Werden an Bundesstraßen neue Straßen angebunden, dann dienen im Kreuzungsbereich in der Regel Rechts- und Linksabbiegerstreifen dazu, den Verkehr sicher von der Fahrbahn zu leiten. Voraussetzung hierfür ist allerdings genug Platz in der Breite, damit rechts und links der Fahrbahn noch die Abbiegestreifen angelegt werden können. Ist das Platzangebot hingegen begrenzt, so müssen Planer häufig auf die Anlage eines Linksabbiegestreifens verzichten, auf die Gefahr hin, dass es bei gleichzeitigem Mangel eines längeren Ausfahrtsstreifens zu Auffahr- unfällen kommt. Um ein Linksabbiegen in solchen Situationen zu verhindern, hilft entweder eine weiße durchgezogene Linie auf der Fahrbahn oder um ganz auf Nummer Sicher zu gehen ein Fahrbahnteiler z. B. mit Warnbaken. Eine für diese Anwendung noch recht unbekannte Lösung, die aber zahlreiche Vorteile bietet, kam nun bei der Anlage eines Fahrbahnteilers auf der B48 vor dem Pfalzklinikum im südpfälzischen Klingenmünster zum Einsatz.

Das Pfalzklinikum ist ein Dienstleister für seelische Gesundheit und verfügt insgesamt über 14 Standorte. Seinen Hauptsitz hat es in Klingenmünster im Landkreis Südliche Weinstraße. Als hier wegen eines Parkplatz- Neubaus im Jahre 2018 eine neue Zufahrt an die unmittelbar vorbeiführende B48 eingerichtet werden musste, zogen die Planer von Anfang an den Bau eines Fahrbahnteilers in Erwägung.

Martin Jahn vom Landesbetrieb Mobilität aus Speyer schildert die Beweggründe: „Die B48 verfügte im Zufahrtsbereich zu dem neu angelegten Parkplatz des Pfalzklinikums nicht über ausreichenden Platz, um zusätzlich zum neu angelegten Rechtsabbiegestreifen auch noch einen Linksabbiegestreifen anzulegen. Um die Anbindung des Parkplatzes aber verkehrssicher zu gestalten und ein unerlaubtes Linksabbiegen zu verhindern, kam für uns hier nur die Errichtung eines Fahrbahnteilers in Betracht“, so Jahn.

Flachbordsteine „Rücken an Rücken“

Gewünscht war eine dauerhaftere Lösung für diese Anwendung, die sowohl ausreichend stabil ist, als auch eine gute Verkehrsleitwirkung bietet. Fündig wurde man bei einer Doppelbordanlage, die aus aufgeklebten Flachbordsteinen aus dem Betonsteinwerk Meudt aus Wallmerod besteht. Martin Jahn: „Der Fahrbahnteiler ergibt sich aus zwei „Rücken an Rücken“ geklebten Flachbordsteinen im Format FB 20 x 20 cm in der Länge von jeweils einem Meter. Statt die Borde herkömmlich im Boden zu versetzen, wurden diese mit einer speziellen Klebetechnik auf der Fahrbahn verklebt. Mit dieser Bauweise haben wir bereits an anderen Stellen sehr gute Erfahrung gemacht“, so Jahn.

Hierfür wurden alle Borde bereits im Betonwerk auf eine exakt gleiche Bedarfshöhe von 11 cm geschnitten. Nach Reinigung der Fahrbahn wurde in einem Dünnbettklebeverfahren 2-K-Kunststoff auf der Asphalt- oder Betonfahrbahn aufgebracht und die Bordsteine mit der geschnittenen Seite verklebt. „Diese Lösung bietet eine ganze Reihe an Vorteilen“, erklärt Jahn. „Durch den werkseitigen Schneideprozess werden die sonst üblichen fertigungsbedingten Höhenschwankungen bei den Bordsteinen eliminiert und damit die Steine für die Verklebung sozusagen kalibriert. Maßtoleranzen sind damit nahezu ausgeschlossen.“

Gute Verkehrsleitwirkung

Die Bordsteinlösung bietet aber noch weitere Vorteile: „Eine wichtige Aufgabe von Fahrbahnteilern ist auch deren Verkehrsleitwirkung“, so Jahn. „Eine Spezialbeschichtung mit weißretroreflektierendem Epoxydharz – die so genannte Reflexinbeschichtung – der verbauten Flachborde sorgt im Wechsel mit grauen Steinen für eine sehr gute Wahrnehmbarkeit. Auf diese Weise wird Verkehrsteilnehmern deutlich und rechtzeitig angezeigt, dass hier ein linksabbiegen nicht möglich ist. Um die einseitig leicht geneigte Fahrbahn optimal zu entwässern, wurden zudem die Bordsteinstöße etwa alle 10 Meter mit ca. 10 cm Lücke ausgebildet.“

Dauerhaft stabile Lösung

Wie sieht es mit der Stabilität und Haltbarkeit des aufgeklebten Fahrbahnteilers aus? Hierzu Jahn: „Die Verklebung auf den glatten Flächen der geschnittenen Steine hält sehr gut, da die Zementhaut hierbei entfernt wird. Der Einbau erfolgte im Sommer 2018, bis heute haben wir keine Schäden zu verzeichnen.“ Auch für den laufenden Verkehr auf dieser sehr stark befahrenen Straße stellte das Bauvorhaben keinen großen Eingriff dar. Die Arbeiten wurden an wenigen Tagen von der Bauunternehmung Südpfalz Bau & Co. KG ausgeführt.

Weitere Informationen unter:
www.meudt-betonsteinwerk.de
KD2001035