Zum Tag des Waldes am 21. März 2026 zeigen aktuelle Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung in Deutschland: Die Menschen blicken mit Sorge auf den allgemeinen Zustand der Wälder im Land – bewerten jedoch den Wald in ihrer unmittelbaren Umgebung deutlich besser. Die Studie wurde vom Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag von PEFC Deutschland im Februar 2026 durchgeführt. Befragt wurden 1.052 Personen ab 16 Jahren.
Auf die Frage nach dem Zustand der Wälder in Deutschland ganz allgemein bewerten lediglich 26 Prozent den Zustand als „sehr gut“ oder „gut“. Demgegenüber stehen 58 Prozent, die den Zustand als „weniger gut“ oder „gar nicht gut“ einschätzen. Ganz anders fällt das Urteil aus, wenn die Menschen an den Wald „bei sich in der Gegend“ denken: Hier bescheinigen 51 Prozent dem Wald einen „sehr guten“ oder „guten“ Zustand. Nur 34 Prozent bewerten ihn als „weniger gut“ oder „gar nicht gut“. Damit ist die positive Bewertung des eigenen Nahwaldes nahezu doppelt so hoch wie die des Waldes in Deutschland insgesamt.
Diese Differenz deutet auf eine ausgeprägte Wahrnehmungslücke hin: Während die öffentliche Debatte und Berichterstattung häufig von Waldschäden, Klimastress und Trockenperioden geprägt sind, erleben viele Menschen ihren lokalen Wald offenbar deutlich intakter.
So beschreibt die bundesweite Waldzustandserhebung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat nur rund ein Fünftel der Bäume als gesund. Während die Wissenschaft bei mehr als der Hälfte der Bäume Schäden erkennt, vor allem durch Kronenverlichtung infolge von Klima- und Schadstoffbelastungen, bemerken die lokalen Waldbesucher dies mehrheitlich nicht.
Regionale Unterschiede beim Blick auf den Wald
Bei der Bewertung des allgemeinen Zustands der Wälder zeigen sich deutliche regionale Unterschiede:
- Nur 14,3 Prozent der Thüringer und Sachsen bewerten den Zustand des deutschen Walds als gut oder sehr gut, 65,2 Prozent finden ihn „weniger gut“ oder „gar nicht gut“.
- Im Rhein-Main-Gebiet und im Südwesten liegen die entsprechenden Werte bei 30 Prozent (gut, sehr gut) und 56 Prozent (weniger und gar nicht gut).
- In Berlin sehen 75 Prozent den deutschen Waldzustand insgesamt negativ und 22,7 Prozent „gut“ (keine Stimme für „sehr gut“).
Bemerkenswert aber ist, dass überall in Deutschland der Nahwald deutlich besser eingeschätzt wird als der deutsche Wald insgesamt. Die Bayern sind hier am zufriedensten: 63,6 Prozent erleben vor Ort einen sehr guten oder guten Waldzustand, obwohl auch hier acht von zehn Waldbäumen geschädigt sind (nur 17 Prozent ohne Schadensbild laut Erhebung 2024). Den deutschen Wald bewerten nur 37,5 Prozent der Bayern positiv.
Wer häufig in den Wald geht, urteilt differenzierter
87 Prozent der Bevölkerung gehen zumindest gelegentlich in den Wald, 40 Prozent sogar „öfter mal“. Auffällig ist: Personen, die nie in den Wald gehen, bewerten sowohl den allgemeinen als auch den lokalen Zustand deutlich seltener negativ – zugleich ist ihr Anteil an Unentschiedenen überdurchschnittlich hoch.
Regelmäßige Waldbesucher zeigen eine differenziertere und kritischere Einschätzung des Gesamtzustands, bewerten aber ihren lokalen Wald dennoch mehrheitlich positiv. Dies legt nahe: Eigene Naturerfahrung führt nicht zu einer generellen Entwarnung, sondern zu einer realistischeren, differenzierten Sichtweise.

