Der Bergisch-Rheinische Wasserverband (BRW) gehört zu den 10 großen Wasserverbänden in Nordrhein-Westfalen und mit seinen 22 Klärwerken ist er unter anderem für die Reinigung von ca. 55 Millionen Kubikmeter Abwasser zuständig. Dieses Abwasser kommt aus den angeschlossenen Haushalten von über 500.000 Einwohnern sowie Industrie und Gewerbebetrieben im Verbandsgebiet.

Neben einer stetigen Verbesserung der Reinigungsqualität verfolgt der Verband bei all seinen Abwasserreinigungsanlagen das Ziel einer äußerst wirtschaftlichen Betriebsweise. Erreicht wird dies zum einen durch kontinuierliche technische Anpassungen und Optimierungen, aber auch über die Nutzung regenerativer Energie, wie zum Beispiel Klärgas, welches bei der anaeroben Schlammbehandlung anfällt.

Neubau der Faulschlammentwässerung mit zugehöriger Zentratwasservorbehandlung auf dem Klärwerk Monheim

Den Faulschlamm seiner Klärwerke Monheim und Hilden hat der BRW in der Vergangenheit über Druckleitungen zur Zentralen Entwässerungsstation Langenfeld (ZELa) gepumpt, welche 1981 nach dem Bau eines Überleitungskanals zum Klärwerk Monheim, am Standort des ehemaligen Klärwerks Langenfeld in Betrieb ging. Zwei kleinere Klärwerke, Hochdahl und Gräfrath, lieferten ihren Faulschlamm mittels Fasswagen an.

Auf der ZELa wurde der Schlamm dann lange Zeit mittels Kammerfilterpressen entwässert und das Zentratwasser floss zusammen mit dem Abwasser der Stadt Langenfeld zum Klärwerk Monheim. Nach über 30 Betriebsjahren war nun eine Erneuerung der Maschinentechnik für die Schlammentwässerung unabdingbar. Aus betrieblichen, insbesondere aber wirtschaftlichen Gründen, entschied sich der BRW zur Aufgabe des Standortes Langenfeld und zum Bau einer neuen Schlammentwässerung auf dem Klärwerk Monheim, im Rahmen dessen gleichzeitig auch eine Zentratwasservorbehandlungsanlage errichtet wurde.

Wirtschaftlichkeit war bei den Entwässerungszentrifugen der ausschlaggebende Entscheidungsfaktor

Über zwei Dekantierzentrifugen des Herstellers HILLER der Baugröße DP574 werden heute etwa 50 m³ Nassschlamm pro Stunde entwässert. Diese Zentrifugen erreichen nicht nur einen hohen Trockensubstanzgehalt von über 28% sondern auch einen sehr guten Abscheidegrad. Der Faulschlamm ist nach der Entwässerung „stichfest“, kann aber trotzdem gut in einem Vorratssilo zwischengespeichert werden, ehe er per LKW zur thermischen Entsorgung gelangt.

Innovative Zentratwasservorbehandlung über anaerobe Deammonifikation

Auch bei der Zentratwasserbehandlung entschied sich der Bergisch-Rheinische Wasserverband für eine innovative Technik, der sogenannten anaeroben Deammonifikation, mit der eine deutliche Reduzierung des Stickstoffgehaltes im Zentrat erreicht wird. Dieses Verfahren eignet sich insbesondere für Abwasser mit höheren Stickstoffkonzentrationen, wie z.B. beim Zentrat aus der Faulschlammentwässerung gegenüber der konventionellen Nitrifikation/Denitrifikation.

All diese Neuerungen helfen dem BRW, seine Ziele im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit zu erreichen. Mit der Zusammenarbeit und Durchführung des Projekts seitens der HILLER GmbH war der Bergisch- Rheinische Wasserverband mehr als zufrieden.

Weitere Informationen unter:
www.hillerzentri.de
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