Die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung sieht eine Halbierung des Flächenverbrauchs in Deutschland bis zum Jahr 2030 auf 30 Hektar pro Tag vor. Von diesem – ehemals bis 2020 gesetzten Ziel – sind wir allerdings noch weit entfernt: In einigen Bundesländern steigt der Flächenverbrauch derzeit wieder an.

Unter dem Gesichtspunkt von Studien, die aufgrund von Zuzug, demographischem Wandel und sich ändernden Lebensverhältnissen rund 1,5 Millionen fehlende Wohnungen in den Metropolregionen in den kommenden Jahren prognostizieren, ist die weitere Versiegelung von Flächen durchaus nachvollziehbar – ökologisch gegenüber den kommenden Generationen aber kaum vertretbar.

Was also tun…?

Neben dem Bau von klimaneutralen oder klimapositiven Siedlungen ist der richtige Weg der, den der Gesetzgeber bereits seit der Novellierung des Baugesetzbuchs im Jahr 2013 vorgibt: Innen- vor Außenentwicklung. In den Innenbereichen unserer Städte schlummern tatsächlich große Flächenressourcen. In einer aktuellen Umfrage der immovativ GmbH und der Deutschen Gesellschaft für Innenentwicklung (DGI) schätzen die knapp 350 teilnehmenden Kommunen ihre innerörtlichen Flächenpotenziale auf durchschnittlich 5,3 Prozent der Siedlungsfläche. Dies deckt sich auch mit Zahlen, die die DGI in einem aktuellen Projekt im Landkreis Darmstadt-Dieburg ermittelt hat. Im Rahmen eines aus EU-Mitteln geförderten Projekts wurden Baulücken, Leerstände und mindergenutzte Flächen in Zusammenarbeit mit dem Amt für Bodenmanagement aus der Verschneidung von Kataster-, Einwohnermelde- und Verbrauchsdaten ermittelt. Dadurch ergibt sich für die Kommunen ein ganzheitlicher Blick auf ihre Potenzialflächen und die Möglichkeit zusammenhängende Areale neu zu überplanen. Gleichzeitig wird deutlich, dass in allen Kommunen alleine die Baulücken mehr Fläche haben, als mehrere Neubaugebiete im Außenbereich. Das Projekt verdeutlicht aber auch das größte Problem der Innenentwicklung: rund 90 Prozent der Flächen sind in Privatbesitz und die Aktivierung ein langwieriger Prozess, für den in den Rathäusern die personellen Ressourcen fehlen.

Hier setzt die Hanauer immovativ GmbH mit ihrer Innenentwicklungssoftware aREAL an: Der Prozess der Innenentwicklung – von der Erhebung der Flächen über die Verwaltung bis hin zur Eigentümeransprache und Vermarktung – wird digital und strukturiert abgebildet. Seit September 2019 läuft dazu ein Pilotprojekt im Main-Kinzig-Kreis, in dem sukzessive alle Kommunen mit der Softwarelösung ausgestattet werden, um so die verfügbaren Flächen zu ermitteln und zu aktivieren. Von der Deutschen Telekom und der Wirtschaftswoche wurden die innovativen Softwarelösungen der immovativ GmbH in diesem Jahr mit dem Digital Champions Award in der Kategorie „Digitales Kundenerlebnis“ ausgezeichnet.

Im Rahmen der DIKOMM am 05. November in Essen wird der Geschäftsführer der immovativ GmbH, Herr Dipl.-Ing. Bo Nintzel, sowohl aktuelle Projekte zur digitalen Aktivierung von Flächenpotenzialen als auch Ergebnisse aus der Umfrage zum Stand der Innenentwicklung in Deutschland präsentieren.

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