(Erfolgs-)Geschichten aus dem Leuchtenwald

Wie Bad Homburg durch die „Aufforstung“ mit LED das Stadtsäckel entlastet

Die Zeit war reif für neues Licht auf Bad Homburgs Straßen. Die Hälfte aller 7.000 Lichtpunkte war älter als ein Vierteljahrhundert. 175 Exemplare stammten sogar von vor 1965 – also aus einer Zeit, als die erste Ölkrise noch fern und das Wort Energieeffizienz nicht im alltäglichen Sprachgebrauch zu finden war. Mit 80 (!) unterschiedlichen Leuchtentypen hatte man es zu tun. Deren ausgeprägter Energiehunger und die hohen Kosten für Wartung und Vorhaltung der Ersatzteile wollte die Stadt nicht mehr hinnehmen. Also entschied man sich, die Straßenbeleuchtung auf LED umzurüsten. Eine Sanierungsmaßnahme, die zur Erfolgsgeschichte wurde.

Gut 52.000 Einwohner zählt die Stadt, die direkt an Frankfurt am Main grenzt, und von sich sagt, sie verfüge über „Champagnerluft“, jene angenehm erfrischenden Fallwinde, die aus dem nahen Taunus heranströmen. Den Bürgern geht es gut, rechnen die Statistiker vor. Der Kaufkraftindex liegt um satte 50 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. So wird auch gern mit einem Augenzwinkern kolportiert, das Bad Homburger Autokennzeichen HG stünde für „Habe Geld“. Gleichwohl, die Tugenden der Sparsamkeit und des exakten Rechnens hält man dort hoch. Von nichts kommt eben nichts.

Und wie gut man damit fährt, wurde bei der Sanierung der Straßenbeleuchtung unter Beweis gestellt. 3.500 Lichtpunkte bekamen neue moderne LED-Leuchtenköpfe, knapp 40 Prozent der Systeme stammen von Deutschlands Marktführer TRILUX.

„Zweidrittel weniger Strom“

„Die Umstellung auf die LED-Technik hat unseren Stromverbrauch in diesem Bereich um mehr als Zweidrittel gesenkt“, berichtet Bad Homburgs städtischer Energiemanager Tim Bachmann, „statt 1,4 Millionen Kilowattstunden verbrauchen wir nur noch etwa 450.000.“ Gleichzeitig hätten sich die Wartungsintervalle von bisher vier Jahre auf acht bis zehn Jahre erhöht. „Allein bei den Energiekosten spart die Stadt, selbst wenn man steigende Strompreise herausrechnet, 200.000 Euro pro Jahr“, so Bachmann.

Etwa 60 Prozent der umgerüsteten Leuchten von TRILUX u. a. wurden vom Bundesumweltministerium (BMU) mit einem Investitionszuschuss von 20 Prozent gefördert. Dazu kam ein günstiger KfW-Kredit. Nimmt man alles zusammen, ergibt das unter dem Strich: Die neue Straßenbeleuchtung in Bad Homburg amortisiert sich innerhalb von zehn Jahren. Der Kredit kann vollständig durch die eingesparten Mittel in einer Dekade zurückbezahlt werden. Ein gutes Geschäft, auch für die Umwelt.

Denn der Wechsel entlastet nicht nur das Stadtsäckel, auch der Ausstoß von Kohlendioxid geht gewaltig „in die Knie“. Bei einer angepeilten Lebensdauer von 25 Jahren sinken die CO2-Emissionen um 17.500 Tonnen.

„Es rechnet sich“

„Investitionen in effiziente Straßenbeleuchtung rechnen sich besser als alles andere“, ist sich Energiemanager Bachmann sicher. Denn um eine Tonne CO2 einzusparen – bei einem Betrachtungszeitraum von zehn Jahren -, müsse Bad Homburg in die Straßenbeleuchtung 640 Euro investieren. Bei einer Gebäudesanierung beträgt der Aufwand hingegen fast 1.000 Euro.

Geplant und realisiert wurde die Umrüstung von der Syna GmbH. Das Unternehmen, das Netzdienstleistungen für über 350 Kommunen anbietet, gehört zum Energieriesen RWE und stellt im Auftrag von Bad Homburg den Betrieb der städtischen Straßenbeleuchtung sicher.
Aus seiner langjährigen Erfahrung heraus weiß Klaus Schnabel, Projektleiter bei der Syna, wo die größten Brocken in der Kostenrechnung stecken. „In Bad Homburg hatten wir Ersatzteile für 80 unterschiedliche Leuchtentypen vorzuhalten. Dass das ins Geld geht, kann jeder nachvollziehen. Mit der Umrüstung auf LED ist es uns gelungen, Energie und Wartungskosten dramatisch zu reduzieren.“

„Veredelung geht weiter“

Der Stromverbrauch wurde um mindestens 60 Prozent, bei einigen Leuchten sogar bis 80 Prozent gegenüber der Altanlage verringert. Schnabel geht davon aus, dass in den ersten zehn Jahren kaum Wartungsarbeiten auszuführen sind. Vor allem müssen keine Teile turnusmäßig und entsprechend aufwendig getauscht werden. Mit der Qualität der eingesetzten TRILUX-Leuchten sei man sehr zufrieden. Da die LED-Technik nicht nur die Syna, sondern auch den Magistrat überzeugt hat, sei die Sanierung der nächsten 1000 Lichtpunkte in dem Taunusort bereits in Vorbereitung. „Die Veredelung unseres Leuchtenwaldes geht weiter“, freut sich Energiemanager Bachmann.

Damit ist absehbar, dass in den kommenden drei Jahren 75 Prozent aller Straßenleuchten auf digitales Licht umgestellt sein werden. Bei einer entsprechenden Förderung könne es auch schneller gehen, heißt es. Die Erfolgsgeschichte geht also weiter.

Weitere Informationen unter:
www.trilux.com
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