Schnelles Internet für alle. Mit gutem Beispiel voran geht in diesem Zusammenhang der Landkreis Diepholz, der zurzeit den Breitbandausbau konsequent vorantreibt. Für den zügigen Baufortschritt kommen Kabelschächte von Romold zum Einsatz.

Stehen in Großstädten und Ballungsgebieten schnelle Internetverbindungen bereits großflächig zur Verfügung, haben die Nutzer auf dem Land häufig noch das Nachsehen. Problematisch ist dies vor allem für Firmen und Nutzer, die auf eine schnelle Datenautobahn angewiesen sind. Um entsprechende Vorhaben zeitnah umsetzen zu können, stellen der Bund, die Länder sowie die EU Fördermittel zur Verfügung. Auf sie können die Landkreise zurückgreifen. Im niedersächsischen Landkreis Diepholz wurden bzw. werden etwa 180 Mio. Euro investiert, es gehört damit zu Deutschlands größten Projekten im Breitbandausbau. Bis Mitte 2022 entstehen hier rund 2.000 km Tiefbautrasse mit über 1.550 verbauten Schächten. Nach Fertigstellung sollen dann etwa 15.000 Gebäude an das Breitbandnetz angeschlossen werden.

Für den schnellen Fortgang der Arbeiten hat die Infratec Bau GmbH, jetzt sind aktuell mehr als 4 BU´s beauftragt, zeitgleich 120 bis 170 Mitarbeiter auf den Baustellen. Die Arbeiten erfolgen parallel zu den Bundes- und Landesstraßen sowie entlang von Forst- und Waldwegen. In Abständen von mehreren hundert Metern erfolgt jeweils der Einbau eines Kabelzieh- bzw. Muffenschachts an den Verbindungsstellen. Die Schächte liefert die Romold GmbH aus Surheim. Sie werden benötigt, um beim späteren Einblasen der Glasfaserleitungen in die Leerrohre die Kabel aufzunehmen.

Da bei diesem Arbeitsschritt i. d. R. Dis­tanzen von 600 bis 1.000 m zu überwinden sind, müssen in diesen Abständen Kabelziehschächte eingebaut werden. Von dort aus werden die Glasfaserleitungen dann ­weitergeblasen bis zum nächsten Kabelzieh- schacht. Sind Abzweigungen zu berücksich­tigen, stehen spezielle Muffenschächte zur Verfügung. Hier wird das Kabel gespleißt und in mehrere Richtungen weiterverteilt. Im Gegensatz zu den Kabelziehschächten mit einer Abmessung von 75 x 75 cm werden die Muffenschächte mit 57 x 115 cm bzw. 75 x 115 cm rechteckig gefertigt, damit ein Arbeiter darin stehend die Spleiß- und Anschlussinstallation vornehmen kann.

Kunststoffschächte mit zahlreichen Vorteilen

Die Kunststoffschächte der Bauart ROM-Box bestehen aus Polypropylen und verfügen über eine DIBt-Zulassung. Sie überzeugten die Verantwortlichen des Landkreises Diepholz durch ihr einfaches Handling und zahlreiche Vorteile. Die Boxen lassen sich von zwei Männern ohne Hebezeug in kurzer Zeit einbauen und stellen eine ideale Alternative zu den klassischen Betonkabelschächten dar. Zudem verbinden sie die Stabilität (Klasse D 400) und die gewohnten Abmessungen aus Betonsystemen mit den flexiblen Eigenschaften von Kunststoffsystemen. Ludwig Gerstlauer, Verkaufsleiter Kabelschächte bei der Romold GmbH, meint dazu: „Der Vorteil des Produkts ergibt sich aus dem Werkstoff. Er ist bei einer Wandstärke von 6 cm genauso formstabil und belastbar wie Beton. Er kann also von schweren Baumaschinen und Lkw bis zur Lastklasse D 400 überfahren werden.“

Die ROM-Box ist flexibel in Länge, Höhe und Breite und lässt sich an jeden Kabel- und Trassenverlauf anpassen. Sie besteht aus einzelnen Elementbauteilen mit 10 und 20 cm Bauhöhe, die sich dank einer speziellen, wieder lösbaren Clipverbindung einfach teilen lassen. Die genaue Anpassung an die Geländeoberkante erfolgt mithilfe eines Stellschraubensystems. Der nach dem Einbau noch verbleibende Hohlraum wird schließlich ausgemörtelt. Eine werksseits ausgebildete, umlaufende Innenverschalung erleichtert das Einbringen des Mörtels.

Ab einer Länge von 90 cm sind die Schächte mit einem innen liegenden verzinkten U-Profil ausgestattet, das den Schacht zusätzlich stabilisiert. „Kunststoffschächte werden generell so konstruiert, dass sie selbsttragend sind. Ab einer gewissen Länge ist eine metallische Aussteifung nötig. ROMOLD hat dies einfach und gut mit einem U-Rahmen gelöst, der sichtbar und somit flexibel und demontierbar ist. Es befinden sich keine metallischen Aussteifungen innerhalb des Profils“, so Ludwig Gerstlauer. Durch das System des geschlossenen Rahmens (in Verbindung mit dem metallischen Kopfrahmen) kann so mit einer minimalen Stahlkonstruktion maximale Stabilität erreicht werden. Die Schachtabdeckung ist wahlweise aus duktilem Sphäroguss oder mit Betonfüllung lieferbar. Im Landkreis Diepholz kamen Betonabdeckungen zum Einsatz.

Weitere Informationen unter:
www.romold.de
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