Vom Baum möglichst nachhaltig und ohne unnötige Umwege zum Haus. Das war die Kernidee des Bauvorhabens der Stiftung Schönau aus Heidelberg, einem Unternehmen der Evangelischen Landeskirche in Baden. In Brühl bei Heidelberg entstanden vier Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 39 Mietwohnungen in jeweils individueller Holz-Systembauweise. Es wurde ein Quartier realisiert, das ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte der Nachhaltigkeit gleichermaßen berücksichtigt und dabei ein besonderes Augenmerk auf Regionalität legt.

Nachhaltigkeitsaspekte gleichberechtigt neben betriebswirtschaftlichen Erwägungen
Die Stiftung Schönau stellte für das Holzbauprojekt in Brühl Langlebigkeit, Nachhaltigkeit sowie die Regionalität in den Fokus: Bereits bei der Planung wurde der gesamte Lebenszyklus der Gebäude betrachtet. Zur Wärmeversorgung kommen PV-Anlagen und Wärmepumpen zum Einsatz, die weitgehend CO₂-neutral arbeiten. Für maximale Nachhaltigkeit war es wichtig, so viele Arbeitsschritte wie möglich vor Ort von regional ansässigen Unternehmen durchführen zu lassen. Das planerische Know-how kam dabei von verschiedenen Architektur- und Ingenieurbüros aus Deutschland und Österreich. Das Holz für die vier Gebäude sollte möglichst aus den stiftungseigenen, PEFC-zertifizierten Wäldern stammen. Der Rohstoff Holz bindet langfristig erhebliche Mengen an CO₂ und schafft als natürlicher, isolierender und feuchtigkeitsregulierender Baustoff eine hohe Wohnqualität. Teilweise kam innovative Holzbauweise zum Einsatz, bei der etwa die tragenden Wände aus sogenannten Nur-Holz-Elementen bestehen, welche lediglich mit Holzschrauben verbunden sind.

Der Spatenstich erfolgte im Oktober 2021. Nach etwa dreijähriger Bauphase konnten im Sommer 2024 die Wohnungen eines der vier Objekte vermietet werden – die drei anderen wurden bis Frühjahr 2025 fertiggestellt. Seit Juli 2025 sind alle Wohnungen der vier Häuser vermietet.
Für Ingo Strugalla, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Schönau, ist das Quartier eine Herzensangelegenheit: „Unser Bauprojekt in Brühl ist ein Leuchtturmprojekt mit Modellcharakter weit über die Metropolregion Rhein-Neckar hinaus. Besonders stolz sind wir auf das nachhaltige Gesamtkonzept des Quartiers. Angefangen beim regional verarbeiteten Holz aus unseren Stiftungswäldern über innovative Holzbaumethoden bis hin zum wissenschaftlich begleiteten Energiekonzept.“
Die Stiftung Schönau ist Vermieterin von insgesamt rund 900 Wohnungen. Die Erträge der Stiftung kommen unmittelbar der Evangelischen Landeskirche Baden zugute und finanzieren kirchliches Bauen und Pfarrstellen in Baden.
Der stiftungseigene Wald – Rohstofflieferant und Klassenraum mit PEFC-Zertifikat
Der rund 7.600 Hektar große Stiftungswald wird seit Jahrhunderten nachhaltig und naturnah bewirtschaftet. Im Rahmen von waldpädagogischen Angeboten vermittelt die Stiftung Schönau zudem Kindern und Jugendlichen anschaulich die Bedeutung des Waldes als Ökosystem. Da für die Stiftung Nachhaltigkeit besonders wichtig ist, verfügt sie für ihre Waldgebiete über ein eigenes Biotop- und Artenschutzkonzept. Dieses schreibt den Schutz von Habitatbäumen und ganzen „stillgelegten“ Waldbereichen vor, um Insekten, Vögeln und anderen Waldbewohnern zusätzlichen Lebensraum zu bieten.
Diese und weitere Aspekte schreibt auch der PEFC-Waldstandard für PEFC-zertifizierte Wälder vor. So ist der Stiftungswald bereits seit rund 25 Jahren über die Waldschutzorganisation PEFC Deutschland (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) für seine Nachhaltigkeit zertifiziert.
Weitere Bauprojekte mit PEFC-zertifiziertem Holz finden sich unter:
https://www.pefc.de/pefc-siegel/pefc-in-der-beschaffung/holzbau-mit-pefc-zertifiziertem-holz/



