Viele Städte und Gemeinden stehen aktuell vor der Frage, wie sie ihre Sportinfrastruktur fit für die Zukunft machen können. Gabriela Pantring, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der NRW.BANK, erklärt im Gespräch mit Kommunal Direkt warum sich Investitionen auszahlen – für den Sport und die Kommune.

KD: Frau Pantring – warum sind Sportstätten für Kommunen so wichtig?
Pantring: Sportstätten sind viel mehr als reine Trainingsorte. Sie sind Gesundheitsmotoren und Orte der Talentförderung und Integration. Gerade in Zeiten von Bewegungsmangel und sozialer Vereinsamung braucht es Räume, die Menschen zusammenbringen – und das gelingt kaum besser als durch Sport. Kinder entdecken hier Bewegung, Jugendliche erleben Teamgeist, Erwachsene finden Ausgleich, und ältere Menschen bleiben aktiv und sozial angebunden. Eine moderne Sportstätte ist ein wichtiges Infrastrukturprojekt, das sich direkt auf die Lebensqualität vor Ort auswirkt.

KD: Profitieren davon auch Kommunen?
Pantring: Ja, sogar mehrfach. Zum einen steigern attraktive Sportstätten die Standortqualität – wichtig für Familien, Schulen und Vereine. Zum anderen bringen Sportveranstaltungen Besucherinnen und Besucher in die Stadt, Ehrenamt wird gestärkt, und soziale Netzwerke wachsen. Das alles sind Faktoren, die eine Kommune resilient und lebenswert machen.

KD: Wie groß ist der Handlungsbedarf?
Pantring: Die KfW hat 2024 festgestellt, dass zwar über 90 % der Kommunen über Sporthallen und Sportplätze verfügen, der Sanierungsstau aber erheblich ist. Rund 59 % der Kommunen sehen großen Investitionsbedarf bei Hallen, bei Hallenbädern sogar 62 %. Das zeigt deutlich: Sportstätten sind vorhanden, aber oft nicht mehr zeitgemäß.

KD: Wie können Kommunen und Vereine die Modernisierung stemmen?
Pantring: Am besten gemeinsam. Kommunen sollten früh Bedarfe ermitteln und die Vereine vor Ort einbeziehen. Finanzierungsseitig bewährt sich ein Mix aus kommunalen Mitteln, Förderprogrammen und Eigenbeiträgen der Vereine. Wir als Förderbank unterstützen gemeinnützige Sportvereine und -verbände zum Beispiel mit unserem Programm NRW.BANK.Sportstätten.

KD: Können Sie ein Beispiel für ein gelungenes Projekt nennen?
Pantring: In Rheine zum Beispiel ist mit dem sportFORUM ein Sportzentrum entstanden, das mehr Platz für den Schulsport bietet, aber auch für die Bürger nutzbar ist – von Schülerinnen und Schülern, über junge Mütter mit Babys bis hin zu Seniorinnen und Senioren.

Ein anderes Beispiel ist in Uerdingen umgesetzt worden. Hier wurde eine 45 Jahre alte Schwimmhalle modernisiert. Das kommt dem Breitensport und der Schwimmförderung von Kindern zugute. Ein weiterer Pluspunkt: Das neue Wärmekonzept setzt auf moderne Wärmepumpentechnik und ist sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich nachhaltig und verringert den CO2-Ausstoß erheblich.

KD: Ihr Fazit für Kommunen?
Pantring: Sportstätten sind eine Zukunftsinvestition. Mit den richtigen Partnern und einem klaren Konzept lassen sich auch anspruchsvolle Projekte erfolgreich realisieren.

Förderprogramm für Vereine:

Mit dem Förderprogramm NRW.BANK.Sportstätten unterstützt die NRW.BANK gemeinnützige Sportvereine und -verbände, die im Landessportbund Nordrhein-Westfalen e. V. bzw. dessen Untergliederungen organisiert sind. Das Angebot richtet sich insbesondere an Organisationen, die modernisieren, erweitern oder neu errichten möchten.

Gefördert werden unter anderem:
• Erwerb von Sportanlagen
• Modernisierung, Sanierung und Instandsetzung bestehender Anlagen
• Neu-, Um- und Erweiterungsbauten

Finanzierbar sind dabei sämtliche relevante Kosten – von Grunderwerb und Herrichtung über Bau- und Außenanlagen bis zur Erst- ausstattung und Planung. Eine Voraussetzung ist, dass die Sportstätte einem gemeinnützigen oder öffentlichen Zweck dient und die Gemeinde über das Vorhaben informiert wird.

Weitere Informationen unter:
www.nrwbank.de
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