Märchenhafte Verwandlung: aus Stroh wird Strom

Zutrittsorganisation von Winkhaus sichert einzigartiges Bioenergiekraftwerk

Es klingt fast wie bei den Brüdern Grimm: Im Bioenergiekraftwerk Emsland (BEKW) wird Stroh zwar nicht zu Gold, aber dafür zu Strom und Wärme. 2013 ging dieses erste Strohheizkraftwerk Deutschlands in Betrieb. Die innovative Zutrittsorganisation blueSmart von Winkhaus sichert den zukunftsorientierten Komplex.

Auch bei näherem Hinsehen bleibt das am­bitionierte Pilotprojekt eine Ideallösung, die frei von unerwünschten Nebenwirkungen ist. Denn das BEKW erschließt ein immenses und bisher weitgehend ungenutztes Energiepotential. Es beweist, dass es einen Weg zur Realisierung einer sicheren, planbaren und umweltschonenden Energieversorgung gibt. Zudem leistet es einen hohen Beitrag ­sowohl zum Klimaschutz als auch zur regionalen Wertschöpfung.

Das Kraftwerk verbrennt stündlich zehn Tonnen Stroh und erzeugt dabei 12 MW Strom sowie Prozessdampf und Nahwärme. Allein mit der Nahwärme versorgt es derzeit in Emlichheim rund 150 Haushalte, zwei Schulzentren und ein Altenheim. Weitere Abnehmer haben sich bereits angemeldet. Strom und Prozessdampf werden in das Netz der benachbarten Kartoffelstärkefabrik der Emsland Group eingespeist.

Innovative Technik

Das BEKW arbeitet – von der Energieerzeugung bis zur Schließanlage – mit den neusten Technologien. blueSmart von Winkhaus kontrolliert hier den Zutritt. „Die kompakten Türzylinder passen in jede Standardtür und werden kabellos installiert“, erläutert Uwe Peters, Industriemeister im BEKW, einige der Vorteile. „Auch die guten Erfahrungen, die die Gemeinde Emlichheim bereits mit den elektronischen Schließanlagen von Winkhaus in ihren öffentlichen Bauten gemacht haben, sprachen für die Technologie“, ergänzt Dipl.-Ing. Christoph Pieper, Chef der Leittechnik des BEKW.

Virtuelles Netzwerk

54 elektronische Zylinder, ein Wandleser und ein AccessPoint sichern die Außenhaut und die wichtigsten Bereiche im Inneren des Komplexes. Sie bilden ein virtuelles Netzwerk. Das funktioniert offline und drahtlos zwischen den installierten elektronischen Komponenten, die miteinander kommunizieren, Informationen verarbeiten und diese weitergeben. Im Gegensatz zu konventionellen Netzen entfallen aufwendige Verka­belungen, eine Vielzahl von Umsetzern oder störanfällige Funkstrecken.

Informationen zwischen den elektronischen Zylindern werden schnell und kabellos über den batterielos arbeitenden blueSmart Schlüssel übertragen. Rund dreißig Schlüssel sind derzeit im BEKW im Einsatz. Der vielseitige Schlüssel funktioniert als Identifikationsmedium im Kraftwerk auf unterschiedliche Weise: Die mit elektronischen Zylindern ge­sicherten Türen öffnet er ähnlich wie ein mechanischer Schlüssel. Er wird in den Zylinder gesteckt und gedreht. Der Wandleser am Tor erkennt den zutrittsberechtigten Schlüssel sogar berührungslos, wenn der Nutzer ihn vor das Gerät hält, und erteilt dann die Freigabe für den Zutritt. Der AccessPoint am Hauptzugang hält für den Schlüssel eine Öffnung vor. Dort wird er hineingesteckt, erkannt und mit den neusten Daten beladen.

Der IP 68 taugliche Schlüssel und die Zylinder verfügen über große Ereignisspeicher. Es können zum Beispiel im Falle eines Diebstahls die letzten 2.000 Schließereignisse mit Datum und Uhrzeit im Zylinder ausgelesen werden.

Leichte Verwaltung

blueSmart wird mit Hilfe der Winkhaus Software blueControl Start virtuell am Rechner von Uwe Peters zentral gesteuert. Auch die Zutrittsberechtigungen der rund 30 Mitarbeiter werden hier verwaltet. Bei der Steuerung der Anlage können die Organisationsstrukturen der Gebäude und Abteilungen direkt zur Berechtigung herangezogen werden. „Berechtigungsänderungen werden in der Regel nicht mit dem Programmiergerät zu den Zylindern getragen, sondern beim regelmäßigen Aufbuchen am AccessPoint auf die Nutzerschlüssel programmiert“, beschreibt Winkhaus Objektberater Rainer Schüür. „Der Daten- und Informationsaustausch zwischen Schlüssel und Zylinder geschieht bei der alltäglichen Verwendung des Schlüssels automatisch im Hintergrund, ohne dass der Anwender Kenntnis davon nimmt.“

Weitere Informationen unter:
www.winkhaus.de
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