Bisher war die Schutzprüfung für PV-Anlagen ab 135 kW installierter Leistung gesetzlich vorgeschrieben. Durch das Solarpaket I des Bundesministeriums für Wirt­schaft und Klima­schutz haben sich die Anforderungen an den Netzanschluss und die entsprechenden Nachweise geändert. Die Prüfung von Schutzein­richtungen ist generell für alle Anlagen sinnvoll.

Durch das Solarpaket I entfällt für einige Anlagen die Anforderung, dass eine akkreditierte Prüfstelle eine Konformitäts­erklärung nach VDE-AR-N 4110 abgeben muss. Zudem benötigen neue Anlagen erst ab einer kumulierten installierten Leistung von 270 kW eine sogenannte übergeordnete Entkupplungs­schutzeinrichtung, die nachweispflichtig geprüft werden muss.

„Die Prüfung von Schutzeinrichtungen ist aber grundsätzlich für alle Anlagen empfehlens­wert, um einen zuverlässigen und sicheren Betrieb zu gewährleisten“, sagt Florian Schnitzlbaumer, Experte der Abteilung Elektro- und Gebäudetechnik der TÜV SÜD Industrie Service GmbH. Fehlerhafte elektrische Betriebsmittel können Kurzschlüsse im Netz auslösen und dadurch beispielsweise elektrische Anlagen beschädigen oder unter Umständen das öffentliche Stromnetz negativ beeinflussen. Andererseits können Störungen im öffentlichen Netz auch einen negativen Einfluss auf PV-Anlagen haben. Wenn Fehler auftreten, greifen die Schutzeinrichtungen ein und schützen das Netz bzw. die Anlagen.

Um die Wirksamkeit von Schutzeinrichtungen zu prüfen, simulieren die Expertinnen und Experten von TÜV SÜD mit einem Schutzrelaisprüfgerät mögliche Fehlerzustände. So lassen sich mehrere Schutzeinrichtungen in kurzer Zeit abarbeiten, wodurch Inbetriebnahmen von PV-Anlagen beschleunigt und Ausfallzeiten bei wiederkehrenden Prüfungen minimiert werden. Zudem ermöglichen die Prüfgeräte mit ihrer Software eine nachvollziehbare Dokumentation der Ergebnisse.

Schutzprüfungen sind nicht nur vor Inbetriebnahme einer Anlage vorgeschrieben, sondern müssen auch wiederkehrend durchgeführt werden. „Betreiber profitieren in mehrfacher Hinsicht von unseren Prüfungen“, betont Schnitzlbaumer. „Sie kommen ihrer Prüfpflicht nach, identifizieren Fehler an Betriebsmitteln, verbessern die Sicherheit und Verfügbarkeit ihrer Anlagen und leisten auch einen Beitrag für eine zuverlässige Stromversorgung.“

TÜV SÜD kann die Schutzprüfung der PV-Anlage bei Bedarf mit einer Prüfung der elektrischen Anlagen oder einer Kontrolle des Schutzkonzepts kombinieren. Das spart Zeit und Kosten.

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