Eine effiziente Gebäudeautomation (GA) optimiert Nutzungskomfort und Funktionalität, hilft CO2 zu sparen und senkt so die Betriebskosten. TÜV SÜD zeigt, wie Bauherren und Gebäudeverwalter die Technik und die zunehmenden gesetzlichen Vorgaben beherrschen.

Es existiert ein wachsender Bedarf an intelligenten, vernetzten und flexiblen GA-Systemen. Das verdeutlichen nicht zuletzt Begriffe wie BIM, Smart Building oder Smart Grid, die immer mehr zu prägenden Schlagworten werden. Gesetz- und Normgeber reagieren darauf. Der Arbeitskreis Maschinen- und Elektrotechnik staatlicher und kommunaler Verwaltungen (AMEV) hat einen verbindlichen Leitfaden für die Digitalisierung der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) vorgelegt. Die europäische Energy Performance of Building Directive (EPBD) formuliert europaweite Standards zur Energieeffizienz.

Mit einer guten Planung behalten Bauherren den Überblick und sichern sich gegen Qualitätsrisiken ab. Das beginnt schon mit der Beauftragung des Fachplaners. Doch welche Leistungen sind überhaupt zu beauftragen und wie lässt sich die Qualität bei Planung, Errichtung und Betrieb sichern? Der aktuelle „Handlungsleitfaden Gebäudeautomation“ von TÜV SÜD bietet Orientierung in 8 Schritten:

1. Zunächst werden Ziele definiert und die Anforderungen an das Projekt präzise und strukturiert festgelegt.
2. Dann gilt es, Komponenten und Datenpunkte im IT-System einheitlich zu bezeichnen.
3. Eine Leistungsbilanz gewährleistet die Stromversorgung von Automationsschwerpunkten.
4. Das richtige Zusammenspiel der Komponenten sichert eine Netzwerktopologie.
5. Integrierte Mess- und Zähleinrichtungen ermöglichen ein Energiecontrolling über den Lebenszyklus des Gebäudes.
6. Eine herstellerneutrale und -unabhängige Kommunikation per BACnet-Standard sorgt für transparente, kostensparende Planungs- und Projektierungsverfahren.
7. Das Technische Monitoring sichert Betreibern die Kontrolle über das Gebäude. Ein digitales Prüfkonzept hilft dabei, den optimalen Anlagenbetrieb sicherzustellen.
8. Die Technische Dokumentation schafft schließlich die nötige Transparenz im Betrieb.
Wer die GA frühzeitig und umfassend plant, integriert und kontrolliert, erhält ein stabiles und transparentes „Nervenkostüm“ des Gebäudes, das dessen Wert nachhaltig steigert.

Autor: Dipl.-Ing. (FH) Patrick Lützel, Elektro- und Gebäudetechnik, TÜV SÜD Industrie Service GmbH

Weitere Informationen unter:
www.tuvsud.com/de-is
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