Der rückläufige Einsatz von Rattengiften zeigt: Der Trend geht in die richtige Richtung – getrieben von einem größeren Umweltbewusstsein und neuen Lösungen. Mit den verschärften Vorschriften, die ab dem 1. Juli gelten, wird sich dieser Trend deutschlandweit fortsetzen.
Da Ratten sich häufig unterirdisch fortbewegen, ist die Bekämpfung in der Kanalisation ein effektiver Ansatz, um auch oberirdische Ratten- Hotspots zu reduzieren. Das scheint den meisten Kommunen in Deutschland bewusst zu sein. Bei einer 2022 vom Umweltbundesamt (UBA) unter 288 Kommunen durchgeführten Umfrage gaben 83 Prozent an, dass sie Ratten in der Kanalisation bekämpfen. In den Kommunen, die an der Umfrage teilgenommen haben, wurden insgesamt 23,5 Tonnen an Giftködern in der Kanalisation verwendet. Das entspricht im Vergleich zu 2017 einem Rückgang von nahezu einem Drittel (28 Prozent).
Turnusgemäß dürfte das Umweltbundesamt bereits im nächsten Jahr die nächste Umfrage durchführen. Dass Ergebnis lässt sich bereits heute voraussagen: Die verwendete Menge an Giftködern wird dann weiter geschrumpft sein. Denn der Einsatz von Köderschutzboxen nimmt seit Jahren zu – und wird in nächster Zeit noch einmal deutlich steigen. Denn ab dem 1. Juli werden Köderschutzstationen im Kanal sowie in Wassernähe zur Pflicht, wenn Gift verwendet wird.
Die Nachfrage nach Giftködern sinkt mit jeder neuen Köderschutzstation rapide
Die Nachfrage nach Rattengiftködern sinkt rapide. Das liegt auch daran, dass die Anwendungsbestimmungen und Risikominderungsmaßnahmen (RMM) für Rodentizide es bereits seit 2018 erforderlich machen, dass der Kontakt zwischen Giftköder und Wasser verhindert wird. Im Zuge dessen wuchs die Nachfrage nach Köderschutzboxen. Wurden 2017 lediglich in 13 Prozent aller Kommunen Köderschutzstationen im Kanal verwendet, waren es 2022 bereits fast die Hälfte.
Mit den verschärften Vorschriften, die bereits in wenigen Wochen in Kraft treten, will das Umweltbundesamt sicherstellen, dass der Kontakt zwischen Giftköder und Wasser in allen Kommunen verhindert wird – und dass „während der gesamten Bekämpfungsmaßnahme“. Die Regelung gilt im Kanal, aber auch innerhalb eines Abstandes von fünf Metern zu oberirdischen Gewässern – also beispielsweise in der Nähe von Flüssen, Bächen und Seen, aber auch bei Entwässerungsrinnen oder Boden- und Straßenabläufen. Beim oberirdischen Einsatz müssen die Köderschutzstationen zudem „manipulationssicher“ sein.
Zu den neuen Vorschriften zählt auch, dass Rodentizide erst dann eingesetzt werden dürfen, nachdem ein Befall nachgewiesen wurde. Eine Dauerbeköderung ist somit nicht mehr zulässig, auch nicht als präventive Maßnahme. Laut des Umweltbundesamtes dürfen Giftköder außerdem nur noch von „geschulten berufsmäßigen Verwendern“ verwendet werden. Auch diese Neuerungen sorgen dafür, dass weniger Gift zum Einsatz kommt. Um Rodentizide kaufen und verwenden zu dürfen, müssen Mitarbeiter immer umfangreichere Schulungen und Lehrgänge nachweisen, was gerade in kleineren Gemeinden kaum oder gar nicht möglich ist aufgrund der oftmals dünnen Personaldecke. In diesem Fall ist es ratsam, sich zeitnah nach einem Dienstleister umzusehen, der das Know-how und die Kapazitäten hat, um die neuen Vorschriften zu erfüllen – und der idealerweise moderne Köderschutzboxen einsetzt, die ein umfassendes Monitoring ermöglichen.
„Ohne Gift geht‘s nicht“
Trotz des starken Rückgangs der eingesetzten Giftköder bleibt der Einsatz von Rodentiziden jedoch unverzichtbar. „Ohne Gift ist eine erfolgreiche Rattenbekämpfung nicht möglich“, betont Jürgen Buchstaller, Gründer und Geschäftsführer des Köderschutzboxen-Herstellers ball-b. „Es geht dem Umweltbundesamt nicht darum, vollständig auf Gift zu verzichten – sonst hätte man den Einsatz komplett verboten. Vielmehr geht es darum, dass die Giftköder so effektiv und umweltschonend eingesetzt werden wie möglich“, erklärt Buchstaller.
Um Köderschutzboxen bestmöglich einsetzen zu können, sollten diese sich idealerweise vernetzen lassen. Denn mit der Hilfe von Sensoren in den einzelnen Köderschutzboxen lassen sich neue Ratten-Hotspots umgehend erkennen und bekämpfen. Zudem ermöglicht die dazugehörige Online-Plattform ein gezieltes Monitoring – und das auch dann, wenn die Rattenbekämpfung komplett von ball-b übernommen wird. Denn über den WebService kann jede Maßnahme sowie deren Erfolg jederzeit vom PC oder Tablet aus nachvollzogen werden.
www.ball-b.de



