Der Kita-Ausbau in Erdweg war durch Denkmalschutzauflagen, Einzelgewerke, Förderprozesse und hohen Abstimmungsbedarf geprägt – und im Bauablauf durch einBrandereignis zusätzlich gefordert. Entscheidend waren deshalb klare Entscheidungen, belastbare Termin- und Kostensteuerungund ein enges Schnittstellenmanagement.
Mit der Sanierung und Erweiterung des Kinderhauses St. Paul hat die Erzdiözese München und Freising (EOM) gemeinsam mit der Kath. Pfarrkirchenstiftung Mariä-Himmelfahrt Walkertshofen und der Gemeinde Erdweg einen zentralen Baustein der sozialen Infrastruktur weiterentwickelt. Die heutige Nutzung umfasst 1 Krippengruppe (12 Plätze), 2 Kindergartengruppen (je 25 Plätze) sowie 1 Integrationsgruppe (15 Kinder), ergänzt um Therapieräume und ein behindertengerechtes WC. Für die Gemeinde bedeutet das eine spürbare Entlastung bei der Betreuungssituation und mehr Planungssicherheit für Familien. Das Investitionsvolumen betrug 8,4 Mio.Euro.
Das denkmalgeschützte Bestandsgebäude wurde umfassend saniert und in enger Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege weiterentwickelt. Ein Anbau aus den 1990er Jahren wurde zurückgebaut und durch einen Ersatzneubau in Holzbauweise ersetzt. Energetisch setzt das Projekt auf eine Luft/Wasser-Wärmepumpe, begrünte Flachdächer und Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung: Im Neubau kommen dezentrale Geräte zum Einsatz, im sanierten Altbau zentrale.
In diesem Projekt war das professionelle Projektmanagement nach AHO kein „Add-on“: Denkmalschutzauflagen, Ausbaudetails, Förderanforderungen und die Abstimmung zwischen Auftraggeber, Gemeinde, Nutzer, Behördensowie zahlreichen Planungsbeteiligten mussten in eine belastbare Gesamtlogik übersetzt werden. Hinzu kam die Vergabe in Einzelgewerken – 33 Bauverträge wurden geschlossen. Klare Leistungsabgrenzung, Terminplanung, Kosten- und Nachtragsmanagement sowie transparente Kommunikation waren entscheidend, um das Projekt sicher zum Abschluss zu bringen.
Wie schnell aus Bauablauf Krisenmanagement wird, zeigte ein aufgetretenes Brandereignis im Neubau: Sicherungsmaßnahmen, Aufräum- und Trocknungsarbeiten, die Bewertung durch Sachverständige und ergänzende Prüfungen (u. a. Raumluftmessungen) mussten kurzfristig organisiert und in Kosten- und Terminpläne überführt werden. Durch priorisierte Maßnahmen und wirtschaftliche Variantenentscheidungen konnten die Auswirkungen begrenzt und die Verzögerung auf rund fünf Monate begrenzt werden. Die Inbetriebnahme erfolgte am 02.02.2026, die Einweihung am 21.03.2026.
www.thost.de




