Öffentliche Bäder: Sanierungsstau und Neubauten

Gute Vorzeichen für die interbad 2016

Vom 27. bis 30. September trifft sich die deutsche und internationale Bäderbranche zur 50. interbad in Stuttgart. Über 300 Unternehmen, darunter 55 neue Aussteller, haben bis jetzt ihre Stände gebucht. Aussteller und Veranstalter – die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen e.V. und die Messe Stuttgart – erwarten ein gutes Geschäftsjahr 2016. Jüngste Erhebungen zeigen, dass die Branche mit Recht optimistisch in die Zukunft blicken darf.

Öffentliche Bäder: Sanierungsstau und Neubauten

Immer wieder wurde in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit davon gesprochen, dass es einen zunehmenden Trend zu Bäderschließungen gebe, bis hin zu der Behauptung, dass man von einem „massenhaften Bädersterben“ reden müsse. Doch die Fakten geben eine solche Einschätzung nicht her, betont Dr. Christian Ochsenbauer, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e. V. (DGfdB). So ergebe eine aktuelle Bestandsaufnahme der DGfdB eine Gesamtzahl von weit mehr als 6.000 öffentlichen Hallen- und Freibädern, wenn man die Schulschwimmbäder dazu rechne. Verglichen mit der Erhebung der Sportministerkonferenz vor knapp 16 Jahren sowie mit einer Studie unter Federführung des Bundeswirtschaftsministeriums vor vier Jahren bedeute dies zwar einen gewissen Rückgang – allerdings sei dabei zu berücksichtigen, dass von der Standortaufgabe meist kleinere und mittlere Bäder betroffen gewesen seien. An deren Stelle stünden heute oft attraktive Ersatzbauten mit durchschnittlich größeren Wasserflächen. Insgesamt könne daher „von einem Umbau und von einer Straffung des Bäderangebotes“ gesprochen werden (Quelle: DGfdB ).

Bei der Beurteilung des Marktes spiele zudem der „erhebliche“ Sanierungsstau des Bäderbestandes eine tragende Rolle, gibt Ochsenbauer zu bedenken. „Wir schätzen diesen Sanierungsstau auf mehrere Milliarden Euro. Bis zu fünfzig Prozent der Bäderbetriebe berichten, dass sie in den nächsten Jahren die Notwendigkeit größerer Sanierungsinvestitionen sehen.“ Darüber hinaus könne durch eine weitere Bevölkerungsverdichtung in den Städten gerade im Bereich der funktionalen Hallenbäder ein zunehmender Neubaubedarf entstehen. „Wir sehen hinsichtlich der demographischen Entwicklung zumindest in Teilbereichen eine Tendenz hin zu steigenden Bevölkerungszahlen. In Ballungsräumen wie zum Beispiel München geht man davon aus, dass die Bevölkerung in den nächsten Jahren um bis zu zwanzig Prozent anwachsen wird.“ Dort sei also mit einer „hohen Nachfrage nach Wasserflächen“ zu rechnen.

Digitale Zukunft: „Smartes“ Bad

Zu den vielen Themen, die auf der 50. interbad in Stuttgart präsentiert und diskutiert werden, gehört die sogenannte intelligente Gebäudetechnik. Stichwort „Smart Home“ – ein Thema nicht nur für Privathaushalte, sondern auch für gewerbliche und öffentliche Badbetreiber, meint Kromer von Baerle: „In Stuttgart etwa entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung Sensoren, die sich unter den Fliesen befinden und ein Alarmsignal geben, wenn jemand stürzt. Eine Technologie, die sich auch im Bereich von Pool und Sauna einsetzen lässt.“
Intelligente Gebäudetechnik sei für öffentliche Bäder „im Grundsatz nichts Neues“, ergänzt Ochsenbauer. „Hier gab es in den letzten Jahren eine kontinuierliche Fortentwicklung.“ So sei in vielen neu gebauten Einrichtungen etwa der Energieverbrauch durch „intelligente“ Technik optimiert worden. Daneben gehe es aber auch um Systeme zur Unterstützung des laufenden Betriebes oder sogenannte „Ertrinkenden-Erkennungssysteme“, die in manchen öffentlichen Bädern bereits im Einsatz seien. Auf der interbad fänden sich „schon seit vielen Jahren Aussteller mit derartigen Angeboten“.

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