Zeitstress, aber trotzdem konzentriert

Knapp 30 Teams aus Deutschland, Ägypten, Slowenien, den USA und Österreich sind dem Ruf der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) gefolgt und haben vom 30. Mai bis 2. Juni 2016 an der dritten Offenen Deutschen Meisterschaft in der Abwassertechnik in München teilgenommen. 18 Teams waren bei der erstmals ausgetragenen World University Challenge am Start.

„Es ist toll zu sehen, mit welchem Engagement sich die Mannschaften ihren Aufgaben gestellt haben“, freut sich Rüdiger Heidebrecht, Leiter der DWA-Abteilung Bildung und Internationale Zusammenarbeit und Initiator der Wettbewerbe. Er ist sich sicher: „Wer hier mitmacht, hat schon gewonnen, egal, ob unter den Bestplatzierten oder nicht. Was zählt, ist die Motivation und der Teamgeist, das kommt bei den Arbeitgebern an.“ Denn, so Heidebrecht: „Wettbewerbe sind für Firmen ein Instrument der Mitarbeiterförderung und der Personalauswahl.“

Der Berufswettbewerb für das Betriebspersonal in Abwasseranlagen und die Hochschulmeisterschaft fanden in mehreren Disziplinen statt: Die Abwasser-Profis mussten zeigen, wie sie bei der Bergung eines in einem Schacht verunglückten Kollegen die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz beachten, dass sie – am Beispiel einer Unterwasser-Motorpumpe – Wartungs- und Instandhaltungstätigkeiten beherrschen, dass sie in der Lage sind, Mess-, Steuer- und Regelungsgeräte schnell und richtig zu bedienen und auch, dass sie Prozessabläufe kontrollieren können. Hierzu war das Fließschema einer Kläranlage mit Magnetkarten auf einem Whiteboard nachzubilden, eine Betriebsstörung musste erkannt und behoben werden.

Die Nachwuchs-Akademiker hatten Aufgaben zur nachhaltigen Nutzung der Ressource Wasser zu bewältigen. Der Zusammenhang von Wassernutzung, sozialer und wirtschaftlicher Entwicklung sowie ökologischer Nachhaltigkeit war zu simulieren, eine innovative Idee musste begutachtet werden und Strukturentwicklungsmaßnahmen aus den Bereichen Wasser, Abfall und Energie waren sinnvoll zu kombinieren. Außerdem mussten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigen, dass sie die Steuerung und das Messen in Abflüssen und Kläranlagen beherrschen.

„Die Konkurrenz war hart“, erklärt Rüdiger Heidebrecht. „Aber das spornt ja erst recht an, sein Bestes zu geben.“ Davon durfte sich auch das Publikum überzeugen. Die Wettbewerbe fanden während der Industriemesse IFAT statt. Die Besucher konnten daher miterleben, welches Wissen und Können von Fachkräften für Abwassertechnik sowie vom wasserwirtschaftlichen Ingenieur-Nachwuchs erwartet wird.

Auch DWA-Präsident Otto Schaaf würdigt den Einsatz der Teams: „Die Abläufe in unseren Abwasseranlagen müssen auf allen Ebenen gut funktionieren. Dazu brauchen wir top Personal.“ Das Engagement der DWA für Aus- und Weiterbildung und insbesondere die Wettbewerbe seien ein wichtiger Baustein für die Sicherung von Qualität, so Schaaf.

Weitere Informationen unter:
www.dwa.de
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