Gerichte ordnen in immer mehr Kommunen Fahrverbote für Dieselfahrzeuge an. Damit rückt Elektromobilität noch stärker in den Fokus der Öffentlichkeit. Bei den Verkehrskonzepten der Zukunft nehmen Städte und Gemeinden eine Vorbildfunktion ein. Zur Umstellung kommunaler Fahrzeugflotten und der Bedeutung des E-Transporters StreetScooter sprach Kommunal Direkt mit Professor Dr. Achim Kampker, CEO der StreetScooter GmbH.

Kommunal Direkt: Kommunen stecken in der Zwickmühle zwischen der Pflicht zur Einhaltung der Schadstoffgrenzwerte und dem wichtigen Standortfaktor Mobilität. Ein unlösbarer Gegensatz?
Dr. Achim Kampker: Das glaube ich nicht. Es gibt Instrumente, die Luftqualität Schritt für Schritt zu verbessern, und eine Option ist die E-Mobilität. Hier kann gerade die öffentliche Hand eine Vorbildfunktion einnehmen. Wenn der Handwerker vor Ort, der Zustelldienstleister oder der Bäcker sieht „Aha, bei der Kommune ist ein Fahrzeug mit elektrischem Antrieb im Einsatz“, dann ist er auch eher bereit, selbst bei der nächsten Anschaffung über eine Alternative zum Verbrennungsmotor nachzudenken.

Kommunal Direkt: Auf der IAA Nutzfahrzeuge präsentierten Sie in diesem Jahr zwei neue Serienmodelle. Wohin entwickelt sich die StreetScooter-Familie?
Dr. Achim Kampker: Mit dem WORK XL und dem WORK L Cool setzen wir konsequent unsere Produktphilosophie um: Wir sehen unseren StreetScooter als Werkzeug, das die Prozesse unserer Kunden verbessert. Und das passgenau für unterschiedliche Unternehmen in unterschiedlichen Branchen.

Der WORK XL mit seinem – gegenüber den Modellen WORK und WORK L – nochmals deutlich gesteigerten Ladevolumen erweitert unser Nutzenspektrum ganz erheblich. Ebenso der zukünftig in Serie gehende WORK L Cool. Unsere Modellpalette auf der IAA zeigte beispielhaft die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten: als Kommunenfahrzeug, als Kühltransporter oder als Wartungs- und Monteursausbau. Übrigens: Auf der Messe konnten Sie noch an 25 weiteren Stellen unsere StreetScooter bei Partnerunternehmen sehen. Das macht uns stolz, und diesen Weg wollen wir auch in Zukunft gehen – das passende Werkzeug für die Prozesse unserer Kunden entwickeln.

Kommunal Direkt: Elektroautos gelten als teuer. Rechnet sich die Anschaffung für Städte und Gemeinden?
Dr. Achim Kampker: Ganz klar ja. Der Street­Scooter ergibt nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch Sinn. Anfallende Kosten für Wartung und Verschleiß liegen deutlich unter den Kosten bei vergleichbaren Diesel-Nutzfahrzeugen. Wir setzen beim Street­Scooter auf eine durchgefärbte Kunststoffkarosserie: Kratzer sieht man nicht gleich und es kann auch nichts rosten. Durch die Modulbauweise lassen sich Einzelteile rasch und günstig auswechseln. Elektrofahrzeuge sind für zehn Jahre von Steuerzahlungen befreit, die Verbrauchskosten sind bis zu 50 Prozent niedriger.

Damit ist der StreetScooter über seinen Nutzungszeitraum gerechnet unterm Strich günstiger als das Dieselfahrzeug. ­Außerdem gibt es gerade für Kommunen attraktive Förderprogramme, die helfen, bei den Anschaffungskosten zu sparen.

Kommunal Direkt: Wie sieht Ihre Vision vom künftigen städtischen Liefer- und Individualverkehr aus?
Dr. Achim Kampker: Menschen und Güter werden weltweit immer mobiler, aber gleichzeitig wollen wir klima- und ressourcenschonend agieren. Gerade in Städten geht es um die zentralen Herausforderungen Schadstoffbelastungen, Staus, Unfälle und Lärm. Autonomes Fahren, Digitalisierung und Vernetzung des Straßenverkehrs sind deshalb unsere Innovationsthemen. Und natürlich die Umstellung auf Elektromobilität – dies eröffnet uns Optionen für einen nachhaltigen, wirtschaftlichen und attraktiven Straßenverkehr der Zukunft.

Vor allem beim Thema Nachhaltigkeit wünsche ich mir, dass dies schneller umgesetzt wird. Ich habe vier Kinder – und denen möchte ich später sagen können, dass ich zumindest alles versucht habe, damit sie und auch ihre Kinder noch ein gutes Leben auf der Erde führen können.

Weitere Informationen unter:
www.streetscooter.eu
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