Mainz ist nur ein Beispiel. Städte und Gemeinden in ganz Deutschland stehen vor der gleichen Herausforderung: Busse und Bahnen, die seit Jahrzehnten im Einsatz sind, stoßen technisch und wirtschaftlich an ihre Grenzen. „Nur mit neuen Fahrzeugen ist dauerhaft ein verlässlicher, sicherer und moderner Straßenbahnbetrieb weiter möglich“, betonen Jochen Erlhof und Florian Wiesemann aus der Geschäftsführung der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG).
Doch die notwendige Erneuerung hat ihren Preis. Allein die Beschaffung von 22 neuen Straßenbahnen in Mainz umfasst ein Investitionsvolumen von mehr als 100 Millionen Euro. Für ganz Deutschland bezifferte der Deutsche Städtetag die Kosten für den im Zuge der Mobilitätswende nötigen Ausbau des ÖPNV auf bis zu 60 Milliarden Euro bis 2031.
ÖPNV-Modernisierung? Unverzichtbar!
Gleichzeitig wächst der politische und gesellschaftliche Druck, den öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu machen. Mehr Kapazität, mehr Komfort, Barrierefreiheit, digitale Fahrgast- information und klimafreundlichere Mobilität sollen dazu beitragen, mehr Menschen dauerhaft vom Individualverkehr auf Bus und Bahn zu bringen.
Die Wahl der MVG fiel auf 22 neue Straßenbahnen des Typs ForCity Smart der Škoda Group, die zwischen 2028 und 2030 ausgeliefert werden. Die rund 43,5 Meter langen Fahrzeuge lösen die bis zu 40 Jahre alten Bahnen ab, die aktuell das Mainzer Straßenbahnnetz befahren. Die neuen Modelle bieten Platz für bis zu 258 Fahrgäste und werden den Nahverkehr in Mainz leistungsfähiger sowie komfortabler machen. Stufenlose Einstiege, Multifunktionsflächen, Klimatisierung, WLAN, Lademöglichkeiten und digitale Fahrgastanzeigen sollen zusätzliche Anreize schaffen, mehr Menschen dauerhaft für Bus und Bahn zu gewinnen.
Finanzierung mit langfristigem Horizont
Bei der Finanzierung der bislang größten ÖPNV-Investition der Stadt Mainz setzt die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt auf privatwirtschaftliche Finanzierungspartner, die öffentliche Fördermittel mit einer langfristigen Bankfinanzierung verbunden haben. Unter Führung der DAL Deutsche Anlagen-Leasing und der Deutsche Leasing Finance wurde ein Konsortialdarlehen über rund 100 Millionen Euro strukturiert und arrangiert. Die Finanzierung verbindet eine fünfjährige Bauzeit – mit einer 20-jährigren Endfinanzierung und deckt so die Entstehungs- und Nutzungsphase der Fahrzeuge in einem Modell ab. Gemeinsam mit der Helaba, der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz sowie der Rheinhessen Sparkasse entstand so eine Struktur, die Fördermittel, Mittelabrufe und langfristige Kapital- bindung aufeinander abstimmt. Für die Stadt schafft das Planungs- und Zinssicherheit, ohne nach Auslieferung der Fahrzeuge eine Anschlussfinanzierung organisieren zu müssen.
„Wir freuen uns ganz besonders“, sagt Andreas Geue, Vorsitzender der Geschäftsführer der DAL Deutsche Anlagen-Leasing, „dass wir hier an unserem Unternehmenssitz in Mainz gemeinsam mit einem regional ansässigen Bankenkonsortium unter der Führung der DAL/Deutsche Leasing Finance einen Beitrag zur Mobilitätswende leisten können. Gerade im öffentlichen Personennahverkehr sind lange Laufzeiten, planbare Konditionen und tragfähige Belastungen entscheidend für den Erfolg der notwendigen Modernisierung.“
Autor: Gerald Wiencke, Head of Transport & Logistics bei der DAL Deutsche Anlagen-Leasing GmbH & Co KG
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