Bei der Befestigung von Dorfstraßen stehen oft zwei Aspekte im Vordergrund: Erstens die Stabilität, damit die Flächen in der Lage sind, die erwarteten Verkehrsbelastungen aufzunehmen, ohne dass es zu Verschiebungen kommt und zweitens die Optik, denn schließlich soll der Straßenraum den Anwohnern und Besuchern eine attraktive Aufenthaltsqualität bieten. Beide Aspekte – Optik und Technik – stellen jedoch häufig einen Widerspruch dar. Herkömmlich gepflasterte Flächen wirken zwar oft attraktiv, sind aber aufgrund ihrer mangelnden Verbundwirkung nicht immer geeignet, alle anfallenden Verkehrsbelastungen aufzunehmen. Andererseits passt so manches Verbundpflastersystem optisch manchmal nicht besonders gut in seine Umgebung. Im kleinen Örtchen Dörrenbach im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz fand man nun für die Sanierung zweier Straßen eine gute Lösung – und das sogar, obwohl diese zum Teil ein beachtliches Gefälle aufweisen.

Als „Dornröschen der Pfalz“ wird volkstümlich die kleine Gemeinde bei Bad Bergzabern und unweit der französischen Grenze bezeichnet. Dörrenbach ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und liegt am östlichen Rand des Wasgaus, wie der Südteil des Pfälzerwaldes und der sich anschließende Nordteil der Vogesen auch genannt wird. Bei der Straßensanierung spielt hier neben der Funktionalität vor allem die Optik des Straßenbelages eine wichtige Rolle. Dipl.-Ing. (FH) Said Hartenstein vom Ingenieurbüro TeamBau aus Bad Bergzabern erklärt warum: „Weil durch den Ort der Pfälzer Weinsteig verläuft und rund um das Renaissance-Rathaus noch zahlreiche weitere historische Bauwerke zu bewundern sind, ist der Ort auch stark touristisch geprägt. Da ist es selbstverständlich, dass wir bei einer Straßensanierung nicht einfach asphaltieren, sondern versuchen, mit einem geeigneten Pflasterbelag den dörflichen Charakter zu erhalten.“

Gefälle mit bis zu 12 %

Saniert wurden hier zwei kleine Sträßchen. Zunächst die 115 Meter lange „Scheidelsgasse“, danach ca. 260 Meter die Straße „Im Rödelstal“. Die Messlatte an das zu verwendende Pflastermaterial lag dabei recht hoch. „Beide Straßen weisen ein starkes Gefälle z. T. bis über 12 % auf“, erläutert Said Hartenstein. „In solchen Fällen besteht immer die Gefahr, dass sich bei Starkregenereignissen Fugen auswaschen und dann ihre Funktion als elastischer Puffer zwischen den Steinen nicht mehr wahrnehmen können. Die Folge sind klappernde Steine, die sich auf Dauer aus der Fläche lösen können.“

Pflastersystem COMBICONNECT von Beton Pfenning

Aus diesem Grund entschieden sich die Verantwortlichen für das Pflas­terystem COMBICONNECT vom Pflasterhersteller Beton Pfenning aus Lampertheim. Bei diesem System bestehen die Fugen nicht aus Sand oder Splitt, sondern aus dem Hochleistungskunststoff EPDM (Ethylen-­Propylen-Dien-Kautschuk). Jeder einzelne Stein wird hier werkseitig mit einem Kastenprofil aus diesem Material ummantelt, das dann als Fuge dient. EPDM ist ein dynamisches Material und damit hervorragend geeignet für einen maximalen Lastabtrag. Gemäß der DIN 18318 ergeben sich stets normgerechte Fugenbreiten von 4 mm.

Ökologisch sei das Fugenmaterial EPDM unbedenklich, so der Hersteller und zudem sehr gut recycelbar. Auch zeichnet es sich durch hohe Verschleißfestigkeit aus, denn es ist absolut frost- und tausalzresistent sowie temperaturbeständig zwischen -50 und +145 Grad. Eingebaut wurde das Pflaster auf einem 4 cm starken Sand-Splitt-Gemisch 2/8 mm, darunter eine 15 cm starke Schottertragschicht 0/32 mm und darunter wiederum eine 21 cm starke Frostschutzschicht 0/32 mm bis 0/56 mm.

Vorteil: Fuge bleibt dauerhaft erhalten

Für die Planer in Dörrenbach ergeben sich daraus mehrere Vorteile. Said Hartenstein: „Auch bei dem stärksten Platzregen kann hier nichts mehr auswaschen, die Fugen bleiben dauerhaft erhalten und damit die Stabilität der Flächen. Immerhin werden diese auch von Müllfahrzeugen befahren, die auf den nur 4–5 Meter breiten Straßen auch ab und zu rangieren müssen und dadurch die Flächen besonders beanspruchen. Außerdem kann die Verlegung bei diesem System sehr einfach, schnell und problemlos erfolgen, da man sich den Arbeitsgang des Verfugens sparen kann. Auch der Einsatz von Kehr-Saugmaschinen ist hierbei völlig unbedenklich.“

Aber auch optisch passt dieses Hochleistungspflastersystem sehr gut in den historischen Ort. „Der bräunlich-ocker changierende Farbton buntsandstein der COMBICONNECT-Steine im Format 30 x 18 x 10 cm erzeugt genau die gewünschte angenehme Aufenthaltsqualität und wertet den Straßenraum gegenüber vorher deutlich auf“, so Hartenstein.

Ende 2020 wurde der Vollausbau der beiden Straßen abgeschlossen. Der Planer zeigt sich zufrieden: „Trotz des starken Gefälles haben wir mit dem COMBICONNECT-Pflastersystem hier eine dauerhafte und stabile Lösung für die Flächenbefestigung gefunden.

Weitere Informationen unter:
www.beton-pfenning.de
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