Hohes Ausbildungsniveau – DEULA in Warendorf

Straßen.NRW macht sich ein Bild über die überbetriebliche Ausbildung

Was sind die aktuellen Anforderungen an eine moderne Ausbildung der Straßenwärter/innen?

logo - Hohes Ausbildungsniveau - DEULA in WarendorfDie Verkehrsteilnehmer erwarten eine jederzeit sichere und ständig verfügbare Hochleistungsstraße – auch im Winter. Das zu gewährleisten gehört zu ihren Kernaufgaben. Hört man zu den Berufsverkehrszeiten den Verkehrsfunk, wird deutlich, dass das Straßennetz zu den am intensivsten genutzten öffentlichen Einrichtungen gehört. Der Betrieb und die Unterhaltung dieses Netzes sowie seiner angrenzenden Bereiche erfordern ein gut ausgebildetes und geschultes Personal. Die Zuständigkeit dafür liegt in Nordrhein-Westfalen bei Straßen.NRW als zuständiger Stelle. Bei der Lossprechung der Straßenwärter/innen in Gelsenkirchen vereinbarten Elfriede Sauerwein-Braksiek und Björn Plaas einen Besuchstermin. Die Straßen.NRW-Direktorin legt großen Wert auf die Aus- und Weiterbildung. Für den Geschäftsführer der DEULA Westfalen-Lippe eine willkommene Gelegenheit, ihr das überbetriebliche Aus- und Weiterbildungszentrum für die Straßenwärter/innen im Herzen des Münsterlandes einmal live zu präsentieren.

Ende November kamen Straßen.NRW-Abteilungsdirektor Bernd Schnäbelin, der Leiter des Referates Betrieb und Verkehr, Marcus Derbort, und der für die Ausbildung und Prüfung der Straßenwärter/innen in NRW zuständige Hubert Waltering, Straßen.NRW, zur DEULA nach Warendorf, um sich über den Stand der überbetrieblichen Ausbildung und die Leistungsfähigkeit des Bildungszentrums zu informieren. Die DEULA Westfalen-Lippe hat einen erheblichen Anteil an der Ausbildung der Straßenwärter/innen. Von den, insgesamt 22 Wochen überbetrieblicher Ausbildung in den drei Ausbildungsjahren entfallen elf Wochen auf die DEULA. Vier von sechs Straßenwärter-Berufsschulstandorte in NRW liegen in ihrem Zuständigkeitsbereich. Nach einem kurzen Überblick über die Geschäftsbereiche des Bildungszentrums durch Björn Plaas führte Albert Höing, Fachbereichsleiter Kommunaltechnik und verantwortlich für die Durchführung der Lehrgänge, die Besuchergruppe durch die Ausbildungsstätte.

Den ersten Halt legten die Besucher an einem Bremsmodell ein. Straßenwärter-Auszubildende des dritten Ausbildungsjahres lernen daran die Funktionalität und das Zusammenspiel der Bremsanlage eines LKW kennen; wichtig für die kurz bevorstehende Führerscheinprüfung C/CE. Weiter ging es in eine Halle, in der Straßenwärter-Auszubildende eines ersten Ausbildungsjahres praktisch an Modellmotoren arbeiteten. Sie lernen dadurch den inneren Aufbau und die Funktionszusammenhänge kennen. Arbeiten mit motorbetriebenen Maschinen und Geräten und die Notwendigkeit von Wartungsarbeiten erschließen sich so besser, Werte werden erhalten. Die praktische Umsetzung dieser Kenntnisse konnten die Besucher dann auf dem Betriebshof sehen. Teilnehmer des dritten Ausbildungsjahres übten für die praktische Führerscheinprüfung C/CE, Zugfahrzeug mit Anhänger rückwärts um die Ecke einzuparken. Gar nicht so einfach, doch der Fahrlehrer steht neben dem Fahrzeug und gibt Anweisungen und Tipps. Auch der Fuhrpark beeindruckte die Besucher. Ein nagelneuer Unimog wird in dem Kurs „Trägerfahrzeuge“ eingesetzt. Wenn der Kursus läuft, kommen weitere Fahrzeuge und entsprechende Anbaugeräte (Grünpflege, Winterdienst) hinzu. Sie werden der DEULA großzügiger weise von der Industrie für die Zeitdauer der Ausbildung zur Verfügung gestellt. Die Ausbildungsinhalte der Straßenwärter/innen begrenzen sich nicht nur darauf, was direkt mit der Straße zu tun hat. Auch das Umfeld rechts und links der Straße sowie der Betriebshof werden mit einbezogen. Einige Lehrgänge zielen in diese Richtung und schließen mit besonderen Qualifikationen bei erfolgreicher Teilnahme ab. Dazu gehört die Ausbildung an Flurförderzeugen (Gabelstapler), Erdbaumaschinen (Radlader, Kompaktlader, Minibagger), Motorsägen, sowie der Sachkundenachweis Pflanzenschutz. Das Errichten von Absperrungen und Baustellen auf Straßen, mit Regelplänen für eine vorschriftsmäßige Beschilderung (RSA), das Einstellen von Baustellenampeln und die Bedeutung der Arbeitssicherheit werden ebenfalls vermittelt! Letzteres spielt natürlich in allen Lehrgängen eine wesentliche Rolle, besonders auch im Kurs Betonsanierung – ein Lehrgang, den man auch nicht vergisst. Nicht alle Inhalte der überbetrieblichen Lehrgänge konnten den Besuchern in der zur Verfügung stehenden Zeit umfangreich dargestellt werden.

Die DEULA Westfalen-Lippe ist auch Austragungsort der Zwischen- und Abschlussprüfungen für die Straßenwärter-Auszubildenden aus ihrem Einzugsgebiet.

Während der Kurse können die Lehrgangsteilnehmer auch in der DEULA wohnen: rund 140 Betten in gut ausgestatteten Doppel- und Einzelzimmern, sowie schmackhaftes und in der hauseigenen Küche zubereitetes Essen tragen zum Wohlbefinden bei.

Das Bildungsangebot der DEULA Westfalen-Lippe beschränkt sich nicht nur auf die Ausbildung der Straßenwärter/innen, sondern sie bietet ein zukunftsorientiertes Weiterbildungsprogramm nicht nur für Kommunalbetriebe an.

Beeindruckt von den Leistungen der DEULA Westfalen-Lippe für die überbetriebliche Ausbildung der Straßenwärter/innen bedankten sich die Besucher von Straßen.NRW für die interessante und aufschlusseiche Führung.