Im Frühjahr verkündete E.ON seine Kooperation mit dem Kleinwindanlagen-Start-up b.ventus. Die 49 Meter hohe Windkraftanlage von b.ventus ist mit ihrer Leistung von 250 kW speziell dafür konzipiert, den Strombedarf in energieintensiven Betrieben zu decken. Vier Monate später ziehen die beiden Partner eine erste Bilanz. Julia Arco-Valley, Gründerin von b.ventus, und Matthias Wendel, Vertriebsleiter bei E.ON, im Interview.

Herr Wendel, Hand aufs Herz: Lohnt sich die Kooperation für E.ON?
Absolut! Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass die Windenergie auch für Kommunen und Unternehmen eine wichtige Rolle für die Energiezukunft spielen wird. Das Feedback aus dem Markt stützt diese These: Die Kleinwindanlage stößt auf großes Interesse, vor allem von Seiten kommunaler Einrichtungen, aber auch Landwirten und Unternehmern. Das zeigt uns, dass die Anlage von b.ventus genau die richtigen Bedürfnisse in Sachen Nachhaltigkeit, aber auch Wirtschaftlichkeit abdeckt. Und das wollen wir: Lösungen anbieten, die unsere Kunden wirklich weiterbringen. Daher haben wir unsere Kooperation sogar noch vertieft. Seit kurzem vertreiben wir die Kleinwindanlage in vielen Regionen Deutschlands exklusiv.

Und wie beurteilen Sie die Kooperation, Frau Arco-Valley?
Für uns als Start-up ist es sehr wichtig, starke Partner an unserer Seite zu haben. Nach Leitwind, die die Anlagen für uns produzieren und ein Garant für hohe Qualitätsstandards sind, steht uns jetzt mit E.ON ein absoluter Energieprofi zur Seite, der die Bedürfnisse der Kunden kennt und für zuverlässigen und ausgezeichneten Service steht. So sind wir bestens dafür aufgestellt, unsere effiziente Lösung, die wir konsequent vom Bedarf in deutschen Kommunen und Unternehmen her gedacht haben und in der sehr viel Herzblut steckt, voranzubringen.

Im März wurde die allererste b.ventus-Anlage in einem landwirtschaftlichen Betrieb in Steinfeld installiert. Auch hier würde uns die Bilanz interessieren: Wie macht sich die Kleinwindanlage im realen Einsatz?
Julia Arco-Valley: (lacht) Natürlich sehr gut! Aber ganz im Ernst: Die Anlage erfüllt unsere Erwartungen und die ihres neuen Besitzers in vollem Umfang. Sie läuft bei niedrigen Windgeschwindigkeiten sehr schnell an und deckt zuverlässig 60 Prozent des Eigenbedarfs des Betriebs. Tatsächlich sieht es sogar so aus, als ob wir die Leistungsdaten noch nach oben korrigieren können. Das würde auch bedeuten, dass sich die Anlage sogar noch schneller amortisiert. Im Moment rechnen wir je nach Windstärken mit sechs bis zehn Jahren.

Verraten Sie uns noch etwas über die nächsten Kleinwind-Projekte? Sie hatten ja die Initiative 49 x 49 ausgerufen.
Matthias Wendel: Das Ziel, bis Ende 2020 in Deutschland 49 Kleinwindanlagen installiert zu haben, steht nach wie vor. Wir haben bundesweit zahlreiche Projekte, die wir gerade angehen, bei mehreren läuft bereits die individuelle Windmessung.
Julia Arco-Valley: Bei einigen sind wir auch schon dabei, die notwendigen Baugenehmigungen einzuholen, beispielsweise auch bei drei Kommunalbetrieben – Wasserwerke und Kläranlagen. Mit der ersten Inbetriebnahme aus diesen Projekten rechnen wir Anfang 2020.

Weitere Informationen unter:
www.eon.de/kleinwindanlagen
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