Der Sanierungs- und Investitionsstau bei Dresdens Schulen ist groß. Viele Bildungsgebäude sind technisch wie wirtschaftlich unzeitgemäß. Es fehlt sowohl Platz als auch eine adäquate Ausstattung, um modernen Unterricht zu ermöglichen. Mehr als eine Milliarde Euro plant die sächsische Landeshauptstadt darum in den kommenden Jahren für Neubauten und Sanierungen im Bildungssektor zu investieren. Damit die Schülerinnen und Schüler für die Zeit der Baumaßnahmen möglichst ungestört und unbehelligt lernen können, ziehen sie während der Bauzeit in sogenannte „Bauauslagerungsstandorte“ um. Ein solcher zentraler „Auslagerungsstandort“ ist der modulare Neubau, der seit Sommer 2018 eine am Dresdner Terrassenufer gelegene ehemalige Grundschule erweitert.

Seit dem Schuljahr 2018/2019 ist Dresdens erste Modulbauschule in Betrieb. ALHO agierte bei dem dreigeschossigen, hochwertigen Neubau als Investor und vermietet ihn in den kommenden 10 Jahren an die Stadt. Erster Nutzer ist das Gymnasium Dresden-Plauen, dessen Stammhaus derzeit saniert und erweitert wird.

Der rund 3.000 qm Bruttogrundfläche umfassende dreigeschossige Baukörper ist trotz seiner Funktion als Interimsschule ein auf Dauernutzung hin konzipiertes, hochmodernes Modulgebäude. Die ALHO Modulbauweise ist solide wie „Stein auf Stein“ – allerdings mit einem entscheidenden Vorteil: Mit ihr lassen sich Gebäude wesentlich schneller und flexibler realisieren als in konventioneller Bauweise. Deshalb ist sie geradezu prädestiniert, um schnell und termingerecht akute Nutzungsbedarfe – wie hier in Dresden – zu erfüllen.

Auch in Bezug auf Schallschutz, Brandschutz und Dämmung entspricht das Modulgebäude dem Standard eines hochwertigen Schulneubaus. Und da nur gesundheitlich unbedenkliche Materialien zum Einsatz kommen, warten seine Innenräume mit einem gesunden Raumklima auf – auch das ist ein wichtiger Aspekt für Bauten, in denen Schüler und Lehrer lange Zeiten des Tages hochkonzentriert verbringen.

Architekten und Systemhersteller ergänzen sich

Das Schulgebäude am Terrassenufer entstand nach Plänen des Dresdner Architekturbüros F29. Von den Experten der ALHO Planungsabteilung wurde der Entwurf nach der Baugenehmigungsphase in einzelne Module „zerlegt“ und der Modulbauweise insgesamt angepasst. Systemgutachten, Typenstatiken und bewährte Standard-Details vereinfachten den weiteren Planungs- und Genehmigungsprozess. Die anschließende industrielle Fertigung der 108 Module verkürzte die Bauzeit der Schule jedoch um bis zu 70 Prozent.

108 Module in 18 Tagen montiert

Die Enge des Baufelds zwischen dem Hotel Terrassenufer und dem Schulbestandsgebäude sowie die Lage am Elbeufer stellte in mehrerlei Hinsicht eine Herausforderung für die Planer dar: So musste das Gebäude aufgrund der steten Hochwassergefahr im Überschwemmungsgebiet der Elbe auf ein aufwendiges Gründungsbauwerk als durchlässige Aufständerung aufgesetzt werden. Im Notfall kann Wasser nun unter dem Bauwerk hindurchfließen.

108 im Werk vorgefertigte Module wurden in nur 18 Tagen vor Ort zu einem dreigeschossigen Bauwerk montiert. Mit Modulabmessungen von 3,65 Metern Höhe und bis zu 10 Metern Länge waren die Logistiker von ALHO besonders gefordert, damit ein reibungsloser Baustellen- ablauf gewährleistet war. So war beispielsweise der Kran, mit dessen Hilfe die Module in Millimeterarbeit aufeinander geschichtet wurden, der höchste, der bislang auf einer ALHO Baustelle eingesetzt wurde. Dies machte bereits im Vorfeld eine besonders präzise Baustellenplanung erforderlich.

Letztendlich aber ging alles sehr schnell und reibungslos vonstatten, denn parallele Arbeitsabläufe sorgten für hohe Effektivität: Noch während die letzten Module im Werk gefertigt wurden, begann bereits die Montage der ersten Module auf der Baustelle und während die letzten Module montiert wurden, begann bereits der Innenausbau der schon montierten Module.

Ansprechendes Äußeres mit inneren Werten

Auch die Innenräume der Schule überzeugen: Als Zweispänner konzeptioniert, beherbergt der schlanke 55 Meter lange Gebäuderiegel entlang des mittig angelegten Flurs insgesamt 13 lichtdurchflutete Klassenzimmer. Ein Klassenraum setzt sich dabei aus bis zu vier Modulen zusammen, die großzügigen Platz für eine gute Lernatmosphäre sorgen. Ergänzt wird das Raumangebot durch neun modern ausgestattete Fachkabinette für den Biologie, Chemie, Physik sowie Kunst- und Musikunterricht – inklusive der dazu gehörenden Bereiche für die Vorbereitung, einem Lehrerzimmer und einem Mehrzweckraum.

Sanitärzonen befinden sich auf allen drei Etagen. Alle Räume sind mit hochwertigem Markeninventar möbliert und die Experimentalräume bzw. Arbeitsplätze mit Digestoren und moderner Schutztechnik ausgestattet. Die Schule ist barrierefrei über eine Rampe an der Südseite des Gebäudes erschlossen und verfügt über Treppenhäuser an jeder Stirnseite.

Sehr gelungen ist die Gestaltung der anthrazitgrauen Putzfassade, die im Bereich der Fensterbrüstungen und der Flachdachattika mit weißen Bändern abgesetzt ist. Eine Pusteblumen-Malerei lockert die Flächen gestalterisch auf. Im Bereich der Sanitärfenster dient sie als Sichtschutz und setzt sich als Leitmotiv auch auf weiteren Fenstern und Glastüren fort.

Weitere Informationen unter:
www.alho.com
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