Was tun bei schlechten Gerüchen aus dem Abwasserkanal? Das ist eine Frage, mit der sich viele Gemeinden, Städte und Kläranlagenverantwortliche immer wieder beschäftigen müssen. Der naturgemäß organische Fäkaliengeruch ist dabei keineswegs immer die Hauptursache. Der Kern des Problems ist in vielen Fällen die Entwicklung von Schwefelwasserstoff (H2S) im Kanalnetz – ein Gas das nicht nur stinkt, sondern vor allem stark giftig ist und zudem auch zu massiver Betonkorrosion führt. Beschweren sich Anwohner über unangenehme Gerüche, die durch die Abwasserentsorgung entstehen, sollten diese daher immer ernst genommen und näher untersucht werden. Den Bürgern „stinkt“ es vielleicht nicht nur, sondern sie könnten gesundheitsgefährdenden Gerüchen ausgesetzt sein. Gerade in der Nähe von z. B. Pumpstationen sind Geruchsbeschwerden ein Indiz für erhöhte Konzentrationen von Schwefelwasserstoffgas. Um den Austritt dieser toxischen Substanzen und den vorzeitigen Verfall der Kanalbauwerke zu verhindern, ist eine Bewertung der Situation vor Ort durch Fachleute empfehlenswert.

Wirksam gegen Schwefelwasserstoff

Die Firma H2Ortner GmbH aus Passau unterstützt seit mehr als 16 Jahren Kommunen bei allen Fragen rund um die Abwasserreinigung. Die Beratung zu Geruchsproblemen ist dabei in den Siedlungsbereichen eine wichtige Frage der Lebensqualität der Bürger. Inzwischen gibt es zur Geruchsbekämpfung eine Reihe von effektiven Gegenmaßnahmen. So kann für jede Geruchsemission eine Geruchsreduktion, für jedes Problem eine Lösung oder anders gesagt, für jedes faule Wässerchen ein passendes Mittelchen gefunden werden.

Am Anfang steht immer die Analyse der Problemursachen. In vielen Fällen hat sich die Dosierung von geringen Mengen an Chemikalien, z. B. Nitrat- oder Eisenlösungen bewährt. Die Freisetzung von giftigem Schwefelwasserstoff kann damit effektiv verhindert werden. Das Verfahren dazu ist bereits seit Jahrzehnten bekannt und inzwischen in einer Vielzahl von Kanalsystemen in Deutschland im Einsatz.

Symptomanalyse: Messtechnik und Dosierstationen

Gerade in ländlichen Regionen erschweren lange Distanzen und unregelmäßige Abwasserbeaufschlagung die Ursachenanalyse und Chemikaliendosierung im Kanalnetz. Doch nur die exakte Suche nach dem wirkungsvollsten Lösungsansatz ermöglichst es dem Abwasserbetrieb oder der Gemeinde, langfristig erfolgreich, wirtschaftlich und überlegt gegen den Geruch zu arbeiten. Die Experten von H2Ortner sind genau auf diese Anwendungsgebiete spezialisiert: bei Bedarf kann eine umfassende Messwertanalyse mittels Onlinesensoren und gemietete Steuer-/Dosiertechnik realisiert werden.

Die Wirksamkeit der Maßnahmen kann mit dieser Ausrüstung sogar vorab in einem Versuchseinsatz über einige Wochen bewertet und optimiert werden. Die Wirtschaftlichkeit des individuell angepassten Verfahrens ist damit noch vor einer endgültigen Kaufentscheidung von den Verantwortlichen klar einschätzbar. Die Dosierstationen sind bei Bedarf dezentral aufstellbar, sogar für Kleinstanwendungen mit 25-Liter Kanister oder Einzel-IBC.

Symptombekämpfung: Geruchsneutralisierung oder -überdeckung

Auch bei sehr lokalen Geruchsproblemen, die nicht unbedingt durch Schwefelwasserstoff verursacht werden, kann Abhilfe geschaffen werden. Mit Mitteln der Geruchsneutralisierung und -überdeckung hilft H2Ortner seinen Kunden auch bei komplexen Problemen.

Für Lagerstätten von entwässerten Schlämmen oder Abfällen können z. B. Geruchshemmer auf der Basis von Alginaten eingesetzt werden. Diese neutralisieren Gerüche aktiv und verhindern deren Ausbreitung nachhaltig. Im Fall von schlechten Gerüchen aus Kanal- schächten kommen Anti-Geruch Gelplatten (ActivDisc) zum Einsatz, die ätherische Öle freisetzen und so für ein gutes Geruchsempfinden bei Anwohnern und Passanten sorgen.

Gerüche aus dem Kanalsystem sind leider ein weit verbreitetes Problem. Die gute Nachricht ist, dass in den meisten Fällen durch wirkungsvolle Gegenmaßnahmen Abhilfe geschaffen werden kann.

Autor: Dr.-Ing. Benjamin Simstich

Weitere Informationen unter:
www.h2ortner.com
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