Um den Verkehr an Knotenpunkten flüssig laufen zu lassen, setzen Straßenplaner als Alternative zu lichtsignalgesteuerten Anlagen gerne auf den Bau so genannter Kreisverkehrsplätze. Diese weisen in der Regel eine hohe Durchlassgeschwindigkeit auf und bieten gleichzeitig aufgrund der niedrigen Geschwindigkeit der durchfahrenden Fahrzeuge und auch durch die bessere Übersichtlichkeit eine höhere Verkehrssicherheit. Bei Kreisverkehren mit besonders hohem Verkehrsaufkommen bilden Planer heute mit Hilfe so genannter Bypässe abgetrennte Spuren aus, mit deren Hilfe der Verkehr besonders gezielt und schnell um den dann so genannten Turbo-Kreisel geleitet wird. Ein ganz besonderer Turbo-Kreisel wurde nun in Kaiserslautern zur verkehrlichen Anbindung an ein neu entstehendes US-Militärkrankenhaus errichtet.

Rhine Ordnance Barracks Medical Center Replacement (ROB MCR) – so lautet die offizielle Bezeichnung der neuen US-Klinik, die das 1953 gebaute Landstuhl Regional Medical Center sowie die Ramstein Air Base Clinic ab Ende 2023 ersetzen soll. Mit einer Gesamtgebäudefläche von 190.000 m², 4.680 Räumen und 9 Operationssälen wird es das größte US-Militärhospital außerhalb der Vereinigten Staaten sein. Aufgrund der großen Bedeutung dieser Einrichtung für die Region und der Nähe zur Airbase Ramstein war die verkehrliche Anbindung der Klinik von vorne herein ein wichtiger Planungsbestandteil für die Verantwortlichen.

Andreas Herrmann vom Landesbetrieb Mobilität Kaiserslautern erläutert die Maßnahme: „Der Verkehr wird über die Landesstraße L369 in Richtung des US-Geländes geführt und soll über einen Kreisverkehrsplatz gebündelt werden, der die Fahrzeuge auch zum Checkpoint für Armee und Luftwaffe verteilt. Da hier künftig mit einem Verkehrsaufkommen von über 20.000 Fahrzeugen pro Tag zu rechnen ist, haben wir den Kreisel als partiell zweistreifigen Kreisverkehr mit Spiralform als Turbo-Kreisverkehr mit drei Bypässen ausgebildet“, so Herrmann.

Turbo-Kreisverkehr mit drei Bypässen

Um einfahrenden Fahrzeugen ausreichende Sichtfelder für die Ein- und Ausfahrsituation zu gewähren, beträgt der größte Außendurchmesser dabei 65 Meter. Die geplanten Fahrspuren der Kreisfahrbahnen wurden unter Beachtung der erforderlichen Schleppkurven in einer Breite von 4,50 Metern ausgeführt. Zusätzlich erfolgte eine 1,0 Meter breite bauliche Mitteltrennung zur Vermeidung von unzulässigen Spurwechselvorgängen. Die geplanten Ein- und Ausfädelungsstreifen der erforderlichen Bypässe an die Kreisverkehrsanlage erhielten eine Fahrbahnbreite von 3,50 Metern zuzüglich eines 0,50 Meter breiten Randstreifens.

Bordstein-Klebetechnik erleichtert den Einbau der Bordsteine

Wie aber wurde die Maßnahme umgesetzt? Hierzu Andreas Herrmann: „Weil dieser große Kreisverkehrsplatz unter laufendem Verkehr gebaut wurde, haben wir uns dazu entschieden, sämtliche Bordsteine, die hier als Randbegrenzungen zum Einsatz kamen aufzukleben statt diese konventionell einzubauen.“

Die Bauweise der Klebetechnik machte vor allem auch bei der Anlage der Mitteltrennungen Sinn, da hier einfach die Flachbordsteine FB 30 x 25 auf die fertige Fahrbahn geklebt werden konnten. Geliefert wurden die Bordsteine aus dem Betonsteinwerk Meudt aus Wallmerod, das die Steine durch Absägen bereits werkseitig auf eine exakt gleiche Höhe von 16 cm brachte. In einem Dünnbettklebeverfahren wurde 2-K-Kunststoff auf dem mit Wasserhochdruck gereinigten Asphalt aufgebracht und die Bordsteine mit der geschnittenen Seite verklebt.

Geringer Schneideaufwand spart Zeit beim Aufkleben der Bordsteine

Andreas Herrmann erläutert die Vorteile: „Auf den gering porigen glatten Flächen hält die Verklebung besonders gut. Außerdem werden fertigungsbedingte Höhenschwankungen eliminiert und damit die Steine für die Verklebung kalibriert. Maßtoleranzen sind so nahezu ausgeschlossen. Ein weiterer Vorteil ist der trotz der vielen zu realisierenden Bypässe, Fahrbahnteiler und Fahrbahneinfassungen geringe Schneideaufwand. Er resultiert aus den zahlreichen Radien und Formsteinen, die das Sortiment aus dem Hause Meudt umfasst, ermöglicht ein sauberes Arbeiten und spart letztendlich beim Einbau viel Zeit“, erklärt Herrmann.

Gute Verkehrsleitwirkung dank Zebrastreifenoptik

Weil Gefahr besteht, dass die Borde immer wieder durch Schwerlastverkehr an- und überfahren werden, wurde hinter den Borden eine innenliegende Pflasterung aufgebracht, die ebenso auf den Asphalt geklebt wurde. Diese soll zur Dauerhaftigkeit und Standfes­tigkeit der Anlage unter den verkehrlichen Beanspruchungen beitragen.

Für eine gute Wahrnehmbarkeit sorgt die optische Gestaltung der aufgeklebten Flachbordsteine. Diese sind abwechselnd in Weiß und Grau gehalten und bieten damit eine gute Verkehrsleitwirkung – ähnlich wie ein Zebrastreifen. Die Entwässerung der Fahrbahnflächen erfolgt über Straßenabläufe in die geplanten Entwässerungsleitungen bzw. über geöffnete Bordanlagen in die unbefestigten Seitenbereiche.

Weitere Informationen unter:
www.meudt-betonsteinwerk.de
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