Eisenach setzt auf Mehrspartenstrategie

Der richtige Werkstoff für ein schlüssiges Konzept

Die Entwässerungssituation am westlichen Rand von Eisenach war lange Zeit uneinheitlich: So gab es im Bereich der Straßen „Blaubeerweg“ und „Am Klosterholz“ keinen Sammler, Schmutz- und Regenwasser wurden über private Leitungen abgeführt. 2004 entwickelten die Stadt und der Trink- und AbwasserVerband Eisenach – Erbstromtal (TAVEE) ein Abwasserbeseitigungskonzept, das seitdem schrittweise umgesetzt und regelmäßig aktualisiert wird.

Unter anderem wurde vor Ort eine neue Mischwasserkanalisation umgesetzt. Die bestehenden Kleinkläranlagen, welche die Anwohner betrieben hatten, wurden zurück- gebaut, zeitgleich wurde die Trinkwasserleitung erneuert. Bei der Ausschreibung entschieden sich der Trink- und AbwasserVerband Eisenach-Erbstromtal und das für die Planung zuständige Dieter Hesse Ingenieurbüro für Bauwesen für das HS®-Kanalrohrsystem der Funke Kunststoffe GmbH. Zum Einsatz gelangten in Eisenach HS®-Kanalrohre in Nennweiten zwischen DN/OD 250, DN/OD 315 und DN/OD 400 und Hausanschlussleitungen in DN/OD 160.

Neben Rohren und Formteilen setzte die mit der Ausführung beauftragte Stregda Bau GmbH mit der VPC®-Rohrkupplung und dem CONNEX-Anschluss weitere Funke-Produkte für den Anschlussbereich ein. Insgesamt wurden in Eisenach 682 m Kanalleitung verlegt. Ausschlaggebend für die Entscheidung zugunsten von Funke-Produkten war neben positiven Erfahrungen in der Vergangenheit vor allem der Wunsch nach einem nachhaltigen Kanalrohrsystem. Überzeugt hat die Beteiligten aber auch der Systemcharakter der Funke-Produkte.

Die Grundstücksentwässerung der Straßen „Blaubeerweg“ und „Am Klosterholz“ erfolgte bislang in Eigenleistung, denn die Leitungen, über welche die Anwohner ihre Grundstücke entwässerten, befanden sich in Privatbesitz. Die jüngsten Leitungen stammten aus dem Jahr 1960, die maximale Nennweite der Rohre lag bei gerade einmal DN 200. Dipl.-Ing. Frank Sauer, Leiter Bereich Investitionen beim Trink- und AbwasserVerband Eisenach – Erbstromtal: „Abwasser behandelten die Grundstücksbesitzer mit Kleinkläranlagen, Überschusswasser wurde in privaten Leitungen der weiteren Kanalisation zugeführt. Einen Sammler gab es nicht.“

Das für die Stadt Eisenach entwickelte und seit 2004 schrittweise umgesetzte Abwasserbeseitigungskonzept sieht Abhilfe vor. Dipl.- Ing. (FH) Dieter Hesse vom Ingenieurbüro für Bauwesen, der gemeinsam mit Dipl.-Ing. Stefan Apel für die Planung der Straßen „Blaubeerweg“ und „Am Klosterholz“ zuständig war, erläutert das Konzept: „Zukünftig werden Regen- und Schmutzwasser zur Zentralkläranlage nach Eisenach-Stedtfeld abgeleitet. Sicher und gezielt entwässert werden sollten übrigens nicht nur die Häuser der Anwohner, sondern auch die Straße selbst.“

Mehrspartenstrategie erfolgreich umgesetzt

„Dabei haben wir uns gefragt: Wenn die Stadt Eisenach einen Komplettausbau der Straße und des Gehweges vornimmt, unser Verband vorher eine neue Mischwasserkanalisation installieren wird – hat es dann nicht Sinn, auch gleich die Trinkwasserleitung zu erneuern?“, erinnert sich Sauer. Das Tiefbauamt der Stadt Eisenach und der Trink- und AbwasserVerband Eisenach – Erbstromtal einigten sich deshalb auf eine gemeinsame Vorgehensweise. Auf Grundlage der für die verschiedenen Einzelprojekte zu erwartenden Kosten entwickelte man schließlich ein gemeinsames Konzept. Planer Apel: „Durch die Zusammenarbeit von zwei Auftraggebern, so das Kalkül, würden sich Kosten sparen lassen“.

Das Ergebnis der gemeinsamen Überlegungen war eine Mehrspartenstrategie, welche den gleichzeitigen Bau einer Mischwasserkanalisation und die Erneuerung sämtlicher Trinkwasserleitungen durch den TAV Eisenach-Erbstromtal sowie des Straßenbelags durch die Stadt Eisenach vorsah. „Alles sollte dem Stand der Technik entsprechen, dabei aber so wirtschaftlich wie möglich umgesetzt werden, und diesem Anspruch sind wir mit unserem Vorgehen auch gerecht geworden – alle haben an einem Strang gezogen und so Synergien möglich gemacht“, lautet Sauers positives Fazit.

Auf Nachhaltigkeit und Qualität gesetzt

Auch die Wahl des Werkstoffs hat man in Eisenach nicht dem Zufall überlassen. Bei der öffentlichen Ausschreibung des Auftrags hatten die Auftraggeber die Verwendung von Kunststoffrohren zur Bedingung gemacht. Nachhaltigkeit, Qualität, gute Handhabbarkeit – das waren die Anforderungen an den Werkstoff, der im „Blaubeerweg“ und „Am Klosterholz“ verlegt werden sollte. Bereits 2013 hatten Stadt und Verband die Entwässerung der Straße „Ginsterweg“ sowie die Erneuerung der Hausanschlüsse mit Produkten von Funke vorgenommen und dabei positive Erfahrungen gesammelt.

Ebenso wie beim Bau eines Verbindungssammlers zwischen Wutha und Schönau sowie bei innerstädtischen Baumaßnahmen in Schönau und Eisenach. Das wollte man auch für das nächste Projekt nutzen. „In der Planungsphase wurde zunächst die Größe des benötigten Mischwassersammlers für die Ableitung des Regen- und Schmutzwassers ermittelt. Hesse: „Wir haben die Dimensionierung bezüglich der Hydraulik aus dem Abwasserbeseitigungskonzept übernommen und dementsprechend Festlegungen für einzelne Straßenzüge getroffen.“

Für den Blaubeerweg wurde der Neubau eines Mischwasserkanals und eine Erneuerung der Trinkwasserleitungen beschlossen, im gleichen Zug sollten Fahrbahndecke und Bürgersteig erneuert werden; die Beleuchtung wurde punktuell erneuert, um Baufreiheit zu schaffen. Mit Blick auf die Privatgrundstücke ging man ganz pragmatisch vor – der Zustand der Leitungen wurde geprüft, und erneuert wurde nur, wenn tatsächlicher Bedarf ermittelt wurde.

Weitere Informationen unter:
www.funkegruppe.de
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