ausschreibung zunächst als temporäre Containeranlagen. Er versprach sich davon vor allem eine höhere Flexibilität in Hinblick auf den möglichen – wenn auch nicht wahrscheinlichen – Rückbau der Gebäude.

Doch angesichts der hohen Standards in puncto medizinischer Sicherheit und Hygiene bei Forschungseinrichtungen wie diesen, machte ALHO den Vorschlag, besser in die ebenso flexible, doch qualitativ hochwertigere Modulbauweise zu investieren.

Das machte nicht nur wegen erhöhter Brandschutzanforderungen Sinn. ALHO Modulgebäude sind für die Dauernutzung konzipiert aber dennoch äußerst vielseitig und flexibel was Umnutzungen, Veränderungen des Gebäudevolumens von Anbau über Aufstockung, das Versetzen an einen anderen Standort oder gar den kompletten Rückbau betrifft. Dank der modularen Struktur sind Veränderungen am Gebäude sehr einfach möglich und zudem besonders nachhaltig: Sollte das Gebäude nicht mehr benötigt werden, wird es dem Wertstoffkreislauf zu nahezu 100% wieder zugeführt.

Gute Entscheidung aus Erfahrung

Bei den Verantwortlichen der Uni Oldenburg rannte ALHO mit dem Vorschlag offene Türen ein, denn bereits 2012 und 2014 wurden auf dem Campus der Carl von Ossietzky Universität in Rekordbauzeit Bauprojekte (ein Büro/Seminargebäude und dessen Erweiterung) in hochwertiger ALHO Modulbauweise realisiert und von den Nutzern begeistert angenommen.

Carsten Steinbrenner, Sachgebietsleiter für Flächen- und Bauplanung an der Uni Oldenburg, der schon die frühere Zusammenarbeit mit ALHO begleitet hat, bestätigt: „Mich beeindruckt immer wieder, wie zielgerichtet und professionell, vor allem aber wie schnell ALHO sowohl Projektierung und Planung, als auch Bau und Übergabe eines Modulgebäudes umsetzt.“

Höchste Ansprüche an die Sicherheits- und Hygiene-Standards bei Laborgebäuden

Da in den Laborräumen zellbiologische, histologische und molekularbiologische Arbeiten und Analysen durchgeführt werden und mit Chemikalien, Mikroorganismen und potentiell ansteckenden Stoffen gearbeitet wird, mussten in Ausstattung und Einrichtung besondere bauliche und technische Anforderungen gemäß S2-Standard der GenTSV (Gentechnik-Sicherheitsverordnung) in Gebäuden erfüllt werden. Dazu gehört unter anderem neben der Installation verlässlicher und sicherer Zutrittskontrollsysteme auch der ausschließliche Einsatz leicht zu reinigender, desinfektionsmittelresistenter Oberflächen.

Außerdem zeichnen sich die Gebäude durch besondere Anforderungen an ihre raumlufttechnischen Anlagen aus: Diese sind sehr komplex und umfassen alle technischen Bereiche von der Lüftungs- und Luftabsaugtechnik bis zur Gebäudeklimatisierung in Verbindung mit Heizung und Wärmerückgewinnung.

Die gesamte Absaug- und Lüftungs- und Klimatechnik wurde den beiden Flachdachbauten als Staffelgeschosse aufgesetzt. Schadstoffbeladene Luft, die bei der Laborarbeit entsteht, wird direkt an den Arbeitsplätzen abgesaugt, ausreichend verdünnt und aus dem Gebäude geleitet, damit weder Umwelt noch Umgebung beeinträchtigt werden. Alle die Lüftungsanlage betreffenden Rohre werden dabei „offen“ geführt – also nicht in horizontalen Zwischengeschossen im Gebäude – sondern vertikal an der Fassade entlang und über das Dach. Das sichtbare Rohrleitungssystem brachte nicht nur eine Kostenersparnis, sondern verleiht den Gebäuden insgesamt einen sehr technischen Charakter. Indem alles sichtbar wird, was sonst versteckt ist, wird deren Nutzung als Forschungslaboratorien auch visuell unterstützt.

Weitere Informationen unter:
www.alho.com
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