Wenn es um die Gestaltung von Straßenräumen in historischen Ortskernen geht, greifen viele Planer bevorzugt auf Pflasterflächen zurück. Das Material fügt sich harmonisch ins Stadtbild, lässt sich bei Leitungsarbeiten problemlos aufnehmen und erfüllt – fachgerecht verlegt – auch die Anforderungen des alltäglichen Verkehrs. In der Praxis zeigt sich jedoch immer wieder ein wiederkehrendes Schadensbild: Pflastersteine lockern sich, weil Fugen ausgewaschen werden. Verantwortlich dafür ist häufig eindringendes Wasser, das in die Bettung gelangt und dort nicht versickern kann, da es durch dichte Tragschichten am Abfließen gehindert wird. Die Folge sind ausgehobene Fugen und verschobene Steine. Um dieser Problematik vorzubeugen, setzt die Stadt Ehingen (Donau) seit einiger Zeit auf eine alternative Bauweise, mit der sich Pflasterflächen dauerhaft stabilisieren lassen.

Rund 23 km südwestlich von Ulm liegt Ehingen (Donau) – mit über 28.000 Einwohnern die größte Stadt des Alb-Donau-Kreises. Mit der Fertigstellung der Volksbank Höfe im Jahr 2022 in der ersten Reihe zum belebten Marktplatz der Stadt, erhielt die Stadt drei neue Gebäude entlang der Schul- und Sonnengasse. Hiermit entstanden neue öffentliche Wegverbindungen und kleine Plätze, welche zu einem Blick in die Geschäfte hinter den ovalen Stützen des Erdgeschosses einladen. Im Zuge der Maßnahme wurde zunächst die Schulgasse wiederhergestellt – später im Mai 2025 dann auch die Sonnengasse.

Matthias Buck vom Tiefbauamt der Stadt erklärt: „Nach dem Abbruch des Hauses am Lammberg im Herbst 2022 ist dort heute ein modernes Wohn- und Geschäftshaus verortet, in das mittlerweile auch unser Baudezernat eingezogen ist. Aufgrund der ohnehin in die Jahre gekommenen Pflasterung, die zunehmend Unebenheiten und Stolperstellen für Fußgänger und Radfahrende mit sich brachte, lag es nahe, die Sonnengasse im Anschluss an die Hochbaumaßnahmen grundlegend zu sanieren,“ so Buck.

Stabil und attraktiv soll es sein

In diesem Zusammenhang standen die Planer vor der Frage nach einem geeigneten Befestigungsmaterial für die beiden Straßen. Matthias Buck zu den Anforderungen: „Im Mittelpunkt der Planung stand die Verbesserung der Aufenthaltsqualität, weshalb die gestalterische Wirkung eine zentrale Rolle spielte. Ziel war es, einen Pflasterbelag zu schaffen, der sowohl optisch ansprechend als auch einladend wirkt. Die Straßen werden jedoch insbesondere zu Marktzeiten intensiv von schweren LKW befahren. Uns war es daher ebenso wichtig, dass die neue Oberfläche den Beanspruchungen durch Lieferfahrzeuge dauerhaft standhält, ohne dass Schäden oder Verformungen in der Fläche auftreten.“

VS5-Pflaster mit 5-seitiger Verschiebesicherung

Die Wahl für die insgesamt rund 800 m² großen Flächen fiel auf den Betonpflasterbelag VS5 aus dem Hause braun-steine aus Amstetten. Dieser 12 cm starke Pflasterstein verfügt über eine fünfseitige Verschiebesicherung: Die Rundumverzahnung und die gekerbte Unterseite verhindern ein Verrutschen der Steine selbst bei stark frequentierten Flächen. Besonders bemerkenswert an diesem Projekt ist jedoch die Wahl des Bettungs- und Fugenmaterials.

Matthias Buck erklärt: „Um ein Auswaschen der Fugen zu verhindern, setzten wir schon seit einigen Jahren in Ehingen bei zahlreichen Maßnahmen auf eine spezielle Bauweise mit dem Material ECOPREC® von der SF-Kooperation. Die bituminöse Umhüllung sorgt für eine dicht gelagerte Kornstruktur, die stehendes Wasser in Bettung und Fugen zuverlässig abhält und so typische Pflasterbeschädigungen verhindert. Gleichzeitig wirkt ECOPREC® als frostfester und elastischer Puffer zwischen den Steinen. In Kombination mit dem VS5-Pflastersystem entsteht auf diese Weise eine besonders stabile Fläche, die auch den Belastungen durch Lieferverkehr dauerhaft standhält.“

Sonderbauweise ECOPREC®

Aufgebracht wurde das ECOPREC®-Material auf die Tragschicht im Kalteinbau. Dabei wird das Schüttgut erkaltet und rieselfähig angeliefert, anschließend erfolgt die Verlegung ähnlich wie bei einer herkömmlichen Splittbettung. Aufgrund seiner nahezu wasserundurchlässigen Eigenschaften sind Schäden durch eindringendes Wasser oder Frost praktisch ausgeschlossen. „Auftretendes Regenwasser wird oberflächlich abgeführt, sodass wir Frostschäden aufgrund von Wassereintritt ausschließen können“, erklärt Matthias Buck. Auch in gestalterischer Hinsicht überzeugt die sanierte Fläche: Die Planer wählten die Oberfläche „Arcado“ in Beige.

Durch eine natürliche Patinierung, die ohne chemische Nachbehandlung erfolgt, erhalten die Steine eine gleichmäßige und intensive Farbwirkung. „So kommen die Farben dauerhaft und harmonisch zur Geltung“, unterstreicht Buck. Die Ausführungsplanung der Schul- und Sonnengasse einschl. des öffentlichen Straßenraums erfolgte durch die Braunger Wörtz Architekten GmbH aus Blaustein.

Weitere Informationen unter:
www.sf-kooperation.de
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