Bei der Bekämpfung von Ratten ist es wichtig, dass neue Hotspots schnell erkannt und umgehend bekämpft werden. Beim Einsatz von Rattengift muss zudem sichergestellt werden, dass die Wirkstoffe nicht in die Umwelt gelangen. Die Stadt Amberg hat nun vernetzte Köderschutzboxen eingeführt, die Rattenbesuche automatisch erfassen und den Gifteintrag in die Umwelt verhindern.
Um effizienter gegen Ratten vorgehen zu können, hat die Stadt Amberg vernetzte Köderschutzboxen eingeführt. Diese verhindern den Kontakt zwischen Köder und Wasser – und erfassen Rattenbesuche über Sensoren automatisch. Die erfassten Daten werden per Funk an das System übermittelt. So lässt sich vom PC aus erkennen, wann und wo Ratten registriert wurden. „Dadurch kann nun umgehend gehandelt werden, bevor es zu einer Verbreitung kommt“, erklärt Lothar Thumbeck, der die Umstellung auf vernetzte Köderschutzboxen vorangetrieben hat.
Statt der bislang halbjährlich durchgeführten Rattenbekämpfungsaktionen kommen nun also innovative Methoden zur Schadnagerkontrolle zum Einsatz. Im ersten Schritt werden 25 der vernetzten Köderschutzboxen im Kanalsystem genutzt. Damit soll verhindert werden, dass sich die Ratten über die Kanalisation verbreiten. Weitere fünf Köderschutzboxen, die ebenfalls vernetzt sind, wurden oberirdisch platziert.
Die Köderschutzboxen verfügen über ein patentiertes Verschlusssystem, sodass es selbst bei Überflutungen oder Rückstau im Kanal nicht zum Kontakt zwischen Giftköder und Wasser kommt. Die Verschlussklappe an der Unterseite der Box verschließt sich bei steigenden Wasserpegeln automatisch – und öffnet sich erneut, wenn der Pegel wieder gesunken ist.
System erfüllt neue Vorschriften, die ab 1. Juli landesweit gelten
„Es war uns wichtig, dass das neue System nicht nur effektiv, sondern auch umweltfreundlich ist“, erklärt Lothar Thumbeck. Die nun eingesetzte Lösung wurde unter anderem mit dem EcoDesign Award ausgezeichnet, der höchsten staatlichen Auszeichnung für ökologisches Design in Deutschland. Wie sich in der Praxis gezeigt hat, lässt sich der Gifteinsatz mit den vernetzten Köderschutzboxen um bis zu 97 Prozent reduzieren.
Am 1. Juli 2026 wird der Einsatz von Köderschutzboxen in Wassernähe zur Pflicht. Zeitgleich wird die präventive Nutzung von Giftködern ausnahmslos verboten. Erst nachdem ein Rattenbefall festgestellt wurde, dürfen Rodentizide eingesetzt werden. Da in Amberg Rattenbesuche nun dank der Vernetzung automatisch gemeldet werden, ist man hier auf die neuen Vorschriften bereits bestens vorbereitet.
Fortschritt der Maßnahmen kann jederzeit kontrolliert werden
Die vernetzten Köderschutzboxen stammen vom Nürnberger Hersteller ball-b, der in Amberg auch die komplette Betreuung als Dienstleister übernommen hat. „Obwohl es sich um einen externen Dienstleister handelt, können wir über den Webservice jederzeit sehen und nachvollziehen, wo Ratten gesichtet und welche Maßnahmen ergriffen wurden“, erklärt Lothar Thumbeck.
„Wir müssen uns also nicht mehr blind darauf verlassen, dass gute Arbeit geleistet wird. Durch die digitale Erfassung erleichtert sich mit dem neuen System zudem die Dokumentation für uns. Das war früher auch viel Arbeit“, betont Thumbeck. „Das neue System entlastet uns also auf vielfältige Weise, sodass wir uns anderen Aufgaben widmen können.“
www.ball-b.de



