Freibäder sind wichtige Orte für Sport, Erholung und Begegnung – zugleich stellt ihre Beheizung Kommunen vor erhebliche energetische und finanzielle Herausforderungen. Die Stadt Taunusstein hat deshalb ihr Freibad im Stadtteil Hahn umfassend modernisiert. Im Mittelpunkt stand nicht der Austausch einer einzelnen Anlage, sondern das Zusammenspiel aus erneuerbarer Wärmeerzeugung, reduzierten Wärmeverlusten und intelligenter Steuerung.
Die bestehende Solarabsorberanlage wurde erneuert und von 600 auf 870 Quadratmeter erweitert. Installiert wurde sie von der AST Eis- und Solartechnik GmbH. Über die auf den Dachflächen verlegten Absorber wird das Beckenwasser unmittelbar durch Sonnenenergie erwärmt. Eine neue Wasser-Wasser- Wärmepumpe übernimmt bei Bedarf die Nachheizung. Die ebenfalls erneuerte Regelungstechnik stimmt beide Systeme bedarfsgerecht aufeinander ab.
Ein weiterer zentraler Baustein sind Abdeckungen für das Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken. Sie reduzieren die nächtliche Auskühlung und können bis zu 60 Prozent der Wärmeverluste über die Wasseroberfläche vermeiden. Damit setzt das Konzept nicht nur bei der Erzeugung, sondern auch bei der Einsparung von Energie an. Ergänzend wurden unter anderem technische Leitungen, Dachflächen und die Infrastruktur für den Anlagenbetrieb erneuert.
Für Kommunen ist neben der technischen Lösung vor allem die Wirtschaftlichkeit entscheidend. Das Land Hessen unterstützt die energetische Sanierung mit einer Förderung von bis zu 556.600 Euro. Nach der Beschlussfassung zugrunde liegenden Wirtschaftlichkeitsberechnung, soll sich die Investition innerhalb von rund acht Jahren amortisieren. Neben den wirtschaftlichen Effekten verfolgt die Stadt das Ziel, den Energieverbrauch und die CO₂-Emissionen des Freibads dauerhaft zu reduzieren.
Die wesentlichen Arbeiten wurden zwischen den Freibadsaisons umgesetzt. Zum Saisonstart 2026 stand das Bad wieder für die Öffentlichkeit zur Verfügung; einzelne Abschlussarbeiten folgten während der laufenden Saison. Das Beispiel zeigt, wie sich Klimaschutz, ein wirtschaftlicherer Betrieb und der Erhalt kommunaler Infrastruktur miteinander verbinden lassen.
Für die Badegäste bleibt das Freibad ein Ort für Bewegung, Abkühlung und schöne Sommer- erinnerungen. Im Hintergrund arbeitet nun jedoch ein deutlich moderneres Energiesystem.
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