Wenn der Nachwuchs fehlt, bleibt der Sprungturm geschlossen

Auch in der Bäderbranche mangelt es an qualifizierten Fachkräften. Dabei hat dieser Personalmangel oft unschöne Folgen für den Bürger: geschlossener Sprungturm, gesperrtes Becken – im schlimmsten Fall bleibt sogar die gesamte Anlage geschlossen. „Der Fachkräftemangel ist eine gesellschaftliche Entwicklung und eine Herausforderung, der sich jede Branche stellen muss“, erklärt Eric Voß, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB). „Neue Konzepte und Ideen im Hinblick auf die Rekrutierung und Bindung von Personal sind gefragt.“

Vielseitiges Berufsbild

Das Badewesen kämpft vor allem mit dem schlechten Image des Ausbildungsberufs. Zu Unrecht, findet Voß. Er leitet den Arbeitskreis Aus- und Fortbildung der DGfdB. „Fachangestellte für Bäderbetriebe sind heute Generalisten. Sie sorgen für die Sicherheit der Badegäste, betreuen Kurse und Gruppen, erteilen Schwimmunterricht, sind „Erste-Hilfe-Manager” und notfalls sogar Lebensretter. Darüber hinaus überwachen sie die technischen Anlagen, machen Wasseranalysen, arbeiten mit Chemikalien und Gefahrstoffen und sorgen für Arbeitssicherheit und Umweltschutz.“

Projekt „Wir machen Schule!“

Die DGfdB hat bereits eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um den Bekanntheitsgrad des Berufs zu steigern. So startete im September 2017 bereits die 5. Staffel des Förderprojekts für Auszubildende „Wir machen Schule!“. Ziel ist es, aktuelles Wissen zu bäderspezifischen Themen, zum Beispiel neue Richtlinien und Trends, an die Berufsschulen zu bringen. In Zusammenarbeit mit den Schulen werden Themen festgelegt, und alle Schulen haben einmal im Jahr die Möglichkeit, sich auf ein Thema zu bewerben. Im Anschluss referieren Dozenten der DGfdB einen Tag lang kostenlos an den jeweiligen Schulen. Zusätzlich können Lehrer der Berufsschulen kostenlos an Fortbildungsveranstaltungen der DGfdB teilnehmen. „Mit dieser Maßnahme sichern wir auch die Qualität und die Aktualität des Wissens für den Nachwuchs“, so Voß.

Attraktivität steigern

Zur Förderung neuer Fachkräfte wird auf der interbad schon seit 2014 der Bundeswettbewerb im Beruf Fachangestellte/r für Bäderbetriebe ausgelobt. Dort werden die drei besten Absolventen ausgezeichnet, die in den zwei vorhergehenden Jahren die Abschlussprüfungen zum Fachangestellten für Bäderbetriebe erfolgreich bestanden haben.

Es ist geplant, dass sich die Fachtagung „Schwimmbadpersonal“ auf der interbad 2018 in verschiedenen Podien dem Thema, wie die Attraktivität des Berufsbilds gesteigert werden kann, widmen soll.
Die interbad, internationale Fachmesse für Schwimmbad, Sauna und Spa, bietet mit ihrer stimmigen Kombination aus Ausstellung, Kongress und umfangreichem Rahmenprogramm den idealen Rahmen zum fachlichen Austausch, Netzwerken und Erleben – von technischen Entwicklungen bis zu innovativen Trends für Pool, Sauna und Wellness. Die nächste interbad findet vom 23. bis 26. Oktober 2018 auf der Messe Stuttgart statt.

Weitere Informationen unter:
www.interbad.de
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