Wohnungsbau für Flüchtlinge in Modulbauweise

Entscheidung mit Herz und Verstand

Überfüllt, beengt, hellhörig, keine Privatsphäre, marode Sanitäranlagen. Diese Art der Unterbringung ist zwar nicht wünschenswert, aber leider für Flüchtlinge oft die Realität – in Sammelunterkünften, temporären Containeranlagen und Provisorien. Eine solche Einrichtung möchte niemand gerne vor der Haustür haben. Deshalb liegen diese „Wohnanlagen“ oft am Stadtrand – am „Rande der Gesellschaft“ in jeder Hinsicht. Der Landkreis Havelland vertritt einen völlig anderen, einen städtebaulichen Ansatz und setzt auf Integration der Flüchtlinge in städtische Quartiere.

Doch geht es um neue Flüchtlingsunterkünfte in gewachsenen Wohngebieten, sorgen sich deren Bewohner meist um die Sicherheit „ihres“ Viertels. Um derlei Ängste zu überwinden, entscheiden sich mittlerweile viele Kommunen für die ALHO Modulbauweise, die zeigt, dass eine schnelle, rationelle Bauweise mitnichten einen Mangel an Qualität und Ästhetik bedeutet. Dank der vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten der zeitgemäßen Architektur passen sich Modulgebäude dem jeweiligen Umfeld an und integrieren sich im Sinne des städtebaulichen „Einfügens“ harmonisch in das gewachsene Ortsbild. Dies sorgt von Beginn an für höhere Akzeptanz bei den Nachbarn und für ein menschenwürdigeres Wohnen für die Asylbewerber. Der hochwertige Modulbau trägt so mit dazu bei, dass ein soziales Miteinander im Alltag gelingen kann und die Bewältigung der schwierigen humanitären Aufgabe „Asyl-Wohnheim“ für Städte und Gemeinden eine Chance und kein Risiko bedeutet.

Landkreis Havelland setzt auf Integration

Immer mehr Städte und Gemeinden erkennen, dass es sich durchaus lohnt, in ein beständiges, nachhaltiges und menschenwürdiges Konzept zu investieren. Die ALHO Modulbauweise stellt eine optimale Möglichkeit dar, innerhalb kürzester Zeit den finanzierbaren, hochwertigen neuen Wohnraum für eine langfristige Nutzung in gewachsenen Wohngebieten zu realisieren – wie in der Stadt Rathenow. „Dem Landkreis Havelland war es wichtig, das neue Asylbewerberwohnheim auf einem innerstädtischen Grundstück zu errichten, wo es architektonisch und gestalterisch die Vorgaben der Umgebungsbebauung aufnimmt und sich harmonisch in den Ortsteil einfügt“, erläutert Martin Felstow, Leiter des Amtes für Gebäude- und Immobilienmanagement (GIM) des Landkreises Havelland. „Als dauerhafte Lösung sind ALHO Modulbauten in Qualität und Werthaltigkeit dem Massivbau gleichwertig, aber in einer erheblich kürzeren Bauzeit zu realisieren. Das hat uns überzeugt. Zuvor hatten wir noch keine Erfahrung mit Gebäuden in Modulbauweise, doch die Zusammenarbeit mit der Firma ALHO war von Beginn an konstruktiv und die Bauarbeiten verliefen präzise und termingerecht nach Bauablaufplan.“

Die Investition in einen langlebigen, flexiblen Neubau macht sich vor allem aber auch durch dessen Anschlussnutzung bezahlt. Denn sollte der Flüchtlingsstrom abebben oder die Menschen sogar wieder in ihre Heimatländer zurückkehren, können ALHO Modulbauten ohne Probleme zweitgenutzt werden, erweitert, umgebaut, rückgebaut oder an einen anderen Standort versetzt werden.

Alles aus einer Hand

Nach gewonnener Ausschreibung auf Grundlage der Landesbauordnung Brandenburg beauftragte der Landkreis Havelland die ALHO Systembau GmbH. Als Generalübernehmer zeichnete ALHO für Entwurf, Planung, Organisation und natürlich die Realisierung inklusive Fundamentierung und Bau der Außenanlagen des dreigeschossigen Gebäuderiegels mit 1.130 m² Nettofläche für insgesamt 86 Bewohner verantwortlich. Zwischen der Beauftragung am 02.05.2014 und der Übergabe am 22.12.2014 liegen gerade einmal acht Monate. Davon entfallen nur 12 Wochen auf die Bauzeit vor Ort.

Der Neubau ersetzt einen abgebrochenen Wohnriegel und passt sich mit seiner hellen Putzfassade, dem mit Bossierungen versehenen Sockelgeschoss und dem flachen Dach dem städtebaulichen Kontext des Gebietes perfekt an. Aufgelockert wird die Fassade durch in einem frischen Lindgrün abgesetzte Putzfaschen neben den Fensteröffnungen. Auf drei Etagen konnten die Planer alle Raumzonen unterbringen, die für das kommunikative Miteinander und ein dennoch privates Wohnen der Asylbewerber benötigt werden. Der 44 Meter lange Gebäuderiegel wird zentral erschlossen. Im Erdgeschoss sind hauptsächlich gemeinsam genutzte Bereiche wie Aufenthaltsraum, Hausaufgabenraum, Spielzimmer und Wasch-/Trockenraum angeordnet, und nur einige wenige Wohnräume mit dazugehörender Küche und den sanitären Anlagen. Hier befindet sich auch der Verwaltungsbereich mit Büros für Heimleitung, Sozialarbeiter, Hausmeister und Wachschutz sowie ein Krankenzimmer.

Die beiden identisch angelegten Obergeschosse beherbergen Wohnräume für 2 bis 3 Personen, gemeinschaftlich genutzte Küchen und Sanitäranlagen – alle hell, freundlich und funktional gestaltet.

Sicherheit wird großgeschrieben

Brandschutz steht bei Flüchtlingswohnheimen besonders im Fokus. Die Modulbauweise erfüllt alle Anforderungen der DIN 4102 – es werden Feuerwiderstandsklassen zwischen F30 und F120 erreicht und diese Ergebnisse durch kontinuierlich stattfindende Brandversuche sowie Brandschutzgutachten renommierter Institute immer wieder belegt. In Havelland erfasst eine flächendeckende Brandmeldeanlage jedes einzelne Zimmer. Zusätzliche bauliche Rettungswege mit Fluchttreppenhäusern an den Giebelseiten erfüllen die Anforderungen des Brandschutzkonzeptes.
Ein entsprechender Betreuungsaufwand durch Sozialarbeiter ist in Rathenow zudem darauf ausgelegt, das gemeinsame Leben der 86 Asylbewerber aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt sicher und geborgen zu gestalten. Der Wachschutz mit Kameraüberwachung ist rund um die Uhr besetzt.

Qualität „Made in Germany“ – nicht nur bauphysikalisch top

Durch das systembedingte zweischalige Wand- und Deckensystem verfügen Modulgebäude über einen sehr guten Schallschutz. Die positiven Eigenschaften der eingesetzten Leichtbaukonstruktionen kommen auch beim Wärmeschutz zum Tragen und ermöglichen bei schlanken Bauteilquerschnitten hoch wärmedämmende Konstruktionen. Die im Havelland eingesetzte, noch verstärkte Bauteildämmung mit 16 Zentimeter starkem Wärmedämmverbundsystem, die moderne Gasbrennwerttherme für die Gebäudeheizung und eine 15 Quadratmeter große Solarthermie-Anlage auf dem Dach zur Brauchwasserunterstützung bildet zusammen ein energetisch hocheffizientes System, das geringe Verbrauchswerte und somit niedrige Betriebskosten verspricht.

Die einzelnen Raumelemente werden in der ALHO-Raumfabrik in Morsbach vorgefertigt und sind 100 % „Made in Germany. Und nicht nur das: An seinen Einsatzorten legt ALHO großen Wert darauf, für Erdarbeiten, Fundamenterstellung, Dachdeckung, Gerüstbau oder Malerarbeiten – kurz für alle Folgegewerke – vorrangig Unternehmen aus der jeweiligen Region zu beauftragen. So auch hier in Havelland. Es werden keine Bautrupps aus aller Herren Länder auf die Baustelle beordert, sondern mit greifbaren, verlässlichen Partnern aus der Umgebung gearbeitet – auch dies garantiert ein Stück weit Qualität aus Deutschland.

Weitere Informationen unter:
www.alho.com
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