Modulares Bauen mit Betonfertigteilen

Individualität? Ja, bitte!

In unserer heutigen Gesellschaft werden viele Produkte standardisiert, um immer schneller und günstiger vermarktet zu werden. Auch in der Bauzulieferindustrie ist dieser Trend an manchen Stellen zu beobachten. Individualität? Fehlanzeige, hier gilt leider oft die Devise „Masse statt Klasse“.

Bei der Suche nach Sonderlösungen für Hoch- oder Tiefbauprojekte wird es daher für Planer, Bauunternehmer oder Kommunen immer schwerer, passende Betonbauteile zu finden, die den hohen Ansprüchen an Qualität, Funktionalität und Sicherheit entsprechen. Mit dem Verfahren des modularen Bauens versuchen verschiedene Industriezweige gegenzusteuern indem der Ansatz verfolgt wird, beide Anforderungen an moderne Bauprodukte gleichzeitig zu erfüllen – sowohl Wirtschaftlichkeit in der Herstellung als auch Individualität für den Anwender. Insbesondere beim Bau mit Betonfertigteilen ist zu beobachten, dass durch eine frühe Projekteinbindung des Herstellers ein hoher Individualisierungsgrad möglich ist – und das bei gleichbleibender Wirtschaftlichkeit auf Produktionsseite.

Unter modularem Bauen versteht man ein Bauverfahren, bei dem Teile des Bauwerkes aus vorgefertigten Bestandteilen – den Modulen – nach dem Baukastenprinzip zusammengesetzt werden. Die Herstellung von Baukörpern entsteht hierbei also nicht vor Ort sondern im Herstellerwerk. Dipl.-Ing. Paul Martin Großkopff von Fa. Kleihues Betonbauteile GmbH & Co. KG beschreibt die Vorteile des Verfahrens am Beispiel modularer Wohneinheiten für Flüchtlinge: Aus aktuellem Anlass haben wir vor einiger Zeit unser System „Flexraum“ entwickelt.

Nach dem Motto „Flexibel Raum schaffen“ ermöglicht dies den Bau mobiler modularer Wohneinheiten. Diese aus Betonfertigteilen zusammengesetzten und auf Wunsch voll ausgestatteten Häuser, lassen sich dank ihrer Modulbauweise sehr flexibel an den jeweiligen Bedarf und an die örtlichen Gegebenheiten anpassen.“

Flexibel Raum schaffen

Das System wurde unter der Vorgabe entwickelt, sowohl die Planung als auch die Umsetzung des Bauvorhabens so einfach wie möglich zu gestalten. Deshalb funktioniert es nach dem Baukastenprinzip: Planer können sich die Module Bad, Küche, Aufenthaltsraum, Schlafzimmer und Wohnraum beliebig zusammenstellen. Sie bestimmen was in welchem Umfang gewünscht ist. Ob kleine, mittlere oder große Wohneinheiten mit bis zu drei Stockwerken.

Die Module in beliebigen Maßen lassen sich dabei „in Reihe“ oder aber auch „im Winkel“ konzipieren, so dass sich die Unterkünfte auch immer an die gegebene Topografie anpassen lassen. Standardformate gibt es nicht – jeder Kundenwunsch wird auftragsbezogen individuell gefertigt. Auf diese Weise lassen sich Wohneinheiten z.B. mit Einzelschlafräumen, Gemeinschaftszimmern oder Wirtschaftsräumen flexibel konfigurieren.

Spagat zwischen Unikat und wirtschaftlicher Serienfertigung

Großkopff fährt fort: „Wichtig hierbei: Die Wunschkonfiguration des Kunden fließt sehr früh in unsere Produktionsplanung ein. Unter Berücksichtigung örtlicher Gegebenheiten versuchen wir, schon in der Entwicklungsphase die oft unterschiedlichen Anforderungen von Planern, Auftraggebern und Ausführenden zusammenzubringen, so dass maßgeschneiderte Lösungen auch wirtschaftlich produzierbar bleiben. Auf diese Weise gelingt uns der Spagat zwischen Unikat und wirtschaftlicher Serienfertigung.“

Vorteil verkürzte Bauzeit

Entscheidender Vorteil, der sich für den Kunden ergibt: Durch die Vorfertigung im Herstellerwerk wird in den meisten Fällen eine deutlich verkürzte Bauzeit auf der Baustelle realisiert, da die Teile in der Regel hier nur noch montiert werden müssen.

Grosskopff ergänzt: Im Idealfall können die Elemente am Ende der Nutzungszeit relativ leicht wieder abgebaut werden. „Unter Umständen kommt es auch vor, dass Module auch zeitlich versetzt einer anderweitigen Nutzung an anderer Stelle zugeführt werden.“

Weitere Informationen unter:
www.kleihues-beton.de
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