Kleine Erfrischung: IKT lässt es regnen

Sommer, Sonne, Sonnenschein – und wochenlang kaum eine Wolke am Himmel. Die Freibäder sind voll, die Wiesen gelb und die Bäume werfen wegen der Trockenheit ihre Blätter ab. Da käme ein bisschen Regen gerade recht. Den macht sich das IKT bei Bedarf selbst. Denn jetzt ist der richtige Zeitpunkt für eine Prüfung mit dem so genannten Tropfinfiltrometer, um die Durchlässigkeit von verlegten Pflastersteinen zu messen.

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Regenmengen werden in der Regel in Liter pro Quadratmeter angegeben. Und nie war diese Angabe passender. Denn viel mehr als ein Quadratmeter wird nicht nass, wenn die IKT-Prüfer ihr Tropfinfiltrometer aufstellen und sich ihren eigenen Regen machen. Allerdings messen die Wissenschaftler die Niederschlagsmenge gar nicht in L/m² – sondern in Liter pro Sekunde und Hektar [l/(s•ha)]. Der Zeitfaktor ist ihnen wichtig.

Wie versiegelt ist die Fläche?

Weil wir unsere Welt immer weiter versiegeln und das in Zeiten des Klimawandels unangenehme Folgen haben kann, versucht man, auch gepflasterte Flächen möglichst wasserdurchlässig zu gestalten. Aber nimmt ein sogenanntes Sickerpflaster den Niederschlag in den versprochenen Mengen auf? Und wie sieht es nach ein paar Jahren des Rumliegens und Genutztwerdens aus?

Mit dem Tropfinfiltrometer können die IKT-Prüfer eine darunter liegende Testfläche fein dosiert bewässern. Mit dieser Testapparatur wird die Durchlässigkeit des Systems „Flächenbelag und Untergrund“ untersucht: in situ – frisch verlegt und/oder nach einer bestimmten Betriebsdauer. Die Feldversuche dienen der Erfassung der Wasserdurchlässigkeit unter Einfluss der tatsächlichen Randbedingungen wie Lagerungsdichte, Lagerungsart, Inhomogenität in horizontaler und vertikaler Richtung.

Beim Einsatz des Tropfinfiltrometers grenzen die Prüfer mithilfe eines Stahlrings eine definierte Testfläche von etwa einem Viertelquadratmeter ab. Der Ring wird rundum mit Schnellzement auf der zu prüfenden Belagsfläche abgedichtet. Anschließend wird die Testfläche über die Beregnungseinheit bewässert. Damit das Wasser im Ring nicht auch zu den Seiten versickert, was das Ergebnis verfälschen würde, wird auch der an die Testfläche grenzende Bereich des Belags beregnet. Und hier ist es wichtig, dass die Sonne scheint, denn Regenwetter würde den Boden vorsättigen und so die Versickerungsleistung reduzieren.

ikt flaechenbelag pruefung721 800x600 - Kleine Erfrischung: IKT lässt es regnenRegen realitätsnah simuliert

Bei der Beregnung mittels Injektionsnadeln simulieren die erzeugten Tropfen ein natürliches Regenereignis. Die Beregnung der Prüffläche wird durch sensorgesteuertes An- und Ausschalten der Pumpe so reguliert, dass ein möglichst konstanter Wasserstand auf der Prüffläche gehalten wird. Überstau der Prüffläche und vertikaler Wasserdruck werden bei der Tropfinfiltrometer-Methode möglichst gering gehalten um weitestgehend realistische Niederschlagsbedingungen sicherzustellen.

Die Infiltrationsrate in Liter pro Sekunde und Hektar ergibt sich aus der Menge des Zuflusses zur Testfläche unter Berücksichtigung der Versuchszeit und der Größe der Fläche. Kurz sacken lassen oder noch mal lesen. Dann weiter: Eine speziell für dieses Gerät entwickelte Software erfasst die Wasserzugaben zur Testfläche, steuert die Pumpen und berechnet gleichzeitig die mittleren Infiltrationsraten in l/(s•ha).

Um festzustellen, ob ein Sickerpflaster die vorgegebenen beziehungsweise die vom Hersteller versprochenen Versickerungsraten aufweist, kann es also durchaus sinnvoll sein, sich auch bei schönstem Sonnenschein ein bisschen Regen selber zu machen. Nebenbei: Das sind die optimalen Randbedingungen für eine solche Prüfung.

Diese Prüfleistung ist buchbar bei der IKT-Prüfstelle für Durchflussmessung: www.bit.ly/pruefstelle-dfm

Und wenn die Dürre vorbei ist und das Wetter mal wieder ins andere Extrem umschlägt, dann sollte man vorbereitet sein:

StarkRegenCongress – SRC2018

9.-10. Oktober 2018 in Gelsenkirchen

Programm und Anmeldung: www.bit.ly/SRC-2018

Ausstellerinformation: www.bit.ly/SRC-2018-Ausstellerinfo

Das IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur in Gelsenkirchen ist ein neutrales, unabhängiges und gemeinnütziges Forschungs-, Prüf- und Schulungsinstitut. Es arbeitet praxis- und anwendungsorientiert an Fragen des unterirdischen Leitungsbaus. Schwerpunkt ist die Kanalisation. Für Bau, Betrieb und Sanierung unterirdischer Infrastruktureinrichtungen führt das IKT Forschungsprojekte, Prüfungen, Warentests, Beratungen und Seminare durch.

Alle Bilder: IKT

Regenmacher: Mit dem Tropfinfiltrometer wird die Versickerungsleistung von Flächenbelägen ermittelt.

Ein Ring sie zu prüfen: Mit einem Stahlring und Zement wird die Prüffläche vorbereitet.