Halbzeit auf der Landesgartenschau Neuss 2026: Rund 265.000 Besucher sind in den ersten 90 Tagen durch das neue grüne Herz der Stadt spaziert. Vor zwei Jahren lag dort das stillgelegte Gelände der ehemaligen Galopprennbahn. Eine Brache. Heute blüht hier das Leben. Maßgeblichen Anteil daran hat der Landschaftsbauer Knappmann in Essen, der wesentliche Teile der Landesgartenschau angelegt hat – von den Wegen, Plätzen und dem Haupteingang bis hin zu den großen Freiflächen.
„Der neue Park wurde in Rekordzeit von rund 20 Monaten gebaut“, schildert Maximilian Brandt, Bauleiter bei Knappmann. „Die Landesgartenschau war für uns eine logistische Meisterleistung: Es war große Flexibilität gefragt, weil wir immer wieder umplanen mussten.“ Ein Beispiel waren die frühen Pflanzarbeiten, die wesentlich für eine Gartenschau sind. „Wir haben 470 Bäume schon Anfang 2025 gepflanzt, als die Landesgartenschau nicht in Ansätzen erkennbar war“, so Brandt. Doch die Bäume und Sträucher mussten in den Boden, damit sie sich bis zum Start der Gartenschau im April 2026 entwickeln konnten.
„Das war eine große Herausforderung, weil wir im offenen Baufeld, ohne Wege und Straßen, von jedem der 470 Bäume und 8000 Sträucher den individuellen Standort bestimmen mussten, inklusive der genauen Pflanzhöhe. Die Bäume und Sträucher standen wie Inseln mitten auf der Baustelle“, erinnert sich Brandt.
Gefragt waren Flexibilität und Improvisationsgeschick
Üblich ist diese Reihenfolge nicht. „Eigentlich ist es normal, dass zuerst Straßen, Wege, Treppen und die Randbereiche der Beete und Grünflächen umgesetzt werden, erst dann kommen die Pflanzen“, erklärt der Bauleiter. Doch in Neuss war das aufgrund der kurzen Bauzeit umgekehrt. Das erhöhte den Aufwand. Zunächst wurden die Beete angelegt, danach die Wege samt rund sechs Kilometer Wegebankette. Diese wurden im Verlauf so belastet, dass sie drei Wochen vor der Eröffnung erneuert werden mussten. Knappmann zog entsprechend viele Mitarbeiter aus der Zentrale in Essen nach Neuss ab, damit die Landesgartenschau den Eröffnungstermin halten konnte.
Die Zahl der von Knappmann gesetzten Pflanzen ist enorm. Neben den Bäumen und Sträuchern wurden rund 290.000 Blumenzwiebeln in den Boden eingebracht, 50.000 Stauden nach einem strengen Pflanzplan gesetzt sowie rund 1000 Rosenstöcke. Rund 60 verschiedene Mitarbeiter hat Knappmann für den Bau und die Bepflanzung der Landesgartenschau Neuss eingesetzt, vom Tiefbauer über den Straßenbauer und Maschinisten bis hin zu zahlreichen Landschaftsgärtnern. Zu Höchstzeiten waren rund 30 Mitarbeiter gleichzeitig auf dem Gelände im Einsatz.
Und das hat auch nicht aufgehört. „Im Juni hat unser Gärtnerteam von den rund 30.000 Sommerblumen auf der Landesgartenschau 19.000 Sommerpflanzen in die Erde gebracht – damit die Gartenschau zur Halbzeit im Sommerlook strahlt“, freut sich Knappmann- Geschäftsführerin Laura Knappmann. „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir wesentlich zum Erfolg der Landesgartenschau in Neuss beitragen konnten.“ Damit hat auch eine Tradition begonnen: Auch 2020 bei der Landesgartenschau in Kamp-Lintfort war Knappmann schon mit dabei.
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