Am 21.04.2021 hat das Bundeskabinett den Nationalen Radverkehrsplan 3.0 beschlossen. In ihm wird die Strategie der Bundesregierung zur Förderung des Radverkehrs in Deutschland dargelegt. Es werden neun Leitziele zur Umsetzung der Vision Fahrradland Deutschland 2030 formuliert. Eines dieser Ziele ist mit „Fahrrad & Infrastruktur“ überschrieben. Kernaussage ist die angestrebte Realisierung eines lückenlosen Radverkehrssystems bis zum Jahr 2030 in Deutschland. Der Radverkehr soll von 112 Mio. km im Jahr 2017 auf 224 Mio. km verdoppelt werden. Für die im Plan vorgesehenen Förderbereiche sollen 30 Euro pro Person und Jahr, das entspricht 2,5 Milliarden Euro, bereitgestellt werden.

Das Leitziel eines lückenlosen Radverkehrsnetzes in Städten und im ländlichen Raum bedingt einen extensiven Ausbau von Radwegen. Dieser Ausbau führt zu einer zusätzlichen Flächeninanspruchnahme. Die Inanspruchnahme von Flächen für Siedlungs- und Verkehrszwecke ist seit dem Jahr 2000 rückläufig. Derzeit beträgt der tägliche Anstieg etwa 52 Hektar. Das politische Ziel der Bundesregierung beläuft sich für 2030 auf „weniger als 30 Hektar“. Das Umweltbundesamt teilte am 28.12.2020 mit, dass ca. 45 % der Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland versiegelt ist. Die Versiege­lung beeinträchtigt wichtige Bodenfunktionen: Wasserdurchlässigkeit und Bodenfruchtbarkeit gehen verloren.

Die Umsetzung dieser gegensätzlichen Ziele sowohl des Ausbaus des Radwegenetzes als auch dem Entgegenwirken der Bodenversiegelung, ist durch den Einsatz wasserdurchlässiger Baustoffe, wie zum Beispiel Dränbeton, und entsprechender Konstruktionen erreichbar. Dränbeton ist ein Baustoff mit definierter Porosität als Grundlage für die erforderliche Durchlässigkeit. Sein Hohlraumgehalt entsteht durch die Verwendung einer Gesteinskörnung mit eng begrenzter Korngröße. Da die Körner einen eng abgestuften Bereich aufweisen, lassen sie sich nicht vollständig dicht packen und es entstehen Hohlräume.

Die Gesteins- körner berühren sich nur punktförmig und sind nach der Vermischung mit Wasser und Zement allein an ihren Kontaktstellen miteinander verbunden. Dieses Hohlraumgefüge bleibt nach der Erhärtung erhalten: Aufgrund seiner Wasserdurchlässigkeit kann der Beton zur gezielten Abführung von Niederschlagswasser genutzt werden. Durch eine Beimischung unterschiedlicher Pigmente während des Herstellungsprozesses können farbige Dränbetonflächen unter gestalterischen Aspekten realisiert werden. Eine differenzierte Gestaltung und Anordnung von zusätzlichen Informationen wie Fahrbahnmarkierungen oder Piktogrammen ist so möglich.

Langjährig bewährt hat sich Dränbeton im Straßenbau sowie im Garten- und Landschafts­bau zur Herstellung von Tragschichten. Dabei erweist sich der formstabile Baustoff als ausgesprochen vielseitig. So können Drän­betontragschichten unter Pflaster-, Drän­asphalt- und Dränbetondecken oder auch unter Plattenbelägen verwendet werden. Diese Anwen­dungsbereiche sind im Merkblatt für Dränbetontragschichten (MDBT) der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen e. V. (FGSV) geregelt.

Die Verwendung von Dränbeton zur Herstellung wasserdurchlässiger Deckschichten hat in Deutschland während der vergangenen Jahre zugenommen, insbesondere auch mit dem Ziel eines besseren Grundwasserschutzes durch eine Verringerung des Oberflächenabflusses.
Der Einsatz des Baustoffs für Verkehrsflächen ist im Merkblatt für Versickerungsfähige Verkehrsflächen (M VV) der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen e. V. beschrieben. Das Merkblatt legt Anforderungen an die Wasserdurchlässigkeit und an den Infiltrationsbeiwert fest. Diese betragen:
• Wasserdurchlässigkeit kf ≥ 5 x 10-5 m/s
• Infiltrationsbeiwert ki ≥ 3 x 10-5 m/s
Dränbetondeckschichten erreichen diese Werte mit einem von außen zugänglichen Hohlraumgehalt von ≥ 15 Vol.-%.

Radwege stellen an die einzusetzenden Baustoffe eine Reihe von Anforderungen:
• gute Griffigkeit
• geringer Rollwiderstand
• schwache Sprühfahnenbildung bei Regen
• schnell trocknende Oberflächen
• ausgeprägte Dränagewirkung
• gute Einfärb- und Markierbarkeit.

Diese Anforderungen werden durch die Eigenschaften der Dränbetonfamilie Pervia® der CEMEX Deutschland AG erfüllt. Pervia® Classic ist für den Einsatz als Tragschicht gemäß dem Merkblatt Dränbetontragschichten (M DBT) geeignet. Pervia® Top wurde für die Verwendung als wasserdurchlässige Deckschicht entsprechend den Festlegungen des Merkblatts Versickerungsfähige Verkehrsflächen entwickelt.
Zusammenfassend bietet die Verwendung von Dränbeton eine Reihe technischer und ökologischer Vorteile:
• Regenwasser kann an Ort und Stelle versickern.
• Die Flächenversiegelung wird verringert.
• Es erfolgt ein Auffüllen des lokalen Grundwasserspiegels.
• Durch die Versickerung und Aufnahme des Regenwassers werden die Auswirkungen von Starkregenereignissen abgemindert.
• Dränbeton weist eine wasserspeichernde Funktion auf. Dadurch wird der Wirkung des Heat Island Effects in Städten entgegengewirkt.
• Im Winter entfällt das Abstreuen mit Salz.

Der Einsatz von Dränbeton trägt zu einem schonenden Umgang mit Grund und Boden bei. Die Begrenzung der Bodenversiegelung ist aus ökologischer Sicht wichtig und ermöglicht eine Verbesserung des Mikroklimas im Bereich der jeweiligen Areale. Gleichzeitig wird die Umsetzung der ambitionierten Ziele des Nationalen Radverkehrsplanes 3.0 mit einem Baustoff für nachhaltiges Bauen unterstützt.

Weitere Informationen unter:
www.cemex.de/produkte/beton/marken/pervia
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