Bei der Sanierung von Straßen und Wegen im ländlichen Raum entscheiden sich Planer und Kommunen besonders gerne für die Pflasterbauweise: Pflaster passt optisch gut in historische Dorfkerne, Aufgrabungen stellen kein Problem dar und bei regelkonformer Verlegung sind Pflasterflächen auch den üblichen Verkehrsbelastungen gewachsen. Gerade hier beobachten Praktiker jedoch häufig ein Problem: Immer wieder kommt es zu Schäden an Pflasterflächen. Eine der häufigsten Ursachen hierfür liegt darin, dass die Steine aus Zeitmangel ohne den DIN-gemäßen Fugenabstand verlegt werden. Das Fugenmaterial kann dann seine Funktion als „elastischer Puffer“ zwischen den Steinen nicht mehr wahrnehmen und ist unter Belastung nicht in der Lage, die auftretenden Lasten auf die Nachbarsteine zu übertragen. Dickere Abstandhalter täuschen bei Knirschverlegung der Steine lediglich eine Fuge vor. Die Lastabtragung erfolgt dann über den reinen Betonkontakt. Die Folge: Kantenabplatzungen, Verschiebungen oder Bruch der Steine. Die Gemeinde Beselich im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg setzt bei der Straßenbelagsanierung aus diesem Grund auf ein Steinsystem, das eine optimale Fugenfüllung gewährleistet und somit Schäden, die auf eine mangelhafte Fugenausprägung zurückgehen, vermeidet.

Mit nur 900 Einwohnern stellt Heckholzhausen den kleinsten von vier Ortsteilen der Gemeinde Beselich dar. Als im Jahre 2016 das Bürgerhaus saniert wurde, fiel auch die Entscheidung für die Sanierung des davor befindlichen 600 Quadratmeter umfassenden Dorfplatzes und der angrenzenden Straßen. Die verantwortlichen Planer stellten dabei besonders hohe Anforderungen an das zu verwendende Pflastermaterial. Obwohl Heckholzhausen ein Ort mit historischen Wurzeln ist, sind hier die meisten Straßen asphaltiert und die Gehwege mit älterem Beton-Pflastermaterial befestigt. Diese Art der Befestigung entsprach nicht dem historischen Charakter des Ortes. Außerdem tauchten hier leider in der Vergangenheit immer wieder hässliche Schäden im Belag auf, was auch der gewünschten Aufenthaltsqualität nicht entsprach.

Deshalb sollte mit der Sanierung des Dorfplatzes ein Anfang gemacht werden, dem Dorf mit Hilfe einer geeigneten Flächenbefestigung wieder ein harmonisches Erscheinungsbild zu geben. Gesucht war ein Pflasterbelag, der den dörflichen Charakter aufgreift, gleichzeitig aber auch eine dauerhaft stabile Lösung bietet. Herkömmliches Pflaster schied aus, weil nach Erfahrung der verantwortlichen Planer bei der Pflasterverlegung der erforderliche Fugenabstand allzu oft nicht eingehalten wird. Auf den ersten Blick scheinen solche Flächen zwar stabil – über kurz oder lang ergeben sich jedoch Schäden, weil sich Verkehrsbelastungen nicht mehr über die Fläche verteilen können.

Pflastersystem: Ideal VSS mit Verschiebe- Schutz-System

Die Ausprägung einer DIN-gemäßen Fuge war deshalb von besonderer Bedeutung. Weil man bereits an anderen Stellen mit dem Pflastersystem Ideal VSS aus dem Betonsteinwerk Hermann Meudt gute Erfahrung gesammelt hatte, war dieses System auch für das Objekt in Heckholzhausen erste Wahl. Das Besondere an diesem Pflastersystem in den Formaten 30 x 22,5 cm, 15 x 22,5 cm bzw. 15 x 15 cm und einer Stärke von 10 cm sind verdeckte Abstandhalter, mit integriertem Verschiebe-Schutz-System (VSS). Die kombigeometrische Nockenausbildung gewährleistet eine optimale Fugenverfüllung und lässt, wenn überhaupt nur minimalste Kontaktflächen zwischen den Steinen zu.

Hierdurch erfolgt eine optimale Kraftübertragung über das Fugenmaterial auf die Nachbarsteine. Schäden an Pflasterflächen aufgrund nicht fachgerechter Fugenausprägung erhoffte man sich, mit dieser Lösung zu minimieren. Aufgrund von Verschwenkungen in der Fahrbahn setzten die Planer im Straßenraum hingegen auf die „schwere Baureihe“ des Ideal-Pflasters – zwar ohne Verschiebeschutz – dafür aber in einer Stärke von 14 cm.

Farbton Muschelkalk gibt dem Raum ein attraktives Flair

Neben den Stabilitätseigenschaften spielte aber auch die Optik des Pflasters in Heckholzhausen eine wichtige Rolle. Deshalb wählte man den Farbton Muschelkalk. Dieser passt sehr gut zum historischen Baustil des Bürgerhauses und gibt dem gesamten Areal ein attraktives Flair. Optische Akzente setzt aber auch die stilistische Darstellung des Kerkerbaches, der verrohrt unterhalb des Dorfplatzes verläuft. Hierzu wurde ein neuer offener Bachlauf geschaffen, der sich in Muldenform über den Dorfplatz schlängelt und in einen kleinen Teich mündet. Dies wertet den gesamten Raum auf und bringt den Dorfplatz wieder in die Mitte des Ortes zurück.

Seit dem Herbst 2018 sind die Sanierungsarbeiten abgeschlossen. Die Praxis zeigt, dass weder durch PKW der Anwohner, noch durch regelmäßige Belastung durch Müllfahrzeuge Schäden an der Pflasterfläche entstanden sind – im Gegenteil: Die Flächen wirken optisch nicht einfach nur schön, sondern sind gleichzeitig auch noch stabil genug für die anfallenden Verkehrsbelastungen, denn nur so bleiben sie optisch auch auf Dauer ansehnlich. Ein weiterer Bonus-Punkt: Dank der Mikrofase des Ideal VSS Pflasters – es gilt als scharfkantig nach DIN EN1338 – werden Abrollgeräusche von Fahrzeugen reduziert. Abschließend könnte man sagen: Ein „idealer“ Pflasterbelag für diese Anwendung.

Weitere Informationen unter:
www.meudt-betonsteinwerk.de
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