Vom Weiler bis zum Wiener Untergrund

In Sachen Umweltschutz und Erhaltung von Ressourcen wird die Abwasserentsorgung immer schwieriger: Ausgerechnet weil wir umweltschonend Wasser sparen, bekommen wir auf der Entsorgungsseite Probleme. Denn je weniger Wasser durch ein Rohr fließt, umso höher wird sein Feststoffgehalt. Zudem wird gerade im öffentlichen Bereich über das Abwasser nahezu alles entsorgt, was durch das Rohr passt. Darauf müssen die Pumpenanlagen ausgelegt sein, um die notwendige Betriebssicherheit zu gewährleisten.

Entsprechend breit hat Wilo das Programm der EMUport-Feststoff-Trennsysteme aufgestellt. Vom kleinen Weiler bis zum großen Stadtteil, selbst für anspruchsvolle Kläranlagen bietet es die technisch wie wirtschaftlich überzeugende Lösung. Ein Beispiel: das ausgefeilte Abwassermanagement im neu gebauten Wiener Hauptbahnhof.

Filmreifer Auftritt

Die Wiener Abwasserkanäle sind spätestens seit dem Kino-Klassiker „Der dritte Mann“ aus dem Jahr 1949 legendär. Doch diese Kulisse bietet nicht nur für die Länge eines Films Hochspannung. Die Herausforderungen beim Abwassermanagement der Metropole sind für die zuständigen Techniker ein täglicher Thriller. Im Mittelpunkt dieser Dramaturgie steht die Frage, wie Feststoffe im Abwasser abgeleitet werden können, ohne die Pumpen zu schädigen.

Schock: Feststoffe im Abwasser

Wo früher endlose Wassermassen die Hinterlassenschaften einfach wegspülten, sind nun präzise abgestimmte Abwasser-Pumpenanlagen erforderlich. Denn mal sind Abwässer mit stark wechselnden Konsistenzen (aufgrund entsprechender Regenereignisse und Überflutbecken) problemlos verdünnt abzuleiten, und ein paar Tage später muss die Anlage mit einem hohen Feststoffanteil klarkommen. Im kommunalen und öffentlichen Bereich wird das Abwassersystem außerdem gerne zur Müllentsorgung missbraucht. In einem Einkaufszentrum gab es beispielsweise schon mal den Fall, dass alte Schuhe in der Toilette hinuntergespült wurden, um die neuen gleich an behalten zu können. Der Fantasie sind also kaum Grenzen gesetzt, sich auszumalen, was mit dem Abwasser alles angeschwommen kommt – und von Pumpen weiterbefördert werden muss.

Dramatik: Betriebssicherheit

Spannend ist für Planer, Betreiber und Facility-Manager von Gebäuden deswegen eine Frage: Wie lassen sich Hebeanlagen angesichts der unkalkulierbaren Feststoffanteile im Abwasser sicher betreiben? Nach der Antwort suchten auch die Verantwortlichen des neuen Wiener Durchgangsbahnhofs im Herzen der österreichischen Hauptstadt. Denn hier pulsieren der Verkehr und das Leben rund um die Uhr, an jedem Tag des Jahres. Täglich halten mehr als 1.100 Züge am Wiener Hauptbahnhof.

Rund 145.000 Fahrgäste kommen jeden Tag hier an, fahren wieder ab, wechseln den Zug, verbringen ihre Wartezeit in den über 100 Gastronomie- und Einkaufslokalen. Nicht zu vergessen die vielen Tausend Besucher der Shopping Mall in den zwei Geschossen unter den Gleisen, für die eine Tiefgarage mit über 600 Stellplätzen für Pkw und über 1.000 Stellplätzen für Fahrräder offensteht. Jeder Ausfall einer Abwasserhebeanlage würde in diesem intensiv genutzten Komplex zu erheblichen Kosten führen: durch Betriebsausfall genauso wie durch die Reparatur.

Showdown: Feststoff-Trennsystem. Deswegen nutzten die Planer für die verschiedensten Aufgaben des Wassermanagements auf diesem Areal die Fachkompetenz von Wilo. Im Sanitärbereich wurden beispielsweise 21 Hebeanlagen der Baureihe EMUport FTS installiert. Die Betriebssicherheit gewährleistet bei diesen Anlagen ein von Wilo entwickeltes Trennsystem, das Feststoffe von der Pumpenhydraulik fernhält. Die Pumpe kommt mit den Feststoffen also erst gar nicht in Kontakt, was bei öffentlichen Anlagen die Betriebssicherheit „dramatisch“ erhöht.

Happy End: Wartung im laufenden Betrieb

Für den störungsfreien Betrieb ist bei aller konstruktiven Weitsicht aber eine regelmäßige Wartung der Hebeanlage genauso wichtig. Bei den Wilo-EMUport-Baureihen ist diese sogar besonders wirtschaftlich im laufenden Betrieb möglich. Durch zwei im Wechsel geschaltete Pumpen außen am Abwassersammeltank muss die Anlage für Wartungsarbeiten gar nicht mehr abgeschaltet werden. Über die hohe Betriebssicherheit freuen sich aber nicht nur Planer und Objektnutzer, sondern genauso der „Dritte Mann“– der Facility-Manager. Denn er muss bis zum Ende des Lebenszyklus eines Gebäudes dafür sorgen, dass der Abwassertransport funktioniert.

Weitere Informationen unter:
www.wilo.de
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