Matthias Deppe ist bei der Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) ein alter Hase im Geschäft. Als es Mitte der Neunziger Jahre zur flächendeckenden Einführung der Biotonne kam, „bin ich mit dem Bio-Filterdeckel unterm Arm von Tür zu Tür gegangen“, erinnert sich Deppe an seine Zeit als junger Außendienstler.

Auftrag: den Bürgern die damals neue Biotonne in der Landeshauptstadt näherbringen. „Ich finde es schon wichtig, dass man Bürgern diesen Service anbietet“, sagt Deppe. Wenn Hannoveraner Horden von Maden und übelste Gerüche im Sommer befürchtet haben, konnte der Bio-Filterdeckel seinerzeit überzeugen und Ängste nehmen – „wir haben die Bürger mit ihren Befürchtungen als Entsorger sehr ernst genommen“.

Damals war der Bio-Filterdeckel Deppes Trumpf als Berater im Außendienst – vor allem auch bei Allergikern. „Auf die Pilzsporen in der Biotonne wurde ich oft angesprochen“, erinnert sich Deppe. Allergiker konnte er auch mit dem Bio-Filterdeckel beruhigen: durch das feuchte Tonnenklima, bedingt durch den dicht anliegenden Deckel werden die Pilzsporen weitgehend am Biogut gebunden und können nicht bei jedem Deckelaufschlag eingeatmet werden. Über 20 Jahre nach Einführung der Biotonne ist Deppe heute verantwortlich für die Abfall- und Wertstoffabfuhr in der Stadt. Es sind nun tausende Biotonnen auf Kundenwunsch mit einem Biofilterdeckel ausgestattet.

Wie der Bio-Filterdeckel funktioniert, fasst die Abfallwirtschaft Schleswig-Flensburg (ASF) zusammen: „Das Bio-Filtermaterial enthält Mikroorganismen, wie sie auch im Waldboden zu finden sind. Die Kleinstlebewesen zerlegen Schad- und Geruchsstoffe in harmloses Kohlenstoffdioxid und Wasser. Gerüche werden neutralisiert. Das freut die menschliche Nase und Fliegen werden nicht mehr angelockt. Durch die Kunststoffdichtung schließt der Filterdeckel dicht ab, so dass Fliegen nicht mehr in die Tonne eindringen können. Wo keine Fliegen sind, kann es keine Maden geben.“

Der Service Bio-Filterdeckel ist in Hannover ebenso wie beim ASF fest etabliert. In Hannover wird bereits bei der Bestellung der Biotonne der Wunsch nach einem Bio-Filterdeckel abgefragt. „Der Bio-Filterdeckel kostet die Bürger inklusive Filterwechsel alle 2 Jahre durch unseren Behälterdienst nur 1,00 € im Monat Aufpreis zur „normalen“ Biotonne“, sagt Mario Klöpper von der aha Hannover. Für die beiden Abfallexperten Deppe und Klöpper ist die Sache klar: mit dem Bio-Filterdeckel lässt sich die Akzeptanz der Biotonne steigern. Für die Bürger im hohen Norden kostet der Montage- service für den Bio-Filterdeckel einmalig 15,00 € und pro Monat werden dann 1,20 € an Gebühren fällig. Der alle zwei Jahre fällige Filterwechsel wird simpel gehandhabt: die Bürger bekommen das Filtermaterial automatisch per Post zugeschickt. Das alte Filtermaterial kann in der Biotonne als Biomasse entsorgt werden.

„Man muss als Entsorger Lösungen bieten“, ist Matthias Fricke, Geschäftsführer der ALBA Braunschweig GmbH überzeugt. Wenn Bürger von einer korrekten Befüllung der Biotonne aus Angst vor Maden und Gestank abgehalten werden, hilft der Bio-Filterdeckel und das demnächst auch in Braunschweig.

Dort wird man mit Beginn dieses Frühjahrs den Bio-Filterdeckel als Option und Lösung für eine hygienische Sammlung von Bioabfällen offensiv bewerben. Lebensmittelreste sollen nicht aus hygienischen Gründen in Plastik- tüten verpackt in die Biotonne gegeben werden. Städte wie Berlin, Gelsenkirchen, Kiel, Magdeburg, Münster oder Chemnitz und viele weitere Kommunen und Landkreise bieten Ihren Bürgern bereits den Service „Bio-Filterdeckel“ an.

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