Flüchtlingsheim-Neubauten mit geschosshohen Wandelementen in Dinslaken

Massiv und zügig in nachhaltiger Qualität

Rasch ansteigende Flüchtlingszahlen stellen die Kommunen bei der Unterbringung aktuell vor große Probleme. Vorhandene Übergangsheime müssen wie in Dinslaken (Nordrhein- Westfalen) relativ kurzfristig ausgebaut werden. Für vier bis Herbst 2015 bezugsfertige Neubauten nutzen Stadtverwaltung und der Caritasverband Dinslaken als Betreiber dabei die Vorteile zügig zu errichtender Außen- und Innenwände aus Porenbeton-Wandelementen. Die von der Xella Deutschland GmbH vorgefertigten Ytong Systemwandelemente sorgen neben einer besonders wirtschaftlichen Rohbauerstellung zugleich für eine nachhaltige Bauqualität.

Denkmalgeschützte Gebäude aus Betonfertigteilen

Die barackenartigen Gebäude entstanden zu einem großen Teil in den Jahren 1943/44. Für die Errichtung wurden Betonfertigteile aus Betonwerken der näheren Umgebung verwendet. Die Anlage diente während des 2. Weltkriegs als Fremdarbeiterlager und ab den 60er Jahren u. a. auch als Unterkunft für Gastarbeiter. Das ursprüngliche Erscheinungsbild blieb trotz einiger baulicher Veränderungen über die Jahrzehnte erhalten. Die vorhandenen Gebäude aus der ersten Bauphase stehen aufgrund ihrer historischen Bedeutung unter Denkmalschutz.

Für die geplante Erweiterung wurden die bisher nicht zu Wohnzwecken genutzte Bausubstanz sowie stillgelegte Baracken hinsichtlich ihrer möglichen Eignung als Wohngebäude untersucht. Die „alten“ Betonfertigteil-Gebäude waren noch in einem relativ guten Zustand, so dass vier von ihnen für eine Neunutzung als Wohnraum kurzfristig wieder instand gesetzt wurden.

Porenbeton statt Leichtbau

In den 70er Jahren in Leichtbauweise errichtete Baracken erwiesen sich hingegen als nicht sanierungsfähig. Der Ausbau sah deshalb den Abriss von vier Leichtbau-Baracken vor, um auf deren Fundamenten vom Erscheinungsbild ähnliche Neubauten für insgesamt ca. 120 Bewohner zu errichten. Aufgrund der negativen Erfahrungen mit Leichtbauteilen sowie anderer Kommunen mit Wohncontainern wünschte sich der Betreiber hierfür eine massive, werterhaltende Bauweise.

Aus wirtschaftlichen Gründen und wegen der geforderten kurzen Bauzeit bot sich dafür eine zügige Errichtung aus vorgefertigten Wandelementen an. Eine Wirtschaftlichkeitsanalyse ergab, dass die Baukosten mit den gewählten Ytong Porenbeton Systemwandelementen der Xella Deutschland GmbH sogar geringer ausfallen als bei einem Rohbau aus Leichtbauteilen.

„Hinzu kamen aus Sicht des Betreibers weitere Vorteile durch den verwendeten Baustoff Porenbeton wie neben seiner ökologischen Qualität zum Beispiel hoher Schall- und Brandschutz,“ erklärt Dipl.-Ing. Michael Kahmann, Geschäftsführer der mit der Rohbauausführung beauftragten Kahmann Bauunternehmung GmbH.

Schneller Baufortschritt dank langjähriger Erfahrung

Bei der Wandausführung zahlte sich die Erfahrung der Kahmann-Verarbeiter mit den Ytong Systemwandelementen in einem zügigen Baufortschritt aus. „Wir haben das System schon bei sehr vielen Rohbauten erfolgreich eingesetzt. Meine Mitarbeiter auf der Baustelle wissen deshalb, worauf es beim Verlegen der Wandelemente ankommt“, betont Kahmann. D

ie vom Ytong-Werk just-in-time gelieferten Wandelement-Pakete wurden nach dem Verlegeplan per Kran vom Lkw in die Nähe ihrer Verarbeitung positioniert, um die Versetzwege kurz zu halten. Ein Hauptaugenmerk galt am Tag vor der eigentlichen Element-Verlegung der sorgfältigen Ausführung der Kimmschicht aus Ytong Jumbo-Plansteinen. Sie wird wegen des Ausgleichs von Unebenheiten der Bodenplatte auch als Höhenausgleichsschicht bezeichnet.

„Ihre exakte fluchtgerechte Ausrichtung und eine absolut ebene Lagerfläche bilden sozusagen die Basis für eine schnelle und qualitativ hochwertige Wanderstellung“, so Kahmann. Gegen aufsteigende Feuchte wurde auf der Kimmschicht zudem als waagerechte Sperrschicht eine Abdichtungsbahn verlegt.

Nach dem Aushärten des Mörtels erfolgte dann am nächsten Tag vor dem Versetzen eines Elementes der Auftrag des Ytong Dünnbettmörtels Fix P auf der Kimmschicht und einer Element-Längsseite. Das korrekte Positionieren durch Anpressen des Wandelementes an das schon verlegte angrenzende Element ließ sich anschließend problemlos durch zwei Mann inklusive Bedienung der Versetzhilfe bewerkstelligen. Vor der endgültigen Fixierung durch den Verbund mit dem benachbarten Element mit an der Elementkopfseite eingeschlagenen Justierplättchen überprüfte der Montageleiter die absolut lotrechte Positionierung mit der Wasserwaage. Während der folgenden Aushärtezeit wurde jedes dritte oder vierte Element mit Stahlrohrstützen gesichert.

Abschließend mussten nur noch die Fugen verspachtelt werden. Ein Putzauftrag war nicht erforderlich. Die Wandoberfläche konnte nach Auftrag eines Spritzspachtels ohne weitere Behandlung mit einem Endanstrich versehen werden. Beim Innenausbau kamen weitere Pluspunkte der Ytong Systemwandelemente zum Tragen. So konnten z. B. Fliesen direkt aufgebracht und aufgrund der hohen Belastbarkeit auch schwere Hängeschränke an den Wänden befestigt werden. Einrichtung und Gebäudetechnik sind bei den Neubauten auf Funktionalität und Zweckmäßigkeit ausgerichtet. Trotz der zwangsläufig schlichten Architektur der Gebäude mit ihren flach geneigten Satteldächern hinterlässt die Anlage mit ihrer naturnahen Einbettung in den vorhandenen Baumbestand einen einladenden Eindruck.

Weitere Informationen unter:
www.ytong-silka.de
KD1602067