Sind 6 Ressourcen und 3 R’ s noch Standard?

Wir haben einen sozialen und emotionalen Bezug und erwarten aus diesem Grund einen differenzierten Umgang mit unserer nicht mehr modischen oder zwickenden Bekleidung. Denn von Bekleidung trennt man sich in der Regel nicht, weil sie kaputt ist, sondern eher, weil sie nicht mehr gefällt oder nicht mehr sitzt! Bekleidung und Textilien werden den unterschiedlichen Sammelsystemen zumeist zur Wiederverwendung zugeführt – denn entgegen anderen Stoffströmen, wie Glas oder Papier, erwartet man möglichst eine weitere Nutzung in der eigentlichen Zweckbestimmung.

Allerdings ist der Fokus seit einigen Jahren auch auf die Textilindustrie und die Hersteller gerichtet – eine Industrie, die als zweitschmutzigste nach der Ölindustrie gilt. Getrieben von der Optimierung und dem Profit werden immer mehr Textilien und Bekleidungsstücke hergestellt. In den letzten 15 Jahren hat sich der Konsum verdoppelt und die Lebensdauer halbiert! Man spricht von Fast Fashion und Hersteller bringen mittlerweile 27 Kollektionen p.a. in die Geschäfte.

Bekleidung kaufen ist in unserer Welt ein Happening und eine Befriedigung, im Gegensatz zu anderen Ländern, wo es ein Bedürfnis ist. 70% der Weltbevölkerung gebrauchen secondhand Bekleidung – ein Bedarf der aus Neuproduktionen niemals zu decken wäre! Gut erhaltene Gebrauchtkleidung ist ein weltweit gefragtes Handelsgut und dient Menschen mit geringem Budget, bekleidet zu sein. Und der Rest?

Produzenten denken darüber nach, wie sie zukünftig an den Rohstoff zur Herstellung ihrer Produkte kommen. Selbstverpflichtend die Produkte zurückzunehmen – denn nur durch den Recyclingprozess ist man langfristig in der Lage neue Produkte herzustellen – und dies bezieht sich nicht nur auf die Textilindustrie! Die Boer Gruppe arbeitet mit der Industrie in diversen Forschungsprojekten zum textilen Faserrecycling. Schon heute könnten neue Textilien aus alter Bekleidung hergestellt werden – aber noch ist es zu aufwendig.

Bei steigender Weltbevölkerung werden wir allerdings gezwungen sein umzudenken, da wir die begrenzten Anbauflächen und Ressourcen zur Ernährung der Welt benötigen. Unsere Existenz und alle Produkte basieren auf 6 Ressourcen: Wasser – Luft – Gas – Kohle – Öl und Mineralien. Diese sind alle endlich. Insofern gilt es Abfall als 7. Ressource zu erkennen, denn sie kann wieder und wieder genutzt werden. reduce – reuse – recycle – reknite!

Weitere Informationen unter:
www.fws.de
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