Mit Holzbau schnell und klimaneutral Wohnraum schaffen

Freiburg, 18. November 2019 

Es ist leicht, es sorgt für ein gutes Raumklima, es bietet eine natürliche Wärmedämmung, es lässt sich gut und präzise vorfertigen und es ist obendrein klimafreundlich: Holz als Baustoff hat viele Vorteile. Auch mehrgeschossige Gebäude bis hin zu Hochhäusern sind mit modernen Technologien kein Problem. Doch wer mit Holz baut, muss dessen Eigenschaften von Anfang an in der Planung berücksichtigen.

Worauf es dabei ankommt, erklären Experten in einem Webinar am 25. November 2019, das im Rahmen des 9. Kongress für Energieautonome Kommunen angeboten wird.

Um klimaneutral zu bauen, reicht es nicht, Häuser auf maximale Energieeffizienz in der Nutzungsphase zu trimmen. Auch das Bauen an sich muss einbezogen werden. Vor allem die Herstellung von Beton ist extrem energieaufwändig. Der australische Thinktank Beyond Zero Emissions schätzt, dass alleine die weltweite Zementproduktion für rund 8% der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich ist. Durch den weitgehenden Verzicht auf Beton und Stahl hat Holzbau im Vergleich zu herkömmlichen Gebäuden eine um etwa 90 Prozent bessere Klimabilanz, und ist schon lange nicht mehr auf Flachbauten und Gartenhütten begrenzt.

In Freiburg im Breisgau entsteht zum Beispiel gerade ein achtstöckiges Haus komplett aus Holz – von der Fassade über die Dämmung bis zum Aufzugsschacht. Es soll 30 Wohnungen sowie Läden, Cafés und eine Kita beherbergen. Mit rund elf Millionen Euro Investitionskosten ist es nicht teurer als ein konventionelles Gebäude. Doch um die Stärken
des Werkstoffes Holz auszuschöpfen, müssen Planer und Architekten von Anfang an anders denken. Während bei einem Haus aus Stein und Beton bis zuletzt noch Details verändert werden können, sind moderne Holzbauten in hohem Maße vorgefertigt. Prozesse müssen daher bereits in der Planung viel präziser bis zum Ende durchdacht werden. Was Planer und Architekten deshalb bei der Aufgabenteilung und in der rechtlichen Abstimmung mit dem Bauamt beachten sollten, und wie sie Stolpersteine meiden können, erklärt der erfahrene Architekt Jochen Weissenrieder im Webinar anhand des Gebäudes in Freiburg. Anschließend beleuchtet Benedikt Ganter, Geschäftsführer von DIE HOLZBAUINGENIEURE, die
Besonderheiten des Projektes in Bezug auf die Konstruktion und Statik.

Holzbau-Offensive soll Baden-Württemberg lebenswerter machen

Das hohe Maß an Vorfertigung macht den Holzbau in Ballungsgebieten besonders interessant. Denn mit Holz lassen sich in kurzer Zeit nicht nur viele, sondern auch günstige und hochwertige Wohnungen bauen. Das geringe Gewicht ermöglicht auch das Aufstocken
von Gebäuden, bei denen dies bisher statisch ausgeschlossen schien.

Baden-Württemberg hat deshalb eine mit 17 Millionen Euro ausgestattete Holzbauoffensive ins Leben gerufen.
Zum Programm gehören nicht nur Zuschüsse für konkrete Projekte, sondern insgesamt 13 Innovationspakete: Das Land hat sich zum Beispiel auf die Fahnen geschrieben, bei eigenen Gebäuden vermehrt auf Holz zu setzen. Um Architekten für die Arbeit mit dem neuen alten Werkstoff zu schulen, wurden drei neue Professuren geschaffen. Und auch die
Ökobilanzierung und Nachhaltigkeitsstandards beim Bau sollen besser untersucht werden.

„Das Ziel ist es, Baden-Württemberg durch Holzbau lebenswerter zu machen“,

sagt Jan Bulmer, der das Programm im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz koordiniert. Er wird im Webinar weitere innovative Projekte aus der Holzbau-Offensive vorstellen und die Fördermöglichkeiten erläutern.
Eine kostenfreie Anmeldung zum Webinar ist unter folgendem Link möglich: https://www.energieautonome-kommunen.de/der-kongress/webinare/

Holz ist nur ein Baustein für Energieautonome Kommunen

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Auf dem 9. Kongress Energieautonome Kommunen am 13. und 14. Februar 2020 wird Holzbau ein Kernthema sein. Baden-Württembergs Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, wird dort einen Keynote-Vortrag über innovative Holzbauprojekte und die Förderung im Rahmen der Holzbau-Offensive halten. Auch alle Referenten des Webinars werden bei dem Kongress im Praxisforum „Innovative Gebäude mit Holz“ von ihren Erfahrungen berichten und den Teilnehmern für den persönlichen
Austausch zur Verfügung stehen. Darüber hinaus bietet der Kongress Vorträge und Diskussionsrunden zu den Themen klimaneutrale Neubaugebiete, klimaneutrale Betriebe und Verwaltungen sowie Kommunikationsmodelle für die Einbindung von Akteuren in den kommunalen Klimaschutz.

Über den Kongress Energieautonome Kommunen

Der Kongress Energieautonome Kommunen wurde 2011 vom fesa e.V. initiiert und findet 2020 zum neunten Mal statt. Erwartet werden über 200 Fachbesucher aus den Bereichen kommunale Verwaltung, kommunale Energiewirtschaft, Bürgergenossenschaften, Wohnungswirtschaft, Gewerbe und Industrie sowie Energie- und Beratungsdienstleistungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Kongress findet direkt auf der Messe Freiburg parallel zur Fachmesse  Gebäude.Energie.Technik (GETEC) statt und wird von den Partnern Solar Promotion GmbH, Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG,
fesa e.V. sowie schäffler sinnogy veranstaltet. Schirmherr der Veranstaltung ist das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Das Programm des 9. Kongress Energieautonome Kommunen finden Sie hier:
https://www.energieautonome-kommunen.de/der-kongress/programm/