In vier Monaten treten die neue Biozid-Verordnung und ein Bündel verschärfter Vorschriften und Pflichten bei der Rattenbekämpfung in Kraft. Viele Kommunen müssen ihre Methoden bei der Rattenbekämpfung nun grundlegend umstellen. Vor der Entscheidung für die richtige Methode und der Anschaffung neuer Köderschutzboxen, ist es jedoch wichtig, sich umfassend zu informieren. Denn mit dem richtigen System lässt sich viel Zeit und Aufwand sparen – und zugleich die Umwelt schützen.
Bereits seit 2018 ist es bei der Rattenbekämpfung Pflicht, den Kontakt zwischen Giftköder und Wasser zu verhindern. Dadurch soll verhindert werden, dass die Rattengifte in die Umwelt gelangen – zumal diese auch in modernsten Kläranlagen nicht vollständig aus dem Wasserkreislauf entfernt werden können. Dennoch wurden die Köder vielerorts weiterhin ungeschützt in die Kanalisation eingehängt – in der Hoffnung, dass es zu keinem Kontakt mit Wasser kommt. Da es im Kanal wie auch oberirdisch in Gewässernähe immer wieder zu Überflutungen und Rückstau kommt, gelangt in der Praxis jedoch weiterhin tonnenweise Gift in die Umwelt.
Diese umweltbelastende und ineffektive Bekämpfungsmethode ist ab Juli 2026 nun ausdrücklich verboten.
Am 1. Juli tritt eine neue Biozid-Verordnung des Umweltbundesamtes und mit ihr eine strengere Vorschrift zu Risikominderungsmaßnahmen (kurz RMM) in Kraft. In der Kanalisation sowie in Wassernähe dürfen Rodentizide dann nur noch in Köderschutzstationen verwendet werden. Darüber hinaus muss die Bekämpfung mit Gift stets anlassbezogen erfolgen, wie das Umweltbundesamt betont. Das bedeutet: Eine präventive Beköderung ohne nachgewiesenen Befall ist nicht mehr zulässig.
Vor- und Nachteile der verschiedenen Lösungen sollten bedacht werden
Nicht zuletzt, da gleich zwei neue Vorschriften beachtet werden müssen, empfiehlt es sich, vor der Anschaffung neuer Köderschutzboxen die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Lösungen zu beachten. Dabei sollten nicht nur die Anschaffungskosten bedacht werden, denn die vermeintlich günstigsten Lösungen werden schnell kostspielig. Simple Schutzboxen ohne Chip und Vernetzung können den Anwender nicht bei seinen Dokumentationspflichten unterstützen und müssen immer wieder vor Ort überprüft werden.
Schließlich dürfen Giftköder erst dann in den Köderschutzstationen verwendet werden, wenn ein akuter Befall festgestellt wurde. Und auch während der akuten Bekämpfungsphase mit Gift müssen die einzelnen Köderschutzboxen regelmäßig angefahren und kontrolliert werden – es sei denn, das Monitoring erfolgt automatisch.
Deshalb ist es sinnvoll, in smarte, vernetzte Köderschutzboxen zu investieren. Denn so lassen sich gleichzeitig der Personalaufwand und damit die laufenden Kosten deutlich reduzieren. Über die Sensoren in den einzelnen Köderschutzboxen werden Rattenbesuche automatisch erfasst. Diese lassen sich bei den ToxProtect-Köderschutzboxen des Nürnberger Herstellers ball-b über den dazugehörigen WebService vom PC aus erkennen, sodass umgehend gehandelt werden kann. Gleichzeitig entfallen dank der Datenübertragung per Funk die meisten Kanalöffnungen sowie Einstiege.
Über die API-Schnittstellen können die Daten mit den GIS-Systemen der Nutzer ausgetauscht werden. Das hilft bei der digitalen Dokumentation, die dank der sensorischen Erfassung und der automatischen Registrierung deutlich einfacher sowie manipulations- und rechtssicher ist.
Umrüstung kann auch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen
Wer nicht sofort auf ein vernetztes System umrüsten kann oder will, sollte bei der Anschaffung neuer Köderschutzboxen darauf achten, dass sich diese nachträglich umrüsten lassen. Denn ansonsten müssen sämtliche Boxen komplett ausgetauscht werden, wenn eine intelligente Vernetzung zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt.
Zudem ist es wichtig, dass beim Einsatz elektronischer Lösungen im Kanal bedacht wird, dass die Geräte aufgrund der Explosionsgefahr über den vorgeschriebenen Ex-Schutz für Zone 1 verfügen.
Bis zu 97 Prozent Gift einsparen
Kommunen, die diese Punkte berücksichtigen, sind nicht nur rechtlich auf der sicheren Seite. Wie sich in den Städten und Gemeinden gezeigt hat, die bereits vernetzte Köderschutzboxen nutzen, lässt sich der Gifteinsatz mit einem zeitgemäßen System um bis zu 97 Prozent reduzieren. Nicht nur wegen der drohenden Deadline ist es daher sinnvoll, mit der Einführung smarter Köderschutzboxen nicht bis Juli zu warten.
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