Schätzungen zufolge gibt es heute weltweit bis zu 15.000 Einrichtungen, die im weitesten Sinne als Zoo gelten können. Professionell geführte Tiergärten bieten allerdings nicht nur Freizeitspaß, sondern sind zugleich wichtige Zentren für Artenschutz, Forschung und Umweltbildung. In Deutschland wetteifern mehr als 800 Zoos um die Gunst des Publikums, 51 davon sind wissenschaftlich geführte Tierparks. Diese leisten mit zertifizierten Anlagen und international anerkannten Zuchtprogrammen einen großen Beitrag zum Arten- und angewandten Tierschutz. Bei der Gestaltung naturnaher Gehege mit Beschäftigungs- und Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere spielt Edelstahl Rostfrei eine ebenso wichtige Rolle wie in den Besucherbereichen.
Zu artgerechter Haltung, Tierwohl und Erfüllung natürlicher Bedürfnisse der Tiere zählt neben abwechslungsreich gestalteten Terrains mit Rückzugsorten, Felsen und Wasserflächen auch eine spezifische Bepflanzung, um den natürlichen Lebensraum möglichst realitätsnah nachzubilden. Unauffällige Begrenzungen sorgen dabei für die nötige Sicherheit. Immer mehr Zoos verfolgen heute das Gestaltungsprinzip der sogenannten „Landscape Immersion“. Dieses Konzept lässt die Besucher in die Heimat der Tiere, also in Landschaften wie Dschungel, Savanne, Tundra oder Antarktis eintauchen.
In der Regel werden die Gehege hierfür nach geografischen oder systematischen Kriterien eingeteilt. Während bei der geografischen Anlagengestaltung Tiere der einzelnen Kontinente mit- oder nebeneinander gehalten werden, sind bei der systematischen Umsetzung gleiche Tierarten unterschiedlicher Kontinente miteinander untergebracht. Beide Lösungen erfordern einen Kompromiss, der den Besuchern den Blick auf möglichst viele Tiere erlaubt und den Tieren die Möglichkeit gibt, sich den Blicken zu entziehen. Gleichzeitig soll alles, was Mensch und Tier trennt oder für die Versorgung der Tiere unverzichtbar ist, zuverlässig funktionieren, aber für den Besucher weitestgehend unsichtbar sein. Dabei dürfen Zoobetreiber weder wissenschaftliche noch wirtschaftliche Aspekte außer Acht lassen.
Sicherheit und Komfort
Vor dem Hintergrund sicherheitstechnischer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit wird Edelstahl weltweit in Zoos als multifunktionaler Konstruktionswerkstoff eingesetzt. Großformatige Seilnetze aus den Edelstahlgüten 1.4301 oder 1.4401 gehören heute in vielen Zoos ebenso zur Standardausstattung wie Kletterstrukturen, Beckenverkleidungen, Schleusen zwischen den Gehegen, Tränken, Werkzeuge, Arbeitstische oder Lagerbehälter. Hinzu kommen klassische Anwendungen aus nichtrostendem Stahl wie Geländer, Handläufe, Sitzgelegenheiten und Spielgeräte in den Besucherbereichen.
Sie erfüllen hohe Anforderungen an mechanische Belastbarkeit, Oberflächenqualität und Langlebigkeit, sodass sie für Besucher aller Altersgruppen Aufenthaltskomfort und Unterhaltung bieten. Den Tieren ermöglichen die robusten Werkstoff- eigenschaften der Gehege große Bewegungsfreiheit sowie verletzungsfreies Klettern und Springen. Die materialtypischen Vorteile machen den Einsatz von Edelstahl trotz der höheren Anschaffungskosten zu einer langfristig wirtschaftlichen Investition.
Bedürfnisgerecht für Mensch und Tier
Großflächige Seilnetzsysteme aus Edelstahl haben sich weltweit als Standardlösung für Primaten- und Raubtiergehege etabliert. Beispielhaft dafür stehen die Zoos in Wuppertal, Leipzig, Ostrava, Sydney oder Singapur. In Wuppertal wird das Seilnetzsystem durch einen Kletterbaum aus Edelstahl ergänzt, sodass die Affen an den Ästen und am Seilnetz wie in freier Natur klettern können. Auf Größe und Gewicht der Tiere abgestimmte Maschenweiten und Seildurchmesser verleihen den Netzen auch bei großen Spannweiten die geforderte hohe Sicherheit. In Anlagen für Menschenaffen wie dem Leipziger Pongoland werden Seildurchmesser von bis zu 36 Millimetern mit Verbindungen aus Edelstahl eingesetzt, um den sehr kräftigen Tieren standzuhalten.
Raubkatzengehege mit Seilnetzen gibt es beispielsweise im Krefelder Zoo, im Thüringer Zoopark Erfurt sowie im San Diego Zoo (USA). Im Dreamworld Tiger Island an der Gold Coast in Queensland, Australien, ermöglicht ein Tigerlaufsteg aus Seilnetz den Besuchern einen spektakulären Blick auf die Tiere. Dachnetze unterbinden das Herausspringen, während seitliche Sicherungen verhindern, dass Besucher die Gehege betreten. Netze aus Edelstahl sind ungiftig und widerstehen auch starken mechanischen Einwirkungen wie Stößen oder Bissversuchen. Geschwärzte Edelstahlseile reduzieren zudem Reflexionen der Netzfläche und verbessern so die optische Integration der Umzäunung in die Umgebung.
Viele Zoos setzen Seilnetze aus nichtrostendem Stahl auch in Außengehegen von Pinguinen, für den Bau von Volieren sowie zum Schutz von Brutbereichen oder Futterstellen vor Wildvögeln ein. Neben den bereits genannten Zoos in Ostrava oder Sydney nutzen unter anderem der Luisenpark Mannheim, der London Zoo oder der Bronx Zoo in New York Volieren aus Edelstahldraht mit individuell angepassten Maschenweiten. Aus den flexibel formbaren Netzen entstehen naturnahe Flugräume für Greifvögel, Papageien oder Sittiche mit großflächigen Überdachungen und transparenten Seitenflächen.
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