„Schneller als die Feuerwehr“ – dieser Kommentar, liegt nahe, betrachtet man die Rekordbauzeiten, die bei moderner Modulbauweise heute üblich sind. Beim vorliegenden Projekt passt er umso mehr, handelt es sich doch um das neue Schulungszentrum für Führungskräfte der Feuerwehr in Düren, das auf dem Areal der Kreisfeuerwehr des Amtes für Bevölkerungsschutz in Kreuzau- Stockheim in nur drei Monaten Bauzeit errichtet werden konnte. Am 1. April 2021 war Montagebeginn, bereits am 28. Juni fand im Beisein von NRW-Innenminister Herbert Reul die feierliche Eröffnung statt. Von Gästen wie Nutzern wurde der dreigeschossige Neubau sehr gelobt: Er bietet hohe Qualität, wurde zum Festpreis und punktgenau zum Fixtermin fertiggestellt und beweist damit, dass Feuerwehr und Modulbauweise bestens zueinander passen – und das nicht nur der Schnelligkeit wegen!

Wenn es brennt oder Menschen aus Katastrophen- bzw. Unfallsituationen gerettet werden müssen, ist Zeit einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Aber auch Teamwork und zielgerichtete Kommunikation müssen erlernt und immer wieder trainiert werden, damit im Ernstfall alles reibungslos klappt. Keine Zeit zu verlieren hatte auch der Kreis Düren, der das neue Schulungszentrum in Bauherrenfunktion verantwortete und realisierte. Betrieben wird die Einrichtung vom NRW-Institut der Feuerwehr (IdF) als Mieter.

„Der Kreis Düren hatte im kommunalen Wettbewerb für einen zweiten Standort des IdF im September 2020 den Zuschlag erhalten“, erklärt Peter Kaptain, Geschäftsführer der Gesellschaft für Infrastrukturvermögen im Kreis Düren und Allgemeiner Vertreter des Landrats Wolfgang Spelthahn, die Vorgeschichte. „Bedingung dafür war, dass bereits im Juli 2021 der Schulungsbetrieb in einem geeigneten Trainingszentrum starten konnte. Folglich musste der Neubau innerhalb von neun Monaten geplant und errichtet sein. Nur die Modulbauweise war diesem Zeitplan gewachsen“, so Kaptain weiter.
Die Entscheidung pro Modulbau wurde demnach schon sehr früh getroffen und das im modularen Planen und Bauen erfahrene Architekturbüro synarchitekten gbR aus Köln mit Entwurf und Ausschreibung beauftragt. Bei der anschließenden Funktionalausschreibung ging ALHO im Januar 2021 schließlich als Sieger hervor.

Modulgebäude deckt den großen Bedarf an Feuerwehr-Ausbildungsplätzen in NRW

Nordrhein-Westfalen verzeichnet als bevölkerungsreichstes Bundesland viele Bewerbungen bei der Feuerwehr für Führungsaufgaben – dementsprechend groß ist auch der Bedarf an Ausbildungsplätzen. Nach der zentralen Ausbildungsstätte für Feuerwehrangehörige und Mitglieder von Krisenstäben in Münster, das mit einem Personalbestand von etwa 180 Mitarbeitenden die größte Feuerwehr-Ausbildungseinrichtung Deutschlands ist, stellt der Schulungs-Neubau in Düren nun die zweite wichtige Anlaufstelle für den Feuerwehr- Nachwuchs in NRW dar. Aufgaben lassen sich nun besser verteilen und Anfahrtszeiten für die Schulungsteilnehmenden verkürzen.

Bis zu 72 Führungskräfte können am Standort Kreuzau nun gleichzeitig geschult werden. Neben dem Schulbetrieb für die Feuerwehrausbildung wurden im Gebäude auch Ausbildungs- und Büroräume für das Notfallbildungszentrum Eifel-Ruhr (NOBIZ) integriert: Und das bedeutet – im Rahmen der Erwachsenenbildung sowie der 3-jährigen Berufsausbildung – Platz für weitere 100 Unterrichtsteilnehmende.

ALHO Modulbauweise: Gute Erfahrungen, gute Entwicklung

Das neue Schulungszentrum am Campus Stockheim – wie das Gelände des Feuerschutz­technischen Zentrums (FTZ) in Kreuzau auch genannt wird – ist nicht das erste modulare Gebäude, das der Kreis Düren gebaut hat: „In der Vergangenheit haben wir bereits eine Rettungswache und eine Schulerweiterung in ALHO Modulbauweise errichtet“, erklärt Peter Kaptain. „Schon damals war die schnelle Bauweise dem konventionellen Bauen in vielen Bereichen deutlich überlegen.“

Dennoch stellt der Geschäftsführer zu heute Unterschiede fest: „Die moderne Modulbauweise hat in den vergangenen Jahren noch einen deutlichen Entwicklungsschub erfahren. Die Qualität ist noch besser geworden: Weder in den Innenräumen noch an den Fassaden ist abzulesen, dass die Bauten modular errichtet wurden“, so Kaptain. „Für kommende Bauaufgaben, zum Beispiel im Bereich Bildungseinrichtungen im Kreis Düren – werden wir darum ebenfalls die moderne Modulbauweise in Betracht ziehen.“

Qualität ist das A und O

In der Tat ist ganzheitliches Qualitätsmanagement ein Kernthema bei ALHO. Nicht nur die zahlreichen Studien zu Baumängeln zeigen, wo es beim Bauen hakt – viele Baustellen machen auch in der Praxis überdeutlich, dass Mängel die Kostentreiber Nummer Eins beim konventionellen Bauen sind! Sie verzögern den Bauprozess und somit die Fertigstellung mancher Gebäude enorm und führen zu drastischen Kostensteigerungen. Nicht so bei der ALHO Modulbauweise: Nach von Architekten erstellten Entwürfen werden in den Werken hochwertige Stahlmodule präzise und mit einem Vorfertigungsgrad von bis zu 80 Prozent hergestellt. Innerhalb weniger Tage werden sie vor Ort montiert und in den darauffolgenden Wochen – je nach Projektgröße auch wenigen Monaten – fertig ausgebaut.

„Planung vor Ausführung“ ist die Devise und so gibt es dank der digital vernetzen Prozessabläufe in der industriellen Fertigung keine mängelbedingten Verzögerungen. Durch die integrale Planung treffen alle Fachdisziplinen von Anfang an zusammen und werden frühzeitig aufeinander abgestimmt. „Qualität, Fixpreis und Fixtermin waren die drei für uns wichtigsten Kriterien bei dieser Bauaufgabe“, fasst Peter Kaptain zusammen. „Ein Konzept, das sehr gut aufgegangen ist“.

Funktionales Raumkonzept um eine lebendige, repräsentative Mitte

Das moderne Schulungsgebäude ist dreigeschossig in nahezu quadratischer Form konzipiert. Insgesamt 54 Stahlmodule wurden auf einer Fläche von 30 x 29 Meter zu einem repräsentativen Bauwerk zusammengefügt. Im Erdgeschoss befinden sich der großzügige Empfangsbereich sowie Büros.
Das Herzstück des Gebäudes ist der fast 250 Quadratmeter große, vollkommen stützenfrei gestaltete Sitzungssaal, für dessen Konstruktion ALHO Sondermodule mit bis zu 16 Metern Länge vorfertigte. Der Sitzungssaal öffnet sich in der Vertikalen dem zweigeschossigen Lichthof. Über eine Sheddach-Konstruktion in Nordausrichtung wird dieser große Luftraum natürlich belichtet.

Eine offene einläufige Präsentationstreppe im Empfangsbereich führt in die darüber liegenden Geschosse. Insgesamt sieben Schulungszimmer und vier Gruppenräume, jeweils für bis zu 24 Personen, gruppieren sich hier – zusammen mit den dazugehörenden sanitären Anlagen, Verkehrsflächen und Treppenhäusern, Pausenbereichen und Besprechungszonen – um das Atrium herum.

Während sich die Schulungsräume nach außen orientieren, sind die Flure dem Lichthof zugewandt. Von hier aus kann man über Fenster in den großen Saal hinunterblicken. Die Wände des Innenhofs wurden analog zu den Außenfassaden gestaltet: weiß verputzt und mit dunkel abgesetzten Fensterrahmen. Zusammen mit den warmen Eiche-Parkettböden und dem sichtbaren Holztragwerk der Sheddach- Konstruktion entsteht eine sehr einladende, wohnliche Atmosphäre. Kreisrunde Hängeleuchten – modern in der Formensprache und energieeffizient im Betrieb – interpretieren prunkvolle Lüster von einst auf sehr zeitgemäße Weise und sorgen so für ein repräsentatives Innenraumambiente.

Hochwertige Fassade, anspruchsvolle Technik

Die hell verputzte Außenfassade des Gebäudes wird in unregelmäßigen Abständen mit unterschiedlich großen Fensterflächen, die räumlich aus der Fläche heraustretenden – sogenannten Monitoren – akzentuiert. Sie sind in dreidimensionalen Rahmen aus HPL-Platten (High Pressure Laminate) in Holzoptik eingefasst und ziehen die Blicke auf sich. Zwei Fluchttreppenhäuser sind jeweils an der Süd- und Nordfassade angeordnet.

Das Gebäude zeichnet sich außerdem durch eine sehr anspruchsvolle Technische Gebäudeausrüstung (TGA) aus. Dazu zählen unter anderem eine komfortable Fußbodenheizung, raumlufttechnische Anlagen zum Lüften und Klimatisieren der Räume, die smarte Mess-, Steuer-, und Regelungstechnik im gesamten Haus sowie modernste Medientechnik in den Schulungsräumen. Beheizt wird der Neubau über eine umweltfreundliche Luft-Wasser- Wärmepumpe, unterstützt von zwei Gas-Brennwert-Thermen, die als Kaskade geschaltet zur Abdeckung von Spitzenlasten im Winter beitragen.

„Das Zusammenspiel zwischen dem Kreis Düren als Bauherr, dem Architekturbüro synarchitekten und ALHO als Generalunternehmer war über die gesamte Planungs- und Bauzeit hinweg sehr partnerschaftlich und professionell“, lautet das Fazit von Peter Kaptain. „Gut gefallen hat uns die offene Kommunikation mit ALHO. Wir haben uns gut aufgehoben gefühlt und stets das Gefühl gehabt, dass unser ehrgeiziges Projektziel – innerhalb kürzester Zeit ein so hochwertiges Gebäude zu einem fairen Preis zu realisieren – in guten Händen war.“

Weitere Informationen unter:
www.alho.com
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