Wird in Deutschland ein neues Wohngebiet erschlossen, so besteht die Straßenbefestigung anfangs oft nur aus einer losen Schotterdecke. Erst nach Fertigstellung der Hochbauten kommt es dann zum Endausbau der Straße. Mit dieser Baureihenfolge versuchen die Verantwortlichen sicherzustellen, dass Fahrbahn und Gehwege nicht durch schwere Baufahrzeuge, während der Hochbauphase verformt werden. Die Folge: Bewohner von Neubausiedlungen müssen in den ersten Jahren mit viel Dreck und Staub leben. Die Stadt Wiesloch im nördlichen Baden-Württemberg fand nun einen Weg, wie man Neubaugebiete ohne ewige Schotterpisten erschließt und den Bewohnern Wohnqualität von Anfang an bietet.

Aktuellstes Neubaugebiet in der rund 27.000 Einwohner zählenden großen Kreisstadt, ist die Siedlung „Äußere Helde“. Hier wurde im Frühjahr 2025 der zweite Bauabschnitt erschlossen. Das Baugebiet erstreckt sich über eine Fläche von zirka 4,5 ha, auf der einmal 41 freistehende Einfamilienhäuser mit jeweils einer Wohneinheit und maximal zwei Geschossen errichtet werden sollen. Die Größe der meisten Grundstücke wird zwischen 525 und 850 Quadratmeter liegen. Weil die Stadt Wiesloch als Bauherr bereits im ersten Bauabschnitt vor ca. 18 Jahren gute Erfahrung mit der Pflasterbauweise gemacht hat, war es vorgesehen, dass auch die rund 3.000 m² zu befestigenden Flächen im 2. Bauabschnitt erneut gepflastert werden.

Hohe Wohnqualität von Anfang an

„Erklärtes Ziel der Planer war es außerdem, den Bewohnern dieses hochwertigen Neubaugebietes in exponierter Lage, von Anfang an eine hohe Wohnqualität zu bieten“, erläutert Mirco Büchler vom Planungsbüro Willaredt aus Sinsheim, das verantwortlich für die Planungen des Neubaugebietes war. „Um die Belästigungen der Anwohner durch Staub und Schlamm möglichst gering zu halten, sollte die Straße bereits dann befestigt sein, wenn das erste Haus bezogen ist. Weil zu diesem Zeitpunkt die Hochbaumaßnahmen jedoch noch nicht abgeschlossen sein werden und das Gebiet von schweren Baufahrzeugen befahren wird, kam für die Befestigung nur ein Belag in Frage, der diesen Belastungen gewachsen ist“ so Büchler. „Außerdem haben wir es hier mit reichlich Gefälle und kurvigen Verläufen zu tun, was zu einer besonderen Belastung der Flächen beiträgt.“

Hohe Anforderungen an die Flächenbefestigung

Gesucht war ein moderner Betonpflasterbelag, der neben den funktionalen Anforderungen an die Belastbarkeit, auch dem Anspruch an die hohe Wohnqualität der Siedlung gerecht wird. Die verkehrsberuhigten Straßen sollten auch optische Akzente setzten und sich von selbst erklären. Dabei muss die Oberfläche so beschaffen sein, dass sich auch Fußgänger und spielende Kinder sicher darauf bewegen können. Aber noch eine weitere Anforderung spielte für die Planer eine wichtige Rolle: „Gesucht war ebenso ein möglichst wartungsfreier Pflasterbelag, der leicht zu reinigen ist und bei dem sich der Bewuchs in den Fugen in Grenzen hält“, so Büchler.

Pflastersystem CombiConnect mit Fuge aus EPDM

Aus diesem Grund fiel die Wahl auf das Pflastersystem CombiConnect des Betonsteinherstellers Pfenning aus Lampertheim. Es verfügt über einen werkseitig fixierten Fugenfüllstoff aus dem Material EPDM und garantiert somit systembedingt stets eine normgerechte Fuge. Schäden, die auf eine nicht lagerungsdichte Fuge zurückzuführen sind, sollen damit auch auf lange Sicht vermieden werden.

Das Pflastersystem CombiConnect bietet aber noch einen weiteren großen Vorteil: Weil die Verfugung weder mit Sand noch mit Splitt, sondern mit dem Hochleistungsfugenfüllstoff EPDM (Ethylen- Propylen-Dien-Kautschuk) erfolgt, ist die Fuge völlig wartungsfrei. Mirco Büchler: „Hier kann kein Fugenmaterial ausgespült werden. Auch der Einsatz von Kehr-Saugmaschinen ist dabei völlig unbedenklich.

Der Belag lässt sich einfach und schnell verlegen – Fehlerquellen beim Einsanden werden vermieden. Ebenso für uns sehr wichtig: Die EPDM-Fuge sorgt für ein sehr gleichmäßiges Fugenbild.“ Ökologisch ist das Fugenmaterial EPDM unbedenklich und zudem sehr gut recycelbar. Auch zeichnet es sich durch hohe Verschleißfestigkeit aus, denn es ist absolut Frost- und Tausalzresistent sowie temperaturbeständig zwischen -50 und +145 Grad. Farblich setzten die Planer auf den Ton „Biedensand Grau“ eine wassergestrahlte hellgraue Oberfläche. Die Steine im Format 30 x 18 x 10 cm wurden im Ellbogenverband verlegt.

Erste Baufahrzeuge sind bereits über die Flächen gefahren – Verschiebungen im Straßenbelag sind bisher keine erkennbar. Mirco Büchler bemerkt abschließend: „Das Pilotprojekt scheint geglückt. Für uns sind ewige Schotterpisten in Neubaugebieten damit für immer tabu.“

Weitere Informationen unter:
www.beton-pfenning.de
KD2601015
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