Daniel Schneider von Engelmann Sensor erläutert die praktischen Unterschiede.
Wer Wasser-, Wärme- oder Energiedaten digital erfassen will, landet schnell bei drei Funktechnologien: wireless M-Bus, LoRaWAN und NB-IoT. „Leider gibt es nicht DEN einen Funkstandard“, sagt Daniel Schneider, Experte für den kommunalen Bereich in Süddeutschland bei der Firma Engelmann Sensor. „Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass Stadtwerke immer wissen sollten: Wo ist der Zähler im Schacht? Schirmt ihn Metall ab? Befindet sich der Messpunkt im Keller? Reicht ein Jahreswert oder soll ein Alarm zeitnah vorliegen? Und so weiter.“
Wireless M-Bus ist in vielen Bestandsgebäuden etabliert, vor allem da, wo Messdienststrukturen vorliegen. „Heutzutage sieht es im Feld so aus: wireless M-Bus ist bewährt und für eine lokale Auslesung prima. Schwierig wird es bei zu dickem Beton, bei Fahrstuhlschächten, Metallabdeckungen, ungünstigen Einbaulagen oder zu großen Entfernungen.“ Dann braucht es zusätzliche Empfänger oder andere Wege. „Im Bestand ist wireless M-Bus durchaus überlegenswert“, so Schneider.
LoRa hingegen gewinnt im kommunalen Umfeld an Bedeutung. Das bemerkt auch Schneider: „LoRa ist ausgelegt auf große Reichweiten und kleine Datentelegramme. Ein Gateway an einem hohen Ort, etwa eine Antenne auf einem öffentlichen Gebäude, kann viele Messpunkte in einem großen Gebiet erreichen.“ Für Stadtwerke mit Smart-City- oder Versorgernetzen ist das daher interessant. Typische Telegramme enthalten Zählerstand, Zeitstempel, Statusinformationen und Alarmbits. Allerdings ist LoRa kein Freibrief für allzu häufige Übertragungen, denn wer zu oft sendet, belastet Netz und Batterie. Gleichwohl liegen die LoRa-Vorteile im geringen Energiebedarf, in der bidirektionalen Kommunikation und im offenen LoRaWAN-Standard. Schneider relativiert aber: „Alles sollte da schon zusammenpassen, selbst wenn es ein offenes System ist. Also Geräte, Plattform und Co. Da ist es schon praktisch, alles vom selben Hersteller zu beziehen, wenngleich das auch kein Muss ist.“
NB-IoT funktioniert anders: Ein Gerät sendet direkt über das Mobilfunknetz an eine Plattform; ganz ohne Gateway. Das ist interessant für abgelegene Messstellen, einzelne Hauswasserzähler oder Sonderfälle, wenn kein lokales Funknetz oder eine kabelgebundene Infrastruktur da ist. Bei großen Beständen entstehen dann jedoch Modul-, Konnektivitäts- und Betriebskosten. Auch Netzabdeckung und Batterielaufzeit müssen passen.
Aus Schneiders Sicht sind für viele kommunale Anwendungen drei Grundfragen zu klären: „Welche Infrastruktur ist vorhanden? Welche Daten werden benötigt? Wie sicher muss die Übertragung über Jahre funktionieren?“
Sein Fazit: wireless M-Bus, LoRa, NB-IoT, aber auch kabelgebundene Systeme werden noch lange parallel existieren. Entwicklungen rund um den OMS 5 Burst Mode zeigen, dass Reichweite, Energieeffizienz und Interoperabilität weiter verbessert werden. Entscheidend ist im Prinzip aber, dass Messgerät, Kommunikationsmodul, Gateway, Plattform und Datenprozess zusammenspielen.
Über Daniel Schneider:
Weitere Informationen unter:
Engelmann Sensor GmbH
www.engelmann.de
Rudolf-Diesel-Straße 24-28
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