Kaum noch Bioabfälle im Restmüll dank Biotonne mit Bio-Filterdeckel

Erfolgsmodell in Cochem-Zell macht zweimalige Gebührensenkung möglich

Immer mehr Stadt- und Landkreise begeben sich auf den Weg einer getrennten Sammlung von organischen Abfällen. Die Richtung dazu gibt das Kreislaufwirtschaftsgesetz vor: Kein Bioabfall in der Restmülltonne. Mustergültig hat der Landkreis Cochem-Zell die gesetzlichen Vorgaben nicht nur erfüllt, sondern bei gleichzeitiger Optimierung des Behältersystems vor einem Jahr die Biotonne samt Biofilterdeckel eingeführt. Seitdem sammeln die Landkreisbewohner an der Mosel erheblich mehr Bio- abfall, als die Planer erwartet hatten. In der Folge sank das Restmüllaufkommen drastisch. Das neue Erfolgskonzept ersetzt im Landkreis Cochem-Zell die althergebrachte Praxis: finanziell geförderte Eigenkompostierung, eine ausgebaute dezentrale Grüngutentsorgung und Fleisch, Fisch und andere eiweißhaltige Essensreste in den Restmüll.

Rund um die Reichsburg Cochem begann die getrennte Erfassung von Bioabfällen zu Jahresbeginn 2015. Punktgenau setzten die Moselaner damit die gesetzliche Trennpflicht um. Mehr als 20.000 Haushalte im Landkreis bekamen erstmals eine Biotonne, die seitdem zweiwöchentlich geleert wird. Bereits die ersten Monate zeigten einen vielversprechenden Trend: Immer mehr Küchenabfälle landeten dank Biofilterdeckel problemlos in der Biotonne.

Der Organikanteil im Restmüll sank drastisch, in einzelnen Haushalten verminderte sich das Restmüllaufkommen um bis zu 75 Prozent. Bernd Heimes, zuständiger Kreisdezernent für Abfallwirtschaft, sprach von einer überaus positiven Entwicklung: Im ersten Jahr sammelten die Haushalte rund 5.000 Tonnen organische Abfälle über die Bio- tonne mit Biofilterdeckel. „Das liegt erheblich über unserem Plan“, sagte der Kreisdezernent nach Angaben der Koblenzer Rhein-Zeitung. Im Vorfeld der Einführung der Biotonne war der Landkreis von lediglich etwa 3.000 Tonnen Bioabfall ausgegangen.

Die Einführung der Biotonne mit Biofilterdeckel wurde von der Kreisverwaltung mit einer umfassenden Öffentlichkeitsarbeit begleitet. Denn: Bürger, die bisher keine Bioabfalltonnen hatten, befürchteten mögliche Geruchs- und Hygieneprobleme. Die Erfahrungen an der Mosel zeigen jedoch, dass das Sammelsystem keinesfalls mit derartigen Problemen verbunden sein muss.

Dabei hilft ein spezieller Biofilterdeckel. Im Deckel des Gefäßes steckt neue Technik, die die „Schattenseiten“ der Sammlung von Lebensmittelresten minimiert: Eine Gummilippe verschließt die Tonne luftdicht, was gegen das Eindringen von Insekten und Maden hilft. Ein Biofilter im Deckel enthält aktive Mikroorganismen; sie bauen konstant lästige Gerüche ab. Der überwiegende Teil der Landkreisbewohner akzeptiert inzwischen die Biotonne und trennt gewissenhaft die organischen Abfälle.

Der Einstieg in eine nachhaltige Ressourcenwirtschaft ist vor kurzem auch den Landkreisen Ravensburg und Lörrach in Baden-Württemberg gelungen. In den Landstrichen nahe dem Bodensee erhielten fast 100.000 Haushalte 2016 erstmals Biotonnen. Nach einer Phase der Gewöhnung wollen viele Einwohner die braune Tonne mit Biofilterdeckel nicht mehr missen. Und die Landkreise selbst freuen sich inzwischen über weniger Restmüll in der Tonne. Auch in der brandenburgischen Heimat des „Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ sowie im benachbarten Ostprignitz-Ruppin setzt man ausschließlich auf Behältersysteme mit Bio-Filterdeckel.

Mit Sicherheit werden die Verantwortlichen der Landkreise ihre positiven Erfahrungen mit Biotonnen in Verbindung mit Biofiltern weitergeben. Damit sich immer mehr Stadt- und Landkreise zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen auf den Weg machen. Getreu dem Motto: „Raus aus dem Restmüll, rein in die Biotonne“.

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